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Fastnachtsumzug Klaa Paris 2019 in Heddernheim.

Heddernheim

Heddernheim: Bonbons sammeln in Klaa Paris

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Der Klaa Pariser-Fastnachtszug setzt sich am Dienstag wie geplant in Bewegung. Neu ist der Toilettenplan, der helfen soll, Hauseingänge und Vorgärten von Urin zu verschonen.

Der Fastnachtszug wird sich am heutigen Dienstag, 25. Februar, voraussichtlich wie geplant ab 14.31 Uhr durch die Gassen Heddernheims winden. Das sagte die Zuggemeinschaft Klaa Paris jedenfalls auf Nachfrage der FR am Montagabend. Bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe gab es noch keine Aufforderung der Sicherheitsbehörden, Faschingsveranstaltungen auch am Dienstag abzusagen. Nachdem ein Mann in den Faschingszug im nordhessischen Volmarsen gerast war, waren alle am Montag noch laufenden Umzüge gestoppt worden.

Die Nachricht erfreut besonders die Fastnachtsfreunde im nahgelegenen Taunus. Der große Umzug in Oberursel ist am Wochenende ausgefallen, nicht wenige haben da bange nach Heddernheim geblickt. Wenigstens dort wollen sie ausgelassen feiern und Bonbons sammeln.

Der Heddernheimer Zug hat Tradition. Etabliert hat er sich ein Jahr nach dem ersten Umzug in Mainz. Initiatoren waren zwei Handwerksburschen, die von der Wanderschaft nach Heddernheim zurückkamen, wo die erste Gemeindepumpe sollte eingeweiht werden. Die beiden hatten in Mainz den närrischen Umzug miterlebt und schlugen vor, ein nachgebautes Brunnenmodell in einem Festzug durch die Dorfstraßen zu fahren. Begleitet von maskierten Narren und fröhlicher Musik.

Auf dem Zugplan sind auch die Toilettenstandorte vermerkt.

Am Fastnachtsdienstag 1839 zog die Pumpe dann durch Heddernheim. An den Straßenecken standen Festredner, um den närrischen Magistrat und die Fassenacht zu loben. Die ganze Angelegenheit geriet zu einem Volksfest. Noch heute wird – der Tradition gemäß – ein Modell dieser Gemeindepumpe, im Dialekt liebevoll „Gemaa-Bumb“ genannt, im Fastnachtszug mitgeführt.

Die 111 Zugnummern sind Motivwagen, Tänzerinnen, Musikanten. Los geht es „In der Römerstadt“, durch Alt-Heddernheim, zur Gemaa Bump und zum Karl-Perott-Platz mit der Ehrentribüne und den Zug-Moderatoren Ebbi Ditter und Stephan Siegler. Von dort weiter durch Oranien- und Habelstraße. Drei Kilometer lang ist die gesamte Zugstrecke. Durch die engen Gassen kommt der Umzug nur, wenn alle Straßen frei von geparkten Autos sind. Spätestens um zehn Uhr müssen die Autos weg sein, die Polizei schleppt rigoros ab. Mehr Infos im Internet. 

www.zuggemeinschaft.de

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