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Martina Droste hat „Heidi - Ein Integrationstheater“ am Schauspiel Frankfurt mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen inszeniert.

Schauspielhaus

Heidi in Frankfurt

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Martina Droste hat an den Kammerspielen des Schauspiels Frankfurt ein ungewöhnliches Integrationstheater inszeniert.

Mit ihren Heidi-Romanen hat die Schweizer Schriftstellerin Johanna Spyri ein idealtypisches Bild von der Bergwelt als idyllischer Heimat erschaffen. Doch was ist Heimat tatsächlich, wo fängt Nationalismus an? Mit diesen Fragen hat sich ein inklusives Jugend-Performance-Projekt des Schauspiels Frankfurt beschäftigt. Das Theaterstück, das daraus entstanden ist, ist dort unter dem Titel „Heidi in Frankfurt – ein Integrationstheater“ im Oktober und November in den Kammerspielen zu sehen.

„Wir führen aber nicht Heidi auf“, stellt Martina Droste klar. Die Theaterpädagogin am Schauspiel Frankfurt hat mit 14 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 14 und 23 Jahren das Stück erarbeitet. Die Erfolgsromane von Spyri seien Impulsgeber gewesen. Zum einen weil sie Leser aus aller Welt faszinieren: Die Heidi-Bücher sind in mehr als 50 Sprachen übersetzt. Zum anderen aber auch, weil sie ein romantisches Bild von Heimat abbilden. „Die Berge sind ein Freiraum, in dem sich das Individuum entwickeln kann. Im Gegensatz dazu stehen sie aber auch für eine Eingebundenheit, die dem Individuum Geborgenheit vermittelt“, sagt Droste.

Was Heimat in einer immer diverser werdenden, sich schnell wandelnden Gesellschaft für den Einzelnen bedeutet, das haben die Darsteller zunächst in Workshops erarbeitet. „Wie geht plurale Gesellschaft, wie kriegen wir das hin?“, sei dabei die zentrale Frage gewesen, so die Theaterpädagogin.

Die Spielerinnen und Spieler des Jugendperformanceprojektes, das in Kooperation mit der Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank entstanden ist, haben unterschiedliche Hintergründe und damit auch unterschiedliche Weltvorstellungen. Es sind Flüchtlinge darunter, und auch Behinderte. Die Diversität ist Programm. „Es ist wichtig, Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven für diese Arbeit zu haben“, sagt Droste. Ihre Lebensgeschichte erzählten die Beteiligten allerdings nicht auf der Bühne. Sie berichteten von ihren Erfahrungen, von Ausgrenzung und Zwangsintegration, sagt Droste.

Aus der szenischen Arbeit wählte die Theaterpädagogin, die bei „Heidi in Frankfurt“ Regie führte, Szenen aus und schuf daraus eine professionelle Bühnenfassung mit Lichteffekten, Klängen und Bewegung. „Wir stellen einen Raum für Begegnung her. Das ist der Kunstraum Bühne, ein öffentlicher Raum“, sagt sie.

„Heidi in Frankfurt - Ein Integrationstheater“ hat am Freitag, 11. Oktober, in den Kammerspielen des Frankfurter Schauspielhauses, Neue Mainzer Straße, Premiere. Diese Vorstellung ist ausverkauft, Restkarten gibt es eventuell an der Abendkasse. 

Weitere Aufführungen sind für Freitag, 18. Oktober, Donnerstag, 7. November, und Mittwoch, 13. November, angekündigt. Alle Vorstellungen beginnen jeweils um 20 Uhr. 

Karten kosten regulär 16 Euro. Schüler und Studenten zahlen 8 Euro. Erhältlich sind sie telefonisch unter Tel. 069/212 49 49 4 oder online über www.schauspielfrankfurt.de.

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