Heddernheim

Zerkratzter Lack am Auto in Heddernheim

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Auto mutwillig beschädigt: Wenn Zeugen sich nicht melden, bleiben die Opfer auf den Kosten sitzen.

Manuela Nowak ist verärgert und verzweifelt. Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ist ihr in der Nordweststadt geparktes Auto mutwillig beschädigt worden. Im Mai hatte sie die durch Kratzer beschädigten Stellen der Karosserie neu lackieren lassen und dafür 800 Euro bezahlt. Im Juni war ihr Auto erneut zerkratzt worden. „Das soll jetzt 1200 Euro kosten, das Geld muss ich erstmal verdienen“, klagt sie. Nowak hat Strafanzeige bei der Polizei gestellt, aber fühlt sich dort nicht so richtig ernst genommen. Sie weiß, dass noch einige andere Autos im Hammarskjöldring und Umgebung zerkratzt wurden, aber von einer Serie wolle die Polizei nicht sprechen. Eine Polizeisprecherin bestätigt, dass Ende Juni in dem Bereich zwei Autos zerkratzt und an vieren die Außenspiegel abgetreten wurden. „Es wurden sechs Autos beschädigt aber nur in vier Fällen Anzeige erstattet“, so die Sprecherin.

Adrian Homeier, der Schutzmann vor Ort im 14. Revier, kennt die Problematik: „Die Leute sind etwas meldefaul.“ Damit meint der Hauptkommissar Geschädigte, die keine Anzeige erstatten, weil sie sich nichts davon versprechen, ebenso wie Anwohner, die vielleicht etwas gesehen haben. „Die Leute trauen sich nicht, oder denken es bringt nichts oder sei nicht relevant“, so Homeier, der es als Schutzmann vor Ort auch als seine Aufgabe ansieht, den Menschen diese Bedenken zu nehmen. „Die Leute reden untereinander und beschweren sich, dass die Polizei nichts tut, aber niemand redet mit uns.“ Ohne Hinweise und Zeugen seien die Ermittlungsansätze aber sehr gering.

Mitunter reden die Menschen nicht mal untereinander. „Es gibt Hochhäuser“, da kennen sich die Nachbarn nicht. Um dem zu begegnen hat die Polizei das Projekt „Wachsamer Nachbar“ initiiert. Die Menschen sollen sich mehr umeinander kümmern, mehr kommunizieren. In intakten Gemeinschaften fallen Fremde, die Unheil im Sinn haben, eher auf. „Es geht aber nicht nur um die Verhinderung von Straftaten, es geht auch um das Zwischenmenschliche“, betont Homeier. Manuela Nowak wohnt nicht in der Gegend, sie arbeitet nur im Nordwestzentrum und ist auch nach einem Gespräch mit Homeier untröstlich. „Das Gespräch hat eigentlich gar nichts gebracht.“ Ihr erst zwei Jahre altes Auto fährt sie jetzt bis auf weiteres mit Kratzern im Lack.

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