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Eichhörnchen mögen es, wenn Frankfurt Bäume hat.
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Eichhörnchen mögen es, wenn Frankfurt Bäume hat.

Grünplanung

Heißer Bahnhof, kühles Harheim

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Die Wissenschaft erforscht Frankfurter Freiflächen. Der erste Teil des Plans liegt jetzt vor – und gewährt ganz neue Einblicke in Sachen Hitze und Weite.

Wo wohnen eigentlich Grünspecht, Eichhörnchen und Mönchsgrasmücke? Mitten in der Stadt. Wo trifft man Aurorafalter, Steinkauz und Wendehals? Auf den Streuobstwiesen. Bergmolch, Eisvogel, Heidelibelle? Am Wasser. Und Hirschkäfer, Grasfrosch, Pirol? Die sind im Wald.

Wer das noch nicht so genau wusste, kann es jetzt nachlesen, und vieles mehr – in der Bestandsanalyse des überarbeiteten Freiflächenentwicklungsplans, den der Magistrat am Freitag abgesegnet hat: „Was uns ins Freie zieht. Frankfurts offene Räume“.

Zweieinhalb Jahre lang arbeiteten der Kasseler Uni-Professor Andreas Mengel und sein Team an der Bestandsaufnahme – der ersten seit 1999. Die Neuauflage enthält beispielsweise ein interessantes Novum: Erstmals zeigt eine übersichtliche Tabelle für alle Stadtteile an, wie gut dort Erholungsgebiete erreichbar sind, wie hoch der Anteil der Grünflächen ist und wie stark die sommerliche Hitze zuschlägt. Im Gallus und im westlichen Nordend stehen demnach lediglich drei (in Zahlen: 3) Quadratmeter öffentliche Grünfläche pro Einwohner:in zur Verfügung, in Praunheim dagegen 58 Quadratmeter. Das Bahnhofsviertel (sieben Quadratmeter Grün pro Mensch) hat 81 Prozent überwärmte Stadtteilfläche – in Berkersheim wird es nur auf 0,4 Prozent der Fläche im Sommer zu heiß und in Harheim (32 Quadratmeter Grün pro Person) überhaupt nirgends. Selten hat man den Zusammenhang von Grünanteil und Heißzeit so plastisch nachlesen können.

Das 200-seitige Werk enthält unzählige Informationen zu den Frankfurter Landschaftsräumen, darunter „Steckbriefe“ der einzelnen Stadtlandschaften. Die beteiligten Forscherinnen und Forscher der Uni Kassel haben zu jeder von insgesamt 24 identifizierten Landschaften Daten zusammengetragen, bewertet, kategorisiert, und sie dokumentierten die Bereiche mit vielen Fotos. Damit liege nun eine flächendeckende Gesamteinschätzung zu den Frankfurter Landschaftsräumen vor, berichtet das Umweltamt. Ergebnis der Bewertung: 20 dieser Landschaftsräume zeigten „Elemente hoher Qualität“ – aber viele Abschnitte könnten noch eine Aufwertung gebrauchen.

„Vor dem Hintergrund, dass immer mehr Flächen versiegelt werden, benötigen wir dringend ein Konzept für die Entwicklung der Frei- und Grünräume“, betont Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Dieses Konzept soll die Basis für die Grünplanung werden. Dem nun fertiggestellten ersten Teil soll bis 2025 ein zweiter folgen.

Auf den 200 Seiten sind viele weitere Details nachzulesen, über Naturerlebnisse, landschaftliches Erbe und Lebensqualität bis hin zu Fragestellungen, was zu tun ist. Verbindliche Antworten und damit Handlungsanweisungen wird erst der zweite Teil in vier Jahren liefern.

Die gesamte Broschüre gibt es im Internet.

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