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Neubaupläne für die Kerschensteinerschule

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Von: Judith Dietermann

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Die Kinder der Hausener Grundschule Am Spritzenhaus 2 legen ein Grünes Klassenzimmer an, bis es mehr Platz im Gebäude gibt.
Die Kinder der Hausener Grundschule Am Spritzenhaus 2 legen ein Grünes Klassenzimmer an, bis es mehr Platz im Gebäude gibt. © christoph boeckheler*

Die Kerschensteinerschule in Hausen soll bis 2028 einen Neubau erhalten. Das hat Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) im Ortsbeirat angekündigt. Voraussetzung ist aber, dass die Stadt Stadt rechtzeitig ein Ausweichquartier für die Grundschule findet.

Es waren nicht die erhofften Nachrichten, die Sylvia Weber (SPD) in die Sitzung des Ortsbeirates 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) am Dienstagabend mitgebracht hatte. Denn die Bau- und Bildungsdezernentin konnte keinen Standort nennen, an den die unter akuter Raumnot leidende Kerschensteinerschule während Neubau und Sanierung ausgelagert wird. Drei Standorte, alle nicht mehr als 300 Meter von der Grundschule in der Straße Am Spritzenhaus 2 entfernt, würden derzeit intensiv geprüft. „Bis Ende des Jahres haben wir einen Ausweichstandort. Das verspreche ich Ihnen“, sagte Weber. Denn: Ohne Ausweichquartier kann nicht gebaut werden.

Kurz vor dem Abschluss stehen die Entwurfsplanungen, die dem Ortsbeirat präsentiert wurden. 38,5 Millionen Euro sind für Neubau und Sanierung geplant. Eingestellt werden sollen die Mittel in den Haushalt 2023. Demnach soll das Hauptgebäude als stadtteilprägendes Element erhalten bleiben, alle anderen Bauten müssen weichen.

In der Mitte des Areals ist die, zur Hälfte in den Boden eingegrabene, Turnhalle geplant. So kann das Dach als zusätzliche Schulhoffläche genutzt werden. „Der Platz ist sehr knapp, da müssen wir jeden Zentimeter nutzen“, erklärte Eva Hanf-Dressler, Projektleiterin beim Amt für Bau und Immobilien. Der Altbau wird derweil behutsam saniert und bis ins zweite Obergeschoss barrierefrei. Der Schulgarten bleibt und wird sogar noch ein Stück erweitert.

Ende des Jahres, so Weber, soll die Bau- und Finanzierungsvorlage fertig, im Frühjahr hoffentlich verabschiedet werden. Ausgelagert werden soll die Schule 2024 und ein Jahr später mit dem Bau begonnen werden. Im Frühjahr 2028 könnte sie dann bezogen werden.

Zeitangaben, die bei der Schulgemeinde für Kopfschütteln sorgten. Ebenso die Pläne. „Die unterschieden sich nicht wirklich von denen, die uns vor dreieinhalb Jahren präsentiert wurden. 2028? Das muss doch schneller gehen“, sagte Sabine Dziallas vom Förderkreis der Schule. Andere Eltern, die sich seit vielen Jahren für den Neubau einsetzen, zeigten sich enttäuscht, da ihre Kinder den Neubau wohl nicht mehr erleben. Stefanie Runge, Vorsitzende des Fördervereins, kritisierte die schleppende Kommunikation.

Die versprach Sylvia Weber zu verbessern. Wie über Arbeitsgemeinschaften oder Gespräche mit der Schulleitung, die es bereits gegeben habe. „Wir wollen alle Beteiligten ins Boot holen“, sagte sie. Schnell wachsende Schülerzahlen und die dringend benötige Erhöhung der Drei- auf Vierzügigkeit hätten dazu geführt, dass der Neubau in weitere Ferne rückte. „Die Planungen mussten neu gemacht werden. Wir wissen, dass dies die Geduld strapaziert“, so Weber.

Dreh- und Angelpunkt sei das fehlende Ausweichgelände. Mindestens 3000 Quadratmeter groß und bebaubar müsse dies sein, um die Schule auszulagern. Zudem sollte es nicht im Grüngürtel oder Landschaftsschutzgebiet liegen. Die Erweiterungsfläche für den Friedhof Westhausen werde es nicht. „Noch mehr Schulverkehr wollten wir der Siedlung nicht zumuten“, so Weber.

Dass noch kein Grundstück feststeht, bereitet Schulleiterin Kornelia Girg Kopfschmerzen. „Ich hatte gehofft, dass sie uns dieses heute präsentieren. Die Planungen für die neue Schule sind toll. Aber der wichtigste Punkt fehlt“, sagte sie. Allerdings sei man jahrelang nicht davon ausgegangen, dass man ein Provisorium braucht, sagte Hans-Jürgen Sasse (SPD). „Es ist stets von einer Sanierung ausgegangen worden, das wäre auch im Bestand möglich gewesen“. Für ihn ist der Neubau ein Gewinn für den Stadtteil.

„Erschüttert über den Zeitplan“ zeigte sich derweil Britta Schulte-Hahn (Grüne). Sie schlug vor, möglichst viele Schritte parallel laufen zu lassen. „Die Ämter müssen das Gaspedal finden“, sagte sie. Versprechen, so Sylvia Weber, könne sie das nicht. Man werde es aber versuchen. Versprechen könne sie nur, dass sie Ende des Jahres im Ortsbeirat ein Ausweichquartier präsentieren werde. „Wir nehmen sie da beim Wort“, sagte Ortsvorsteher Johannes Lauterwald (Grüne).

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