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Die junge Sportlerin arbeitet an der Kontrolle über sich und das Holzschwert. 

Frankfurt-Hausen

Der Weg der Samurai in Hausen

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Japanische Internationale Schule bietet Probetraining für Schwertkunst an. Katori Shinto ist Mischung aus Meditation und Sport.

Wer schon immer nachempfinden wollte, wie sich ein Samurai, ein japanischer Krieger, auf die Schlacht vorbereitet hat, bekommt in der Japanischen Internationalen Schule in Hausen die Gelegenheit dazu. Am Mittwoch, 5., und Mittwoch, 12. Februar, finden dort Probetrainings statt, in dem der erfahrene Kampfkunst-Lehrer Matthias Stettler in die Kampfkunst der Katori Shinto-Schule einführt.

Diese Schule ist die älteste, noch erhaltene japanische Kampfkunstschule, aus der sich später Kampfkünste wie das populärere Kendo entwickelten. Katori Shinto dagegen stammt aus dem 15. Jahrhundert, eine Zeit, in der Japan zwischen den Machtkämpfen der verschiedenen Fürsten zerrissen war. Mittendrin in den blutigen Kämpfen, die Samurai und ihre berühmten Kampfkünste.

„Es ist die einzige japanische Schwertkunst, die tatsächlich kampferprobt ist“, erzählt Matthias Stelter mit einem gewissen Stolz. Allerdings gehe Katori Shinto über den reinen Kampf hinaus. „Schwert und Meditation haben denselben Geschmack“, gibt Stettler eine japanische Weisheit wieder.

Probetraining

Ein SchnupperstündchenSchwertkampf bietet die Schule an am 5. und 12. Februar (beides Mittwoch) von 19 bis 20 Uhr in der Japanischen Internationalen Schule Frankfurt, Langweidenstraße 8-12, in Hausen.

Das Angebotrichtet sich an Jugendliche ab zwölf Jahren und an Erwachsene. Vorkenntnisse nicht nötig. jbe

Anmeldungist möglich unter jap.kuenste@gmail.com

Die Übung mit dem Schwert ist Meditation in der Bewegung. Somit sei die Schwertkunst auch in einer modernen Welt noch sinnvoll. „Die Relevanz der Kampfkunst ist auch heute noch gegeben. Es ist Körper- und Bewusstseinstraining mit dem Schwert. Man beschäftigt sich mit sich selbst, schult das Körperbewusstsein, korrigiert die Körperhaltung. Das ist nichts Exotisches, das ist etwas, was in jeder Kultur und Gesellschaft sinnvoll ist“, betont Stettler.

Der 57-jährige Trainer weiß, wovon er spricht, ließ er sich doch selbst 20 Jahre lang in Japan ausbilden. „Mich hat die Kultur, das Wissen fasziniert. Ich bin nach Japan gegangen, um zu lernen“, erzählt Stettler. „Jetzt möchte ich das Erlernte hier weitergeben.“

Neben all der Kampfkunst ist er auch Dozent für traditionelle japanische Künste. Dabei beschäftigt er sich mit japanischer Teekunst, Tanz oder der traditionellen Heilkunst. Mittlerweile hält er Vorträge und gibt Workshops in ganz Deutschland. Er ist überzeugt davon, dass diese Künste jedem Menschen auf allen Lebenswegen helfen können, wenn man sich denn darauf einlässt.

Wer dies tut, erlernt in der Katori Shinto-Schule den Umgang mit Schwert, Langstock und Hellebarde, sowie das Schwertziehen, also das schnelle und fließende Zücken der Waffe aus jeder Position. Zunächst muss jeder Samurai jedoch klein anfangen. „Wir trainieren zunächst mit dem Schwert“, erläutert Stettler. Dabei wird mit Holzschwertern, aber, anders als im Kendo beispielsweise, ohne Rüstung trainiert.

„Unsere erste Priorität ist Kontrolle, über uns und das Schwert.“ Besondere Voraussetzungen braucht das Training nicht, auch die Proben sind explizit an jeden gerichtet. Das Erlernen der Kampfkunst ist allerdings ein langwieriger Prozess, auf den man sich einlassen muss. „Dann hat man aber auch eine Menge Spaß dabei“, versichert Stettler.

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