Heddernheim

Frankfurt-Heddernheim: Freiwillige Helfer gegen Müllberge

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Rund 20 Bürger befreien den Max-Kirschner-Weg freiwillig von Müll und Unrat.

Hinter der U-Bahnhaltestelle Heddernheimer Landstraße mischen sich am Samstagnachmittag Fahrgäste mit Müllsammlern. In der prallen Sonne haben Freiwillige Greifzangen und Müllsäcke in die Hände genommen, um den Max-Kirschner-Weg von allem Unrat zu befreien, der sich dort angesammelt hat.

Ein Mülleimer am angrenzenden Wendehammer, an dem aufgrund von Bauarbeiten an der U-Bahn zur Zeit zahlreiche Busse des Schienenersatzverkehrs halten, quillt über. Was nicht mehr reingepasst hat, liegt daneben auf dem Boden.

Hamidul Khan von der Deutsch-Bengalischen Gesellschaft, die zu der Aktion aufgerufen hat, steht am Bolzplatz im Schatten und schneidet eine Wassermelone für die Helfer in handliche Stücke. Der 60-Jährige sagt: „Hier liegt immer viel Müll herum“. Eine Frau würde auf dem Fußgänger- und Radweg ab und zu alleine Abfälle einsammeln. Heute bekommt sie Unterstützung. Und es gebe einen weiteren Aspekt, den Khan bei der Aktion für nicht unerheblich hält: Die Passanten, die vorbeilaufen, würden sehen, dass sich Engagierte im Viertel nach dem achtlos weggeworfenen Müll anderer bücken. So hofft er auf ein Umdenken bei den potenziellen Müllsündern.

Elke Peglow öffnet ihren Müllsack. Darin liegen Plastik-Verpackungen, Glasflaschen und -scherben sowie Zigarettenstummel. „Einmal querbeet, was Menschen scheinbar hinter sich fallen lassen“, sagt die 56-Jährige und fügt hinzu: „Man wundert sich schon, was die Leute einfach so hinwerfen“. Tobias Balling, der seine eigene Greifzange mitgebracht hat, kommt dazu. Der 55-Jährige, der mit seinem Sohn zum Unrat sammeln gekommen ist, sagt: „Die gemeinsame Aktion macht Spaß“.

Rund 20 Ehrenamtliche sind dabei. Etwa die Hälfte von ihnen sind Kinder und Jugendliche. „Der Müll nervt“, sagt die 13-jährige Lina, die gerade die verrosteten Räder eines Kinderwagens geborgen hat, und fügt hinzu: „Es stört die Ästhetik“. Nico Kruppa findet es wichtig, dass die Umgebung, in der er lebt, sauber ist. „Wir spielen hier manchmal Fußball“, sagt der 17-Jährige und zeigt auf den Bolzplatz. Manchmal würden sie sich dort auch ins Gras legen. Dahinter, im Dickicht, haben er und seine Freunde einen alten Fahrradrahmen und weiteres, rostrotes, undefinierbares Alt-Metall gefunden.

Die meisten der Helfer wohnen in der benachbarten Siedlung und durchqueren die Verbindung häufiger auf ihrer Route zum Nordwestzentrum oder zur U-Bahn. Was Tobias Balling als Anwohner moniert, ist nicht nur die Müllproblematik, sondern auch die schlechte Beleuchtung auf dem Weg. „Selbst ich als erwachsener Mann fühle mich nicht wohl, hier in der Dunkelheit lang zu gehen“, sagt er. Außerdem habe er aus dem Gebüsch ein Päckchen gezogen, das nach Drogen ausgesehen habe. Es sei kein Geheimnis, dass Dealer den Max-Kirschner-Weg für ihre illegalen Geschäfte nutzten, so Balling.

Die Stoßstange eines Autos ist das größte Fundstück, das die fleißigen Sammler an diesem Tag aus dem Gebüsch ziehen. Dazu kommen etwa 20 Müllsäcke am Ende zusammen, die am Wendehammer der U-Bahnstation gelagert werden, damit sie das Entsorgungsunternehmen FES später abholen kann.

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