Heddernheim

Hortplätze fehlen

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Zwei Kinderläden schreiben einen offenen Brief an OB Peter Feldmann. Das Bildungsdezernat sucht nach zusätzlichen Plätzen.

Zwei Kinderläden in Heddernheim wenden sich in einem offenen Brief an OB Peter Feldmann und bitten ihn, sich eines Themas zu widmen, das ein Dauerbrenner in Heddernheim ist: mangelnde Hortplätze. Seit Jahren, so die Leitungsteams vom Kinderladen Hoppetosse und dem Kinderladen Villa Sunshine, übersteige der Bedarf in erheblichem Ausmaß das Angebot.

Eine Ganztagsschule sei im Stadtteil nie zustande gekommen. Die Unterzeichner verhehlen in dem Schreiben nicht, dass sie sich von den Verantwortlichen im Stich gelassen fühlen. „Insbesondere alleinerziehende Mütter und Familien, in denen beide Elternteile arbeiten müssen, seien auf eine gesicherte Nachmittagsbetreuung angewiesen“, sagt Mariette de Vries vom Kinderladen Hoppetosse. Die Menschen, die hier leben, könnten sich eine privat finanzierte Betreuung schlicht nicht leisten, ergänzt sie.

Das Schreiben liegt Referentin Nicole Möhrmann im Dezernat für Integration und Bildung vor. Die Fachabteilungen sind mit einer Prüfung vor Ort und einer Bedarfsermittlung beauftragt. Die Ergebnisse werden dann an das Dezernat des Oberbürgermeisters weitergeleitet. „Wir sind intensiv am Thema dran um Lösungen zu finden“, erklärt Möhrmann. Das könnte bei einer günstigen Ausgangslage auch eine Sofortlösung sein, in der die Plätze einer bestehenden Erweiterten Schulischen Betreuung erhöht und somit mehr Kinder aufgenommen werden.

Drei leere Häuser als Lösung?

Die Robert-Schumann-Grundschule in der Heddernheimer Kirchstraße wird von durchschnittlich 320 Kindern besucht. Hier wird auch eine Erweiterte Schulische Betreuung für insgesamt 26 Kinder angeboten. „Mehr können wir nicht aufnehmen“, sagt Oliver Rehwald.

„Wir haben keine eigenen Räume für die Betreuung, ich kein Büro“, ergänzt er. Eine zur Schule gehörende Wohnung stehe seit fünf Jahren leer, dürfe aber seines Wissens nicht umgenutzt werden. Rehwald bestätigt, dass der Bedarf seit Jahren sehr hoch ist und die Nachfrage jährlich steige. Aktuell stehen bei ihm mehr als 20 Kinder auf der Vormerkliste. Auch im Schülerladen „Dinos Freunde“ sieht es nicht besser aus. In der Einrichtung werden nachmittags ausschließlich Kinder der Robert-Schumann-Schule betreut. „Aktuell haben wir 21 Schüler“, sagt Caroline Riexinger. Auch ihre Einrichtung hat eine Warteliste von weit mehr als 20 Kindern.

Den Hinweis von Nicole Möhrmann, dass bis zum Herbst noch Bewegung in der Hortplatzvergabe sei, weil Eltern ihre Kinder erst nach den Ferien abmelden, kann Riexinger nicht bestätigen. Das sei in Einrichtungen der Fall, die nicht nur Grundschüler sondern auch Schüler aus weiterführenden Schulen betreuen. „Wir konnten für das kommende Schuljahr sechs neue Plätze vergeben – da tut sich nichts mehr.“

„Gegenüber der Robert-Schumann-Schule stehen drei Häuser leer“, sagt Mariette de Vries. Ob das geeignete Räume für eine Hort-Nutzung sind, muss noch geprüft werden.

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