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Haxen-Reichert schließt Laden

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Von: Holger Vonhof

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Bald ist Schluss bei „Haxen-Reichert“ nahe der Fußgängerzone.
Bald ist Schluss bei „Haxen-Reichert“ nahe der Fußgängerzone. Rainer Rüffer © Rainer Rüffer

21. Januar letzter Verkaufstag in Höchst. Künftig will sich die Firma auf das Catering-Geschäft konzentrieren

Die Beschäftigten aus dem Laden haben die Kündigung erhalten, Samstag der 21. Januar wird der letzte Öffnungstag sein: Thomas Reichert, Obermeister der Fleischer-Innung Frankfurt- Darmstadt-Offenbach, ausgezeichnet mit der Verdienst- und Ehrennadel des Fleischerverbandes Hessen, sperrt nach gut 25 Jahren auf der Königsteiner Straße in Höchst endgültig zu.

Der Grund: „Geschäftsmodelle sind einem Wandel unterworfen“, sagt er. Ein Fleischerei-Fachbetrieb wie der seine rechne sich „in einem solchen städtischen Konglomerat“ wie der Fußgängerzone nicht mehr. Und er sagt: „Ich bin dankbar für 20 gute Jahre auf dieser Straße; die Veränderungen sind soziodemographisch geprägt.“ Das heißt: Es gibt nicht mehr genügend Kundschaft, die bei Fleisch und Wurst nicht nur auf „billig, billig“ schaut. Die vergangenen fünf Jahre seien weniger gut gewesen; die klassische Metzgerei habe sich an dieser Stelle „überlebt“.

Maden-Vorfall hat Anteil

Ja, der Vorfall mit dem Veterinäramt im vergangenen Sommer habe auch seinen Anteil. Damals hatte das Amt in Reicherts Lagerräumen an der Brüningstraße mit Maden verdorbenes Edel-Rindfleisch sichergestellt. Das „dry aged beef“, eine Delikatesse, sei offenbar durch eine unterbrochene Kühlkette mit Fliegenlarven verunreinigt worden. „Das hat die Entscheidung beschleunigt“, sagt Reichert, „ist aber letztlich nicht ausschlaggebend gewesen.“ Vieles, was sein Handwerk ausmache, sei angesichts der Auflagen nicht mehr zu leisten. Reichert hat seit Jahrzehnten dezentrale Schlachthöfe und damit kürzere Transportwege befürwortet.

Mit der Schließung des Ladengeschäfts komme aber für die 1935 von seinem Großvater gegründete Firma Haxen-Reichert keinesfalls das Aus. „Ich habe schon seit geraumer Zeit 50 Prozent meines Umsatzes über Catering und Events generiert“, sagt Thomas Reichert. Dieses Geschäftsfeld werde ebenso weitergeführt wie die Steak-Kurse im Hof der Wurstküche an der Brüningstraße. Zum 31. März sei die Anmietung des Ladens auf der Kö beendet, aber der Standort in der Brüningstraße bleibe erhalten. „Ich gehe Höchst nicht verloren.“

Die Schließung sei kein Ende, sondern ein Neuanfang. „Geschäfte sind kein Selbstzweck. Wenn man kein Geld mehr verdient, hört man auf.“ Mit dem Partyservice habe er Anfang der 80er Jahre begonnen, noch vor dem Laden auf der Kö. Nach Eröffnung des neuen Geschäfts hatte Thomas Reichert schon den Laden an der Brüningstraße geschlossen. Auch er hatte sich wegen eines Strukturwandels nicht mehr gelohnt: Die Frühstücksklientel aus der „Rotfabrik“ war nach Aufspaltung der Hoechst AG weggeblieben. Das Geschäft auf der Fußgängerzone wolle er „mit wehender Fahne zumachen und nicht, wenn der Insolvenzverwalter kommt“.

Sechzig ist er jetzt, aber an Ruhestand denke er nicht: „Ich habe noch Lust, und mein berufliches Leben geht in eine neue Phase.“ Er habe sich schon immer „alle zehn oder zwanzig Jahre neu erfinden müssen“.

Mit der Schließung hat er nun sieben Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen entlassen müssen: drei Vollzeitkräfte, eine 30-Stunden-Kraft und drei Putzfrauen. Er habe ihnen aber Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle angeboten, und seiner Ansicht nach dürfte das keine Probleme bereiten: Einige Kollegen hätten sich schon erkundigt. „Die Leute sind in unserer Branche gefragt; die kommen unter.“

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