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Jan Goßmann und Janina Korb vor dem Zentrum. 

Heddernheim

Heddernheim: Frust über verzögerten Umbau des Gemeindezentrums

Der Trägerverein „Vokus 398“ ärgert sich, dass es nicht vorangeht. Der geplante Eröffnungstermin wird nicht klappen.

Nein, gute Laune hat Jan Goßmann an diesem Nachmittag wirklich nicht. Frustriert läuft er um das ehemalige Gemeindezentrum im Gerhart-Hauptmann-Ring und zeigt auf die Bauzäune, die den Bau aus den 1970er Jahren noch absperren „Es geht irgendwie nicht voran. Und wenn, dann sehr langsam. Der Eröffnungstermin im August wird nicht klappen, momentan gehen wir von September aus. Frühestens“, sagt Goßmann, Vorsitzender von „Vokus 398“, dem Verein für die Organisation des Kultur- und Sozialzentrums Gerhart-Hauptmann-Ring 398.

Dass es bei solch Großprojekten wie dem Umbau des denkmalgeschützten Gemeindezentrums Probleme gebe, sei klar, sagt Goßmann. Unvorhergesehenes könne immer passieren. „Allerdings wären wir froh, wenn es nun voran gehen würde“, sagt er. Zumal der Stadtteil schon viel zu lange darauf warte, dass mit dem Gebäude endlich etwas passiere. Seit mittlerweile fast 20 Jahren.

Bis 2001 war das Gemeindezentrum der Mittelpunkt der christlich-reformierten Gemeinde und der evangelischen Lydiagemeinde. Auf die Erhöhung des Erbzinses reagierte die Gemeinde mit dem Auszug. Geldmangel stoppte den geplanten Abriss, gleich drei Investoren scheiterten mit dem Vorhaben, das Zentrum durch Reihenhäuser zu ersetzen. 2012 erwarb die Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG) das Grundstück und beschloss die Sanierung und Erweiterung des Zentrums.

Zunächst wurden zwei Häuser mit 14 Wohnungen für Menschen in Notlagen gebaut. 2015 wurden die Gebäude fertiggestellt. Zweiter Schritt ist die Sanierung des Zentrums und der Umbau in ein Sozial- und Kulturzentrum sowie einer Kindertagesstätte. Ein 230 Quadratmeter großer Saal mit Bühne, ein Büro sowie zwei weitere, universell nutzbare Räume sind im Erdgeschoss geplant. Im Untergeschoss finden die Kita samt Außengelände sowie ein Bürgertreff mit Café ihren Platz.

Für die Sanierung schlossen sich Bürger zu einer Initiative zusammen, aus der sich der heutige Trägerverein Vokus 398 entwickelte. „Wir würden so gerne loslegen, es juckt uns in den Fingern“, sagt Goßmann.

Ja, es gibt Verzögerungen, sagt Anne Christl, Architektin bei der Beratungsstelle für Stadterneuerung und Modernisierung, die den Umbau betreut. Viel passiere dabei im Verborgenen, wie die aktuell laufende Rohinstallation für die Ausstattung des Gebäudes mit Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro. „Das muss alles komplett erneuert werden. Zudem gab es Verzögerungen aufgrund technischer Änderungen, Krankheitsfällen und der hohen Auslastung der Firmen“, sagt Christl und spricht von einer realistischen Einweihung im Herbst.

Es gebe jedoch auch positive Nachrichten, sagt sie. Die beleuchtete Rückwand sei mittlerweile fertig und erstrahle bereits, wenn es dunkel werde. „Das ist ein schönes Symbol dafür, das es wirklich voran geht.“

Bereits im Zentrum, oder besser gesagt im Anbau, dem ehemaligen Küsterhaus, ist Quartiersmanagerin Janina Korb. Auch wenn sie die ersten Kisten bereits ausgepackt hat, auch sie wird erneut umziehen – in das Hauptgebäude des Zentrums. Das sei von Anfang an so geplant gewesen.

Der Umzug vom Kleinen Zentrum in den Gerhart-Hauptmann-Ring sei erfolgt, weil die dortige Gesamtsituation keine sinnvolle Perspektive für eine Schwerpunktsetzung in der Arbeit des Quartiersmanagements mehr geboten habe, sagt Susanne Schmidt-Lüer, Sprecherin der Diakonie Frankfurt. Im neuen Zentrum seien die Bedingungen viel besser. Auch als Zwischenlösung biete das ehemalige Küsterhaus mehr Chancen für die Arbeit des Quartiersmanagements

Das ehemalige Nachbarschaftsbüro im Kleinen Zentrum stand übrigens nur wenige Tage leer, weiß Janina Korb. Die As-Salam-Moschee hat sie bezogen und nutzt sie seitdem für die Treffen ihrer Frauen.

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