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Wenn die Schranke unten ist, müssen die Autos warten. Übergang An der Sandelmühle und Olof Palme Straße.

Verkehr in Frankfurt

Heddernheim: Wohngebiet hinter geschlossener Schranke

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Der Ortsbeirat fürchtet Staus an der Sandelmühle, wenn die verlängerte U2 öfter fährt.

Der Verkehr an der U-Bahn-Haltestelle „Sandelmühle“ beschäftigt den Ortsbeirat 8 seit zwei Jahren. Vor allem bei der Planung des gleichnamigen Wohngebiets. Die ohnehin schon belastete Kreuzung zwischen Hesse- und Olof-Palme-Straße könnte zur Problemstelle werden. Nun kommt ein weiterer Aspekt hinzu, der die Sorge um die künftige Verkehrssituation im Stadtteil Heddernheim schürt.

„Mit dem positiven Ausgang des Bürgerentscheids zur Verlängerung der U-Bahn-Linie 2 bis Bad Homburg wird es in einigen Jahren zu einer Taktverdichtung kommen“, heißt es in einem Antrag der Grünen, der nach Möglichkeiten der Entlastung für die Kreuzung fragt. Alle 15 Minuten könnte eine Bahn fahren, nicht mehr alle 20 (außerhalb der Stoßzeiten), perspektivisch sei auch ein 7,5 Minutentakt möglich.

Das bedeute zugleich verlängerte Zeiten am geschlossenen Gleisübergang. Da das neue Wohngebiet „An der Sandelmühle“ ausschließlich darüber angebunden wird, könnte die Kreuzung langfristig zur Engstelle werden, so die Befürchtung.

„Befriedigend ist die Verkehrssituation nicht“, räumt Jörg Stellmacher-Hein ein, der zuständige Verkehrsplaner im Stadtplanungsamt. „So negativ, wie es der Ortsbeirat sieht, sehen wir es aber nicht.“ Als vor gut zwei Jahren der Bebauungsplan 889 beschlossen wurde, der östlich der U-Bahn-Schienen der Linie 2 ein Wohngebiet vorsieht, hat die Stadt die Situation vor Ort geprüft. Ein Konzept zur Entschärfung der Verkehrs wurde daraufhin nicht entwickelt.

„Es gibt keine mit vertretbarem Aufwand umzusetzende Lösung“, erklärt Stellmacher-Hein. Für die Verbreiterung der Fahrbahn von Hesse- oder Olof-Palme-Straße, um den Kreuzungsverkehr an einer Abbiegespur vorbeizuleiten, sei kein Platz. „Dafür müssten die U-Bahn-Gleise verlegt werden.“ Auch der Eingriff in die Natur wäre groß, etwa in das benachbarte Naturschutzgebiet. „Ja, es gibt an der Olof-Palme-Straße punktuell Probleme mit Staus“, sagt Stellmacher-Hein, „und durch das neue Wohngebiet wird es etwas mehr Verkehr geben – aber weniger als bei einer gewerblichen Nutzung, wie es ursprünglich vorgesehen war.“ Die geplante Bebauung sei das kleinere Übel.

Die Grünen finden dagegen, das Vorhaben sei „nicht im Sinne Frankfurts“. Der Mangel an preiswertem Wohnraum werde abgemildert. Aber dafür das Problem der übermäßigen Verkehrsbelastung verstärkt, so Grünen-Chef Erik Harbach in seinem Antrag. Zumal die Verlängerung der U2 in der Prüfung des Magistrats gar nicht berücksichtigt worden ist.

Die Bad Homburger Bürger hatten erst im Oktober mit großer Mehrheit für eine Weiterführung der Strecke vom Stadtteil Gonzenheim bis zum Bad Homburger Bahnhof abgestimmt. „Wir haben bislang noch nicht ermitteln können, wie sich die Situation durch verlängerte Räum- und Schließzeiten an den Gleisübergängen gestalten wird“, sagt Stellmacher-Hein. Aber das würde auch nichts ändern, „da es eben keine mit vertretbaren Mitteln realisierbare Lösung für das Problem gibt“.

Er verweist auf die Argumente des Magistratsberichts von 2017. Etwa, dass es rund um das Gebiet an der Sandelmühle durch die U-Bahn-Anbindung sowie die vielen Radwege genügend Alternativen zum Auto gebe. Dadurch dürfte der Verkehr nach Bau des Wohngebiets nicht allzu stark zunehmen. Der Ortsbeirat glaubt allerdings nicht, dass die Anwohner auf ihr Auto verzichten werden.

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