Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Robert Wiegand und Petra Kreß sammeln Müll auf dem Spielplatz Stiftsgarten in Heddernheim. Ihre Initiative „heddernheim räumt auf“ sorgt für mehr Sauberkeit im Stadtteil.
+
Robert Wiegand und Petra Kreß sammeln Müll auf dem Spielplatz Stiftsgarten in Heddernheim. Ihre Initiative „heddernheim räumt auf“ sorgt für mehr Sauberkeit im Stadtteil.

Heddernheim

Heddernheim: „Kippen sind ein großes Problem“

Petra Kreß und Robert Wiegand räumen regelmäßig den Dreck der anderen weg in Heddernheim weg. Seit Corona kommt mehr Müll zusammen, sagen sie. Gemeinsam haben sie die Initiative „Heddernheim räumt auf“ gegründet.

Vorsichtig läuft Robert Wiegand über die kleine Wiese auf dem Spielplatz Stiftsgarten. Gekonnt schiebt er mit der Fußspitze Blätter und Gräser zur Seite, blickt nach links und rechts. In der rechten Hand hält er eine Greifzange, in der linken einen durchsichtigen Müllbeutel. „Dahinten liegt wieder etwas“, sagt er, geht drei Schritte nach rechts und fischt das kleine Papierstück aus den Büschen hervor. „Man wird mit der Zeit viel aufmerksamer, sieht Dinge, die einem vorher nicht aufgefallen wären“, sagt Wiegand und steckt den Schnipsel in den Sack.

Knapp zwei Jahre ist es nun her, dass Petra Kreß und Robert Wiegand sich zusammengeschlossen haben, um Heddernheim vom Müll zu befreien. „Bei einem Greenpeace-Stammtisch haben wir uns kennengelernt, nachdem wir beide bereits überlegt hatten, wie man das Problem angehen kann, das nicht nur auf den Spielplätzen und Grünanlagen, sondern auch an den Straßen immer mehr Unrat herumsteht“, sagt Kreß.

Sie versucht bereits seit drei Jahren, im Alltag auf Plastik zu verzichten. Weil sie weiß, welchen schädlichen Einfluss dies auf die Umwelt und das Klima hat. Auf ihrer Homepage www.plastiksparen.de informiert sie darüber und bietet Vorträge und Workshops an. Ein Buch hat sie auch bereits geschrieben – „Plastiksparen im Supermarkt“.

Dass sie mit Robert Wiegand einen Gleichgesinnten fand, sei „ein echter Glücksfall“ gewesen, sagt sie, während auch sie mit der Zange das Gebüsch auf dem Spielplatz zur Seite zieht. Dabei ist diese Mühe gar nicht nötig, wie ein Blick zum Mülleimer zeigt. Der ist nicht nur vollgestopft bis oben hin. Drum herum liegt auch allerhand – Pizzakartons, Dosen und Papiertücher sowie Gesichtsmasken. Seit Corona ein echtes Problem, sagen Kreß und Wiegand, die darüber nur den Kopf schütteln können. Petra Kreß erinnert sich an einen Berg von 25 Wein-Tetrapacks, teils geleert, teils noch voll. „Wer macht nur so was?“, fragt sie sich.

Alle vier Wochen, an jedem dritten Samstag im Monat, trifft sich die Initiative und räumt gemeinsam im Stadtteil auf. Zehn, manchmal zwölf Personen seien sie. Aufgeteilt in zwei oder mehr Gruppen ziehen sie durch den Stadtteil. Auf der Plattform www.nebenan.de haben sie erstmals dafür geworben, mittlerweile gibt es auch eine Facebook-Seite. „Cleanup – Heddernheim räumt auf“ heißt sie. Zudem gibt es Unterstützung von der Thomasgemeinde.

„Viel läuft über das direkte Ansprechen, wenn wir unterwegs sind. Wir haben auch schon Taschenaschenbecher verteilt, denn weggeworfene Kippen sind ein großes Problem“, sagt Petra Kreß. 1000 Liter Wasser verseuchten das Nikotin und das Plastik im Filter einer Zigarette.

Unterstützt wird die Initiative von den Frankfurter Entsorgungsbetrieben (FES), von dort bekommt sie sowohl Zangen als auch Handschuhe und Müllbeutel, um den Unrat zu entsorgen. Und davon gibt es mehr als genug in Heddernheim.

„Wenn wir samstags aufgeräumt haben, sieht es Montag wieder schlimm aus“, sagt Wiegand, der zudem eine leuchtend gelbe Warnweste trägt. „Ehrenamtlicher Helfer“ steht auf seiner Brust. Damit auch alle wissen, was er macht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare