+
Blick in das Vogelgehege hinter dem Haus Goldstein.

Goldstein

Zum Schnitzel gibt's gratis eine Vogelschau

  • schließen

Die beiden Wirte des Haus Goldstein pflegen eine Tierzucht, die vielen im Stadtteil ans Herz gewachsen ist. In einer Volière hinter dem Restaurant an der Goldsteinstraße leben Tauben, Fasane, Hühner und sogar zwei Pfauen seit Jahren friedlich zusammen.

Kinder an die Macht. Die Forderung hat einst Popstar Herbert Grönemeyer erhoben. Dann sähe die Welt viel schöner und friedlicher aus, so die Lyrik. In Goldstein gibt es einen Beleg, dass an der These etwas dran sein könnte. Ohne beherztes Eingreifen der Kinder wäre dort die Volière hinter dem Saalbau Haus Goldstein sicher verschwunden.

Zwei Pfauen leben dort, Fasane, Tauben und Hühner. Die Tradition hat die Wirtsfamilie Jelcic begründet. 28 Jahre haben die Vogelfreunde das Restaurant an der Goldsteinstraße geführt. Die Voliere hat sich dabei bis heute als zusätzliche Attraktion erwiesen. Nicht nur die Gäste stehen staunend davor, auch die Jungen und Mädchen aus der Kita gegenüber lieben das geschäftige Treiben der gefiederten Bewohner der Saalbau-Rückseite.

Vor fünf Jahren sind die Jelcics in den Ruhestand gegangen. Seither sind Dario Juric und sein Kompagnon Ivan Loncar die Wirte. Ein eingespieltes Team, seit 1990 arbeiten sie zusammen. 17 Jahre lang haben sie erfolgreich ein Restaurant im Gewerbegebiet von Eschborn betrieben.

Juric ist in die Gastronomie hineingeboren worden. „Meine Mama hat schon ein Restaurant gehabt. In Niederrad.“ Dort hat er von Kindesbeinen an ausgeholfen. Als sich die Möglichkeit in Goldstein eröffnet, greifen sein Kompagnon und er gleich zu. „Es ist ein schöner Stadtteil“, sagt Juric. Er liege etwas außerhalb im Grünen aber doch nahe am Zentrum. „In zehn Minuten ist man in der Stadtmitte.“

In Goldstein hat das Gastroteam zunächst „Lehrgeld zahlen müssen“, wie Juric sagt. „Eigentlich wollten wir die Vogelzucht schließen“, erinnert sich Juric und lacht. Denn die mache sehr viel Arbeit. Aber dann sind die traurigen Kinder zu ihm gekommen. Mit großen, verständnislosen Blicke von unten herauf. „Ich habe es nicht übers Herz gebracht“, sagt Juric. Und die Vogelzucht beibehalten.

Er hat sogar zwei junge Pfauen für die Volière dazu gekauft. „Die waren so groß wie meine Hand und sahen aus wie kleine Hühnchen“, erinnert sich der Gastronom. Eine ganze Weile hat er seinen Einkauf skeptisch beobachtet und sich gefragt, ob der Händler ihn nicht betrogen haben könnte. Hat er aber nicht. Wenn der ausgewachsene Pfau heute stolz sein Rad schlägt, freut sich Juric um so mehr.

Hilfreich ist, dass der Vogelfreunde-Verein Goldstein regelmäßig vorbeikommt und Tipps gibt. Juric muss eigentlich nur das Futter besorgen. Ein Vogelfreund schaut sogar einmal am Tag vorbei und versorgt die Tiere. Ehrenamtlich. Er darf dafür auch die Eier der Hühner mitnehmen.

Der enge Kontakt zu den Vereinen ist kein Zufall. Das Haus Goldstein ist das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens im Stadtteil. Unzählige Vereine nutzen die Räume, es gibt den großen Saal, es gibt kleine Studios. Die Einheimischen und auch einige Auswärtige feiern dort oder auf der großen Terrasse Hochzeiten und andere Familienfeste. Der Blick in den Goldsteinpark hinein ist unbezahlbar, zumal die Kinder dort herumtollen können und nicht stundenlang brav am Tisch sitzen müssen.

Betriebsfeiern bringen ebenfalls Gäste ins Haus, die Bürostadt ist nah. Auch drei der Hotels dort raten ihren Gästen zum Besuch in Goldstein. „Die haben kein Restaurant, und es sind ja nur 500 Meter zu laufen“, sagt Juric.

Das Gastro-Konzept haben er und sein Kompagnon mit der Übernahme auch nicht groß verändert: fixer und freundlicher Service, internationale Küche, Spezialitäten vom Grill – Fisch und Fleisch. Der Goldstein-Teller etwa besteht aus Cordon bleu, gefülltem Hacksteak und Schweinefilet, dazu Rahmchampignons, Pommes und Salat.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare