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Berkersheimer fürchten Durchgangsverkehr.

Frankfurt-Berkersheim

Gerangel um die Kuhr

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Die einen wollen die Öffnung der Straße Auf der Kuhr für den Durchgangsverkehr, die anderen sind dagegen. Ins Rollen gekommen ist die Diskussion um den Verkehr in Berkersheim im Herbst durch eine Umfrage der SPD zu stadtteilrelevanten Themen, in der auch die mögliche Öffnung der Kuhr erfragt wurde.

Die Aktionsgemeinschaft Berkersheim-Frankfurter Berg, die sich derzeit gegen die Öffnung der Straße Auf der Kuhr für den Durchgangsverkehr wehrt, hat Konkurrenz bekommen: Eine weitere Initiative hat sich kurz vor Weihnachten gegründet. Sie will, dass die Kuhr geöffnet wird, um die Straße Am Dachsberg zu entlasten. Der Name der Interessensgemeinschaft lautet „Berkersheim gerecht“.

„Wir sind der Meinung, dass die Lasten im Stadtteil nicht einseitig, sondern gerecht verteilt werden sollten“, erklärt Günther Häfner von „Berkersheim gerecht“ die Motivation hinter der Gründung der Interessensgemeinschaft. Denn wer momentan mit dem Auto von der Stadt aus nach Berkersheim fahren möchte, kann nur die Straße Am Dachsberg nehmen.

Das führt zu zwei Problemen: Zum einen müssen Bewohner des Frankfurter Bergs einen Umweg über Preungesheim in Kauf nehmen, wenn sie mit dem Auto nach Berkersheim fahren wollen. Zum anderen nutzen auch Pendler den Dachsberg, um anschließend über den Heiligenstockweg in die Wetterau zu gelangen und umgekehrt.

Verkehrszählungen aus dem Jahr 2002 haben ergeben, dass täglich 1700 Autos den Heiligenstock und anschließend größtenteils die Straße Am Dachsberg passieren, während Auf der Kuhr die Kinder auf der Straße spielen können. „Das alles muss neu diskutiert werden“, findet Häfner. Schließlich hätten die Bewohner am Dachsberg „jahrelang stillgehalten“. Der Ortsbeirat, der der Öffnung der Straße Auf der Kuhr mehrheitlich kritisch gegenüber steht, dürfe nicht auf der Position verharren, dass „alles so bleibt, wie es ist, nur weil es immer schon so war“.

Umfrage der SPD

Ins Rollen gekommen ist die Diskussion um den Verkehr in Berkersheim im Herbst durch eine Umfrage der SPD zu stadtteilrelevanten Themen, in der auch die mögliche Öffnung der Kuhr erfragt wurde. Laut dem Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins, Boris Straub, habe man die Umfragematerialien rund 1200 Berkersheimer Haushalten zukommen lassen – 250 hätten bisher geantwortet. Eine ordentliche Menge, wie Straub findet. Derzeit laufe die Auswertung. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, dass in Zukunft „sachlicher über das Thema diskutiert werden“ könne.

Sachlich diskutieren – mit dieser Aussage nimmt Straub Bezug auf den Gegenwind, welcher der SPD im Stadtteil nach Start der Umfrageaktion entgegengeweht war. So hatte sich im Oktober die Aktionsgemeinschaft Berkersheim-Frankfurter Berg gegründet, die dann eine Demo mit 120 Teilnehmern gegen die Öffnung der Kuhr auf die Beine stellte.

„Es gibt viele Gründe, die gegen die Öffnung der Straße An der Kuhr sprechen“, sagt Walter Bonn von der Aktionsgemeinschaft. Einer der Hauptgründe sei, dass eine „zusätzliche massive Verkehrsbelastung“ in Berkersheim zu erwarten sei. In einem Schreiben zitieren die mittlerweile 139 Mitglieder der Aktionsgemeinschaft den ehemaligen Münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel (SPD) mit den Worten „Wer neue Straßen sät, wird mehr Verkehr ernten.“

Dass nun eine andere Bürgergruppierung für ganz andere Ziele die Werbetrommel rührt, nimmt Bonn gelassen. Der Rechtsanwalt ist der Meinung, dass die Lösungsvorschläge seiner Aktionsgemeinschaft wie die „sofortige Verringerung des massiven Durchgangsverkehrs am Heiligenstock“ auch von der neuen Interessensgemeinschaft getragen werden könnten. In der Tat existieren hier Schnittmengen. „Ich schlage deshalb eine Bündelung der Kräfte vor“, so Bonn. Man habe bereits Kontakt aufgenommen.

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