Statt Ansprachen wird es Videos im Internet geben, sagt der Chef der Zuggemeinschaft, Ulrich Fergenbauer.
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Statt Ansprachen wird es Videos im Internet geben, sagt der Chef der Zuggemeinschaft, Ulrich Fergenbauer.

Pandemie

„Die Fastnacht ist nicht tot“

  • vonJudith Dietermann
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Ulrich Fergenbauer von der Heddernheimer Zuggemeinschaft über den 11.11. in Klaa Paris. Trotz Corona-Pandemie wollen die Narren zu Beginn der fünften Jahreszeit an der Gemaa Bump böllern.

Am 11.11. um 19.11 Uhr wird an der Gemaa Bump in Klaa Paris traditionell die Fastnacht eröffnet. Wegen der Corona-Pandemie ist in diesem Jahr aber alles anders, auch in Frankfurts heimlicher Fastnachtshochburg, wurde der Zug bereits abgesagt. Warum die Narren trotzdem nicht auf alle Traditionen verzichten müssen und was die Zuggemeinschaft sich hat einfallen lassen, darüber sprach deren Vorsitzender Ulrich Fergenbauer (47) mit Redakteurin Judith Dietermann.

Herr Fergenbauer, am Mittwochabend sollten eigentlich elf Böllerschüsse die Klaa Pariser Fastnacht einläuten. Auch in diesem Jahr?

Ja, auch in diesem Jahr sind die elf Kanonenböller wieder zu hören. Aber nachdem wir auch bereits den Zug abgesagt haben, fällt wegen des Versammlungsverbotes die offizielle Eröffnung mit Publikum an der Gemaa Bump ins Wasser. Wir konnten aber erreichen, dass wenigstens die elf Schüsse in Klaa Paris zu hören sein werden. Dazu werden sich die Kanoniere alleine an der Gemaa Bump treffen um exakt um 19:11 Uhr die Kampagne 2020/2021 ,anzuschießen‘.

Die Zuggemeinschaft hat sich aber doch bestimmt noch etwas anderes einfallen lassen.?

Ja. Es wird eben nur keine Ansprache auf der Straße stattfinden. Dafür aber im Internet und den sozialen Medien.

Wie wird das aussehen?

All diejenigen, die bei der Eröffnung etwas gesagt hätten, nehmen Videoclips auf, die dann zu einem Filmchen zusammengeschnitten werden, der auf der Homepage eingestellt und auf Facebook angekündigt werden soll. Man sollte am Mittwoch also regelmäßig dort vorbeischauen.

Wer ist dabei?

Der Fastnachter und der Anti-Fastnachter, natürlich der Statthalter und ich als Vorsitzender der Zuggemeinschaft Klaa Paris.

Und die elf Böllerschüsse aus der Kanone?

Ja, die wird es wie gesagt als Zeichen für Klaa Paris am Abend an der Gemaa Bump geben, aber das ist das Einzige, was zu sehen und vor allem zu hören sein wird.

Wird es denn trotz der besonderen Umstände in diesem Jahr ein Motto geben?

Ja, das wird aber erst im Video verraten. Es wird wie immer auch einen Zug-Pin geben, den wir verkaufen. Sozusagen einen Corona-Pin. Der fällt etwas größer und mit vier Euro auch etwas teurer aus. Aber er ist nur in einer sehr kleineren Stückzahl, normalerweise gibt es um die 2000 Pins, produziert. Somit ist er etwas Besonderes und eine Erinnerung an diese spezielle Zeit. Erhältlich sein wird er über die Homepage www.zuggemeinschaft.de.

Der Fastnachtszug fällt aus, ebenso wie die Veranstaltungen der Vereine. Auf welche liebgewonnenen Traditionen müssen die Narren noch verzichten?

Es wird in diesem Jahr kein Lachröschen und keinen Ehrenbürger geben. Das wäre den neuen Amtsinhabern nicht fair gegenüber gewesen. Sie sollten nur in einer Kampagne gekürt werden, in der auch gefeiert werden kann.

Das alles bedeutet viel Verzicht für die Fastnachter, wie ist denn die Stimmung in Klaa Paris?

Die Menschen sind ein bisschen geknickt, auch wenn sie freilich wissen, dass die Einschränkungen nötig sind. Deswegen hat jeder Verständnis dafür. Bei Gesprächen hört man heraus, wie traurig sie sind. Deswegen haben wir uns für die virtuelle Eröffnung entschieden, um zu zeigen: Die Fastnacht ist nicht tot. Übrigens plant auch der Große Rat, mit dem wir im ständigen Austausch stehen, etwas für den 11. November.

So schlimm die Situation derzeit auch ist, gewinnen Sie ihr auch etwas Positives ab?

Ja, weil wir sehen, auf welchen Wegen wir uns als Zuggemeinschaft noch präsentieren können. Es gibt so viele verschiedene mediale Möglichkeiten, die wir nutzen können und sollten. Das wird in der Zukunft ohnehin eine immer größere Rolle spielen. Durch diese Zeit haben wir viel darüber gelernt, was alles möglich ist. Und das ist gut so.

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