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Festbesucher haben es sich beim Eintracht-Fanclub „Gali Vögeli“ bequem gemacht.

Heddernheim

Römische Wurst und Kinderkegeln. Straßenfest in Heddernheim

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Vereine feiern zum 28. Mal ihr Straßenfest - bei größter Hitze.

Bei heißen Temperaturen am Samstagnachmittag ist noch wenig los an den Ständen des Heddernheimer Straßenfestes. Unter Pavillons, Bäumen und den Vordächern der Getränke-Wägen suchen Gäste des Festes, das der Vereinsring zum 28. Mal in der Straße Alt Heddernheim veranstaltet, Schatten. In der prallen Sonne will sich auf der Festmeile, die von der Herborner Straße bis zum Stiftsgarten reicht, kaum einer länger aufhalten. So sitzen die Frauen des Karnevalsvereins an ihrem mit bunten Regenschirmen geschmückten Stand lange alleine.

Währenddessen schallt laute Live-Musik aus dem Hof des Kinderzentrums. Dort spielt gerade eine Coverband ein buntes Potpourri aus englischen und deutschen Songs. Nebenan wirbt ein Schild mit der Aufschrift „Römische Bratwurst“. Am Stand des Vereins „Archäologisches Forum Nida“ können grobe, „lucanische“ Grillwürste getestet werden. „Das Besondere ist, es sind Pinienkerne, Kreuzkümmel und Lorbeer drin“, sagt Vereinsmitglied Antje Loos, die das römische Essen stilecht in weißer Tunika verkauft. Die Würste kämen von einem Metzger aus der Wetterau, berichtet der Vereinsvorsitzende Manfred Piehl. Neben den Würsten gibt es eine Bärlauchpaste mit Schafskäse namens „Moretum“ sowie den römischen Würzwein „Mulsum“. Ihr Verein habe die Rezepte römischen Kochbüchern entnommen, sagt Loos.

Viel Spaß in Heddernheim

Besucher Oliver Bretz hat den Wein aus Tontassen schon probiert. „Ganz interessant“ schmecke er, „ein bisschen scharf, ein bisschen süß“, berichtet der 46-Jährige. Das komme durch die Zutaten Pfeffer und Honig, erfährt er von Antje Loos. Mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen ist Bretz zu dem Fest gekommen. Sie hätten sich im Stiftsgarten gegenüber auf der Bühne bereits einen Auftritt des Käwwern-Nachwuchses – einer Mädchen-Tanzgruppe des Karnevalsvereins – angeschaut und seien am Spielplatz gewesen, wo ein Luftkissen zum Hüpfen für die Kinder aufgebaut ist. Der Heddernheimer und Vorsitzende des Siedlervereins schätzt an dem Fest, dass er viele Leute wieder treffe, die er kenne. „Selbst welche, die man 20 Jahre nicht gesehen hat“, sagt er. „Kleiner und persönlicher mit vernünftigen Preisen“ sei das Fest im Vergleich zu anderen Straßenfeiern.

Ähnlich sieht es Katharina Ritz. Die 26-Jährige steht im Hof des katholischen Pfarrhauses, wo der Verein der Kolpingfamilie Kegel und eine Art Dosenwerfen für Kinder aufgebaut hat. Mit ihrer dreijährigen Nichte Josefine kegelt die Tante eine Runde. „Ich kenne viele“, sagt die gebürtige Heddernheimerin, die mittlerweile in Offenbach lebt. „Von jedem Stand mindestens eine Person“, fügt sie hinzu. „Egal, wo du sitzt, du bist immer in einer Gemeinschaft“, sagt Ritz. Mitglied der Kolpingfamilie sei sie „schon ein Leben lang“. Und sie findet es gut, dass sich die anderen Vereine nicht nur mit Essensständen, sondern auch mit Vorführungen beteiligen.

„So hautnah kommt man an die Vereine sonst nicht heran“, sagt Ritz. Ihre Nichte finde das Fest „schön“, sagt Josefine, wenn auch „ein bisschen warm“. Da ist sie sicher nicht die Einzige, die so empfindet.

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