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Der Heddernheimer Steg ist marode.  

Heddernheim

Heddernheimer Steg wird teurer

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Der Ortsbeirat spricht sich gegen den Umbau aus. Nicht des Geldes wegen, das Gremium wünscht sich eine Rampe oder einen zusätzlichen Lift.

Der Neubau des Heddernheimer Steges über den Erich-Ollenbauer Ring wird rund 1,6 Millionen Euro kosten und damit 600 000 Euro teurer als bisher veranschlagt. Eine entsprechende Vorlage des Magistrats lag in der jüngsten Sitzung dem Ortsbeirat 8 vor – und wurde einstimmig abgelehnt. Dabei geht es dem Gremium nicht um die Finanzierung. Vielmehr lehnen alle Fraktionen die Bauplanung durch das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) konsequent ab: wie bereits 2017 und 2018.

„Die geplante Ausführung ist die schlechteste Möglichkeit, behindertengerecht von Heddernheim ins Nordwestzentrum zu kommen“, macht Hans Creß (SPD) seinem Unmut Luft. Und verweist auf entsprechende Anträge des Ortsbeirats aus dem Jahr 2017, eine Rampe oder einen zweiten Lift mit einzuplanen. Diese seien nicht in das Bauvorhaben aufgenommen worden.

In dem beschlossenen Neubau wird es für die steile Treppe nur eine Schiebeschiene für Fahrräder geben. In ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen können nur den Lift benutzen. „Der ist aber oft kaputt und fällt damit aus“, sagt Hans Creß. Auch ein Stufensteg, wie vom ASE im März 2018 vorgeschlagen, wurde von den Gremiumsmitgliedern mehrheitlich abgelehnt. Begründung: Der ist nicht vollständig barrierefrei zugänglich, denn Rollatoren oder Einkaufswagen müssen über die flachen Stufen angehoben werden.

Der 1968 erbaute und 1985 schon einmal sanierte Heddernheimer Steg soll durch eine Stahlkonstruktion ersetzt werden. In diesen Neubau wird der bereits vorhandene Aufzug integriert und – auf Antrag des OB 8 – die Zugänge überdacht. Ebenso werden zwanzig überdachte Fahrradstellplätze geschaffen.

Die bisherige, nicht mehr behindertengerechte Rampe entfällt ersatzlos. „Die Brücke wird wie vom Verkehrsdezernat geplant gebaut, da ist nichts mehr zu machen“ sagt Ortsvorsteher Klaus Nattrodt. Dem stimmt auch Hans Creß zu, allerdings will er den Bürgerprotesten, von denen er sicher ist, dass sie kommen werden, vorbeugen. „Wir lehnen die neue Brücke in dieser Ausführung ab.“

Der Heddernheimer Steg sollte bereits 2018 neu gebaut werden. Mit der zeitlichen Verzögerung haben sich die Kosten aufgrund der Hochkonjunktur der Bauwirtschaft und dem großen Stahlbauanteil erhöht.

Der Beginn der Arbeiten ist nun für 2020 geplant. Sechs Monate wird der Bau dauern. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens auf dem Erich-Ollenhauer-Ring werden nötige Teil- und Vollsperrungen nur in Nachteinsätzen am Wochenende durchgeführt. Fußgänger erreichen das Center auf der Höhe der Busausfahrt über eine zusätzlich installierte Ampelanlage das NWZ.

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