Sitzbank mit Laub, ohne Zecher.  
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Sitzbank mit Laub, ohne Zecher.  

Heddernheim

Heddernheim: Die Sitzbank bleibt - trotz Gelage

  • vonPia Henderkes-Loeckle
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Ortsbeirat wünscht den Erhalt des Möbels an der Hessestraße. Nach Beschwerden über Ruhestörung und Müll hat die Stadt das Möbel abmontiert, jetzt ist es zurückgekehrt.

Die Sitzbank vor dem Rewe-Markt an der Hessestraße sorgt für Unmut: Ist sie da gibt es Beschwerden, ist sie abmontiert auch. Massiven Ärger über Müll und Ruhestörungen bis nachts um ein Uhr äußerten die Anwohner im Sommer. Daraufhin wurde die Bank im Herbst abmontiert. Zum Leidwesen derer, die tagsüber dankbar für die Sitzgelegenheit sind. Aktuell steht die Bank wieder.

„Alle Proteste landen bei mir“, sagt Ortsvorsteher Klaus Nattrodt (CDU). Den Vorschlag, sich die Lage über den Sommer noch mal anzuschauen, lehnt er kategorisch ab. „Ich will einen eindeutigen Beschluss des Ortsbeirates auf den ich mich in Zukunft beziehen kann“, fordert er.

Ärger am Abend

Die unterschiedlichen Ansprüchean Sitze sind an vielen Orten ein Problem. Tagsüber ruhen Passanten friedlich auf den Bänken. Abends verwandeln sie sich in Treffpunkte für Zecher. Vor allem, wenn nahegelegene Supermärkte spätabends Alkohol verkaufen.

Auch in Höchsthatten Trinker Bänke in der Fußgängerzone in Beschlag. Die Stadt hat die Sitzmöbel darum abmontiert. Das ärgert die Passanten, die Senioreninitiative rief zum Sit-In-Protest auf. Demnächst sollen mobile Bänke Abhilfe schaffen. Abends räumen die Geschäftsleute die Möbel weg.

In Sachsenhausenhat die Stadt nach Gelagen den Adlhochplatz komplett abgeräumt. Dort sitzt niemand mehr, auch die Bewohner des angrenzenden Betreuten Wohnens nicht. sky

Auch Holger Alt vom Grünflächenamt wünsche sich eine klare Entscheidung. Die Bank an der Hessestraße steht seit mehr als fünfzehn Jahren auf dem Platz vor dem Einkaufsmarkt. Dieter Luwe, ehemaliger Vorsitzender des Bürgervereins, hatte sich persönlich für die Sitzgelegenheit stark gemacht. „An sich eine gute Sache“, findet Nattrodt. Allerdings habe sich die Nutzung von Verweilorten im öffentlichen Raum erheblich verändert.

„Die Bank wird tagsüber von älteren Mitbürgern und Müttern mit Kindern rege genutzt und ist notwendig“, sagt Stephanie Mohr-Hauke (SPD). Gegen 16 Uhr finde sich hier eine Gruppe von Bauarbeitern zum Feierabendbier zusammen. Die seien aber gegen 18 Uhr wieder verschwunden, sagt Nattrodt. „Das Problem sind die Abendstunden“, unterstützt Ralf Porsche (CDU). „Da findet hier Halligalli statt.“ Laut Nattrodt ist die Bank ein beliebter Treff für die „Hardcore-Trinker“, die sich bis 22 Uhr im Rewe noch mit Alkoholika versorgen könnten.

Auch Walter Creß (SPD) will die Bank erhalten und schlägt vor, dass die Anwohner bei Ruhestörungen die Stadtpolizei anrufen. Neben dem Lärm ist vor allem auch der hinterlassene Müll ein Problem. „Wir könnten noch einen Mülleimer neben die Bank stellen“, versucht Walter Wiebe (BFF) diesbezüglich eine Lösung zu finden.

„Da stehen doch schon vier Müllbehälter“, entgegnet Erik Harbach (Grüne). An mangelnden Abfallbehältern liege es nicht. Schlussendlich entschieden sich die Mitglieder des Ortsbeirates 8 bei fünf Gegenstimmen (CDU) und einer Enthaltung (BFF) für den Verbleib der Bank.

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