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Heim des FSV Frankfurt verwüstet. Auch Museum betroffen.

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Von: Oliver Teutsch

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Jugendliche Randalierer richten immensen Schaden an.

FSV-Präsident Michael Görner ist erschüttert über das Ausmaß der Zerstörung. „Das können Sie sich gar nicht vorstellen, wie es hier aussieht.“ Zwei jugendliche Randalierer hatten in der Nacht auf Samstag die Räumlichkeiten des Bornheimer Fußballvereins heimgesucht und ein Schlachtfeld hinterlassen.

Am Montag machte sich Görner mit anderen Verantwortlichen ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung. Seine Schilderungen wollen gar kein Ende finden, vor allem die Glasschäden sind immens: Ein Bierfass war in sieben Vitrinen geschleudert worden. Eine Eismaschine in Fensterscheiben. Mehrere Fernseher waren aus ihren Verankerungen gerissen worden. Auf den Toiletten wurden Waschbecken, Handtuchhalter und Kloschüsseln demoliert, in den beiden Küchen Maschinen zur Essenszubereitung und eine professionelle Kaffeemaschine zerstört. Die Küchenzeilen selbst wurden herausgerissen, Essen aus einem Kühlschrank an die Wände geschmiert. Zwei Farbeimer, die zur Renovierung einer Loge bereitstanden, wurden auf Treppen und Mobiliarausgeschüttet.

17-Jährige zufällig entdeckt

Besondere Eile schienen die beiden 17-Jährigen nicht gehabt zu haben. Im Erdgeschoss der Geschäftsstelle packten sie eine Bohrmaschine aus und bohrten damit einen Smiley in eine Tür.

Dass die Vandalen überhaupt gefasst wurden, ist laut Görner Zufall. Denn normalerweise hält sich nachts niemand auf dem Gelände am Bornheimer Hang auf. Doch der Chef des Sicherheitsdienstes war wegen einer Veranstaltung am anderen Morgen zufällig vor Ort, wurde auf den Krach aufmerksam und alarmierte die Polizei. Die Streife konnte zwei Jugendliche aus dem Kreis Offenbach auf frischer Tat festnehmen. „Als wir vor Ort eintrafen, waren sie gerade dabei, weitere Fensterscheiben zu zerstören“, so eine Polizeisprecherin.

Den Schaden, der angerichtet wurde, bezifferte die Polizei auf mehrere Zehntausend Euro. Görner wollte dazu keine Aussage tätigen, zu erschüttert war er über das Ausmaß. Zwar gebe es eine Versicherung, aber die Zerstörung der Vitrinen mit Pokalen bedeutet auch einen ideellen Schaden. „Einige Exponate sind unwiederbringlich verloren“, so Görner. Thomas Bauer vom Institut für Stadtgeschichte und im Nebenamt auch Kurator des Sport-Museums am Bornheimer Hang kann ein Stück weit Entwarnung geben: „Es ist glimpflich abgelaufen.“ Ein Modell des Sechs-Tage-Rennens aus Holz sei zerstört und auch ein Pokal von der Galopprennbahn aus den 20er Jahren. Die Hälfte der Vitrinen blieb aber unversehrt, darunter auch wertvolle Exponate wie etwa ein Krug zum Turnfest aus dem Jahr 1880.

Görner ist davon überzeugt, dass der nächtliche Exzess nichts mit Fußball an sich zu tun hatte, also nicht dem FSV selbst galt. „Spielplakate und Wimpel sind noch am wenigsten betroffen, es ging nur um maximale Zerstörung.“ Bis zum nächsten Heimspiel am kommenden Samstag gegen Tabellenführer Elversberg hat der Verein nun aber alle Hände voll zu tun, um den Businessbereich wieder halbwegs salonfähig zu machen. Bis alle Schäden beseitigt sind, könnte es indes noch länger dauern. „Es kann sein, dass wir wegen der Glasschäden ein Gerüst stellen müssen.“

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