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Ortsvorsteherin Michaela Will (SPD) an der Gaugrafenstraße, wo ein neues Gewerbegebiet entsteht. 

Frankfurt-West

Zwischen Verkehrsberuhigung und neuen Gewerbegebieten

Ortsvorsteherin Michaela Will über Pläne und Herausforderungen für den Ortsbeirat 7 im neuen Jahr.

Frau Will, Eltern rund um den Biedenkopfer Weg in Rödelheim haben sich im Laufe des Jahres für eine Verkehrsberuhigung eingesetzt. Sie fürchten um die Sicherheit der Kinder, die die Brentanoschule besuchen. Es gab einen Ortstermin, um Ideen für eine Verkehrsberuhigung auf den Weg zu bringen. Doch bisher hat sich nichts getan. Was wird der Ortsbeirat nun tun?

Über die Feiertage wollen sich die Fraktionen beraten. Voraussichtlich wird es in der Januar-Sitzung noch mal einen Antrag dazu geben. Ohne dem Votum vorgreifen zu wollen, war eine Tendenz für eine partielle Verkehrsberuhigung erkennbar.

Eltern und Lehrer fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Was ist genau schief gelaufen?

Das Thema wurde nicht richtig kommuniziert. So wurde unter anderem in den Niederschriften vom Ortstermin, die an die Teilnehmer gingen, Termini verwendet, die den Bürgern suggeriert haben, die Vorschläge seien beschlossen und die Verkehrsberuhigung werde umgesetzt. Dem ist aber nicht so. Derzeit gibt es keine Mehrheit dafür.

Ortsbeiräte sind für viele Bürger oft die erste Anlaufstelle, wenn sie Kontakt zu politisch Verantwortlichen in der Stadt suchen. Was ziehen Sie für sich für Schlüsse, damit sich Bürger besser informiert fühlen?

Wir müssen besser kommunizieren, bei manchen Punkten stärker auf die Abläufe hinweisen und Grenzen unserer Befugnisse aufzeigen.

Schauen wir zur Gaugrafenstraße. Dort entsteht ein neues Gewerbegebiet. Die Ortsbeiräte 6 und 7 fürchten ein Verkehrschaos. Zudem kritisieren sie die Vorschläge der Stadt, in einem Teilstück der Westerbachstraße die Fahrbahn zu erweitern. Wie sind hier Ihre nächsten Schritte?

Inzwischen gibt es Magistratsberichte und eine Machbarkeitsstudie, wonach geprüft wird, inwieweit die Westerbachstraße an eine Autobahn angeschlossen werden könnte, was wir klar präferieren.

Seit Jahren fordert der Ortsbeirat die Stadt auf, das ehemalige Gemeindehaus in Westhausen zu kaufen, um in der Siedlung wieder einen Treff für Bürger und Vereine zu haben. Was können Sie 2020 tun, damit es vorangeht?

Zur Person

Michaela Will(SPD) ist die Vorsteherin für den Ortsbeirat 7. Die 55-jährige Juristin lebt im Stadtteil Hausen. Stellvertreter ist Veljko Vuksanovic (CDU).

Im Ortsbeirat 7stellt die SPD mit fünf Mitgliedern die stärkste Fraktion, gefolgt von CDU (4), Bündnis 90/Die Grünen (3), FDP (2), Farbechte/Die Linke (2), BFF (1) sowie die fraktionslosen Rosemarie Lämmer und André Leitzbach.

Zum Ortsbezirkgehören Rödelheim, Praunheim, Hausen, Westhausen und Industriehof. Im 7er leben knapp 40.780 Menschen. Der Ortsbezirk ist 1095,3 Hektar groß.

Die nächste Sitzungdes Ortsbeirats 7 ist am Dienstag, 21. Januar 2020. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Landesfachschule des Kfz-Gewerbes Hessen (Heerstraße 149, Aula, Eingang C 1). the

Auf Nachfrage haben wir erfahren, dass die Stadt mit dem Evangelischen Regionalverband in Erwerbsverhandlungen steht. Angesichts recht hoher Preisvorstellungen gibt es bisher kein Ergebnis. Die Idee ist, dort eine Kindertagesstätte einzurichten und einen Raum für öffentlichen Gemeinbedarf einzuplanen. Das müssen wir abwarten. Kauft aber ein Dritter das Areal, wird es mit der Umsetzung sicher schwierig.

In Praunheim hatten viele Bürger gehofft, dass die Praunheimer Werkstätten ein Kulturzentrum werden. Die Realisierung verschiebt sich, da die Werkstätten länger als geplant als Flüchtlingsunterkunft dienen. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Wir bedauern, dass die Zwänge der Stadt, weiterhin Flüchtlingsunterkünfte stellen zu müssen, zu dieser Entscheidung geführt haben. Denn die Enttäuschung, dass die Umsetzung der Ergebnisse der Planungswerkstatt weiter aufgeschoben wird, war sehr groß; wobei hier nicht die engagierte Arbeit in der Einrichtung in Frage gestellt wird.

Stattdessen erhielt der Ortsbeirat kurz vor Weihnachten eine gute Nachricht: Anfang 2020 eröffnet am Brentanobad ein Sport- und Freizeitzentrum. Was bedeutet diese neue Einrichtung aus Ihrer Sicht für den Ortsbezirk?

Im Ortsbezirk wird viel Jugendarbeit geleistet. Der Bedarf ist hoch. Insofern ergänzt die neue Einrichtung das bewegungsorientierte Angebot des Sportjugendhauses in Rödelheim zur Gewaltprävention. Wir sind gespannt, wie sich das vor Ort einfügt.

Sehr ruhig ist es indes in der Assenheimer Straße geworden. Dort gibt es seit Jahren eine „Baustelle“, die ruht, aber den Gehweg sperrt. Was wird der Ortsbeirat hier unternehmen?

Wir haben erneut eine Anfrage gestellt. Das Problem wird auch innerhalb der Ämter angegangen. Ich hoffe, dass wir zeitnah eine Antwort erhalten und die Bauaufsicht aktiv wird.

Welche Themen werden den Ortsbeirat in nächster Zeit vor allem beschäftigen?

Uns wird ab 2020 die Planung der „kleineren Josefstadt“, also der neue Stadtteil östlich der A5 und westlich von Praunheim, beschäftigen. Damit zusammen hängen vernünftige Verkehrskonzepte, die für die vorhandene Bebauung verträglich sein müssen, sowie der Ausbau einer entsprechenden Infrastruktur.

Interview: Sonja Thelen

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