Infrastruktur

Henne oder Ei?

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Die Infrastruktur ist noch ausbaufähig.

Bei der Elektromobilität stellt sich seit Jahren diese Frage: Was müsste zuerst in großer Anzahl da sein, Elektroautos oder öffentliche Ladestationen, damit die Elektromobilität im individuellen Verkehr an Fahrt aufnimmt? Derzeit gibt es nur wenige Elektroautos und nur eine überschaubare Zahl an Ladestationen in der Stadt.

Von den fast 430 000 Fahrzeugen, die in Frankfurt nach Angaben des Ordnungsamts gemeldet sind, fahren weniger als ein Prozent elektrisch oder hybrid. Genau 2617 Fahrzeuge waren es zuletzt. Diese Menge löst keine Verkehrswende weg vom Verbrennungsmotor aus.

Dass die Verbraucher sich nicht massenhaft auf Elektroautos und Hybride stürzen, liegt bekanntlich an den hohen Preisen im Vergleich zu Diesel- und Benzinautos – trotz der Zuschussprogramme der Bundesregierung. Es liegt auch an Komforteinbußen wegen der geringen Reichweite, die auf einige Hundert Kilometer beschränkt ist, auch wenn damit die meisten täglichen Fahrten, etwa im Stadtgebiet, zu bewältigen wären, da es zum Zwischenladen auch Ladestationen am Straßenrand gibt.

Elektrofahrzeuge können laut Wirtschaftsförderung an rund 50 öffentlich zugänglichen Ladestationen in der Stadt aufgeladen werden – falls diese nicht zugeparkt sind. Komfortabler ist das Laden auf dem eigenen Parkplatz oder in der eigenen Garage. Das setzt natürlich voraus, dass Autofahrer einen eigenen Parkplatz oder eine eigene Garage haben und diese mit einer Ladevorrichtung („Wall Box“) ausgestattet ist.

Bleibt noch der Blick in die Zukunft. Das Unternehmen Allego will nach Angaben des Magistrats in den kommenden drei Jahren 360 Ladesäulen in der Stadt errichten, davon 80 Schnellladestationen. Wann es losgeht, ist nicht bekannt.

Magistrat und Taxibranche kündigen seit langem ein gemeinsames Pilotprojekt an, bei dem dereinst 50 Elektrotaxis durch die Stadt fahren sollen. Wann, ist nach wie vor unklar. Bislang gibt es drei Elektrotaxis in der Stadt. Diese haben Taxiunternehmer auf eigene Initiative angeschafft.

Bei der Stadt fahren derzeit 564 Autos und 356 Lastwagen in der Flotte. Von ihnen seien fünf Prozent elektrisch und acht Prozent hybrid betrieben, teilt der Magistrat mit. Bei der Neuanschaffung würden emmissionsfreie Fahrzeuge bevorzugt.

Außerdem gibt es noch fünf Elektrobusse der städtischen In-der-City-Bus GmbH, die auf der Linie 75 durch Frankfurt fahren, sowie die elektrischen U-Bahnen und Straßenbahnen der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF). Ökostrom setzt die VGF nicht ein, ebenso wenig wie die Deutsche Bahn bei der S-Bahn im Rhein-Main-Gebiet. Auch hier ist der Preis das Hemmnis für die Verkehrswende hin zur nachhaltigen Mobilität.

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