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Saisoneröffnung im Feldbahnmuseum.

Bockenheim

Feldbahndampf und Glühwein

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Das Fest des Feldbahnvereins lockt viele Besucher an. Eine Ausweichfläche für das Museum ist gefunden.

Es heißt wohl weiter freie Fahrt für die Feldbahnen des Museumsvereins am Rebstockpark. „Die Stadt Frankfurt und Oberbürgermeister Feldmann haben uns den Wohnwagenstellplatz der Messe am Rebstockbad als Ersatzfläche angeboten“, berichtet Pressesprecher Marcus Schwebel am Rande der jährlichen Glühweinfahrt des Vereins.

Da am Rebstockpark ein neues Viertel mit 2000 Wohnungen entstehen soll, braucht der Verein einen neuen Ort für die drei Ausstellungshallen, 18 Dampf und 30 Dieselloks, die sich auf dem Gelände befinden. Auch die Werkstatt, in der Ersatzteile wie Schrauben und Außenbleche für den Fuhrpark hergestellt werden, soll umziehen.

„Das neue Grundstück liegt natürlich super, sagt Marcus Schwebel. Durch den Ausbau der U5 sei es gut zu erreichen, auch Parkmöglichkeiten seien ausreichend vorhanden. Die Streckenverläufe und Haltestellen der Museumsbahn im Rebstockpark könnten so erhalten werden.

Die schlechte Nachricht: „Ein solcher Umzug kostet uns als Verein fünf bis sieben Millionen Euro.“ Geld das der Verein nicht hat. Gesucht wird daher nach Zuschüssen und Unterstützern.

Einige sind bei der Glühweinfahrt zu treffen. Sie sitzen bei dampfendem Punsch, Kuchen und warmen Würsten an Tischen zwischen den zahlreichen Feldbahnen im Lokschuppen oder stehen neben der knallgrünen Mallet-Lok während der Zugführer die Besonderheiten erklärt.

An der von Ingenieur Anatole Mallet entwickelten Lok ist es der doppelte Antrieb. Der macht die Lok optimal für Bergstrecken. „Es handelt sich dabei sozusagen um unser wertvollstes Stück“, ist sich Schwebel sicher. Die Geschichte hinter der Mallet-Lok ist ohnehin eine besondere. Bevor sie zum Ausstellungsstück wurde, transportierte sie Ernteerzeugnisse und Rohstoffe auf Zuckerrübenplantagen in Java. Eine Wirtschaftsdelegation unter Altbundeskanzler Helmut Kohl hatte die Lok als Gastgeschenk erhalten, danach findet sie ihren Weg nach Frankfurt. „Wir haben Helmut Kohl sogar eingeladen, sein Gastgeschenk hier im Museum zu besichtigen.“, erklärt Schwebel. Erschienen sei er nicht.

Bevor die Gäste des Feldbahnvereins mit der Mallet-Lokomotive durch den Rebstockpark fahren können, muss Feuer im Kessel gemacht werden. „Zum Anfeuern nehmen wir Kienspäne.“ erklärt Schwebel.

Es folgen Holzscheite und schließlich, unvermeidbar um eine Dampflokomotive anzutreiben, Kohle. Das Wasser beginnt zu verdampfen und der dabei entstehende Druck treibt die Zylinder an. Dichter brauner Rauch steigt aus dem Schornstein auf, in der Luft liegt ein beißender Geruch. Es kann drei bis vier Stunden dauern bis das sogenannte anfeuern beendet ist. „Deshalb haben wir damit schon gestern begonnen“, erklärt Schwebel.

Schließlich sollen die Besucher nicht so lange warten, bis sie mit den Passagierwagen die drei im Rebstockpark liegenden Bahnhöfe Kaiserdamm, Alter Flugplatz und Rebstöcker Wald anfahren können. Das nächste Mal ist das am 10. März möglich zum Frühlingsfahrtag.

Info zum Feldbahnprogramm unter: www.feldbahn-ffm.de

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