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Neubau der Brücke verzögert sich

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Von: Judith Dietermann

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Das fast 100 Jahre alte Bauwerk an der Hausener Obergasse muss ersetzt werden.
Das fast 100 Jahre alte Bauwerk an der Hausener Obergasse muss ersetzt werden. © Oscar Unger

Stadt kann Niddabrücke erst im kommenden Jahr fertigstellen. Die Einbahnstraßenregelung bleibt weiter bestehen.

Wer mit dem Rad oder zu Fuß über die Nidda in der Hausener Obergasse will, muss sich umstellen. Denn der schmale Steg führt nun nicht mehr rechts, sondern links neben der Brücke ans andere Ufer. Hintergrund der Versetzung ist der Neubau des Überwegs für den Autoverkehr.

Denn das Bauwerk von 1928 ist in einem so schlechten Zustand, dass es weichen muss. Darüber hatte das Amt für Straßenbau- und Erschließung vor einem Jahr informiert und im August die Baustelle eingerichtet. Voraussichtlich im April werde die Brücke verschwinden, teilte Michaela Kraft, Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung, mit. Zunächst werde der Beton und Asphalt zurückgebaut. Anschließend werde der Stahlüberbau mit einem Autokran herausgehoben, dann die alten Widerlager rückgebaut.

Während der Autoverkehr umgeleitet wird, sollen Fußgänger:innen und Radfahrer:innen während der Bauzeit weiter trockenen Fußes über die Nidda kommen. Möglich mache dies die bereits erfolgte Versetzung der Brücke, so Kraft. „Diese bleibt geöffnet, bis die neue Brücke fertig ist. Danach wird sie zurückgebaut.“ Dies wird allerdings nicht – wie ursprünglich angedacht – bereits im Juli der Fall sein. Denn es kam zu Verzögerungen. Realistisch sei nun eine Fertigstellung im Frühjahr 2023, sagt die Amtsleiterin.

Dieser zeitliche Verzug sei quasi die Summe mehrerer Umstände. So sei im Untergrund eine Mauer gefunden worden, die zunächst entfernt werden musste, damit die Netzdienste Rhein-Main ihre Arbeiten fortsetzen konnten. Kommt es bei solch einem Projekt zu Verzögerungen, wirkt sich das auch auf die weiteren Schritte aus. „Können die am Bau beteiligten Firmen, die ihre personellen Kapazitäten sehr genau an dem vorgesehen Bauablauf ausrichten, nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt starten, müssen sie ihr Personal neu kalkulieren. Was sich ebenfalls nachteilig auf das Baugeschehen auswirken kann“, erklärt Kraft. Ebenfalls zu Verzögerungen geführt hätte die Pandemie.

Mittlerweile hätten die Netzdienste die Trassen umgelegt. Jetzt werde die weitere Logistik und die Ausführungsplanung vorangetrieben. „Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten im April weitergeführt werden können.“

Zehn Meter breit und 31 Meter lang wird die neue Brücke sein. Und damit deutlich breiter als ihre Vorgängerin. Weshalb auch der Fußgängersteg abgebrochen wurde und sich nun Rad- und Autoverkehr die Fläche teilen. Fußgänger:innen bekommen auf jeder Seite einen zwei Meter breiten Gehweg. Für die Radler:innen, die von Hausen in Richtung Rödelheim unterwegs sind, wird eine gesicherte Trasse von rund zwei Metern Breite geschaffen. Mit baulichen Schutzelemente soll diese vom restlichen Teil der Fahrbahn getrennt werden.

Damit werde klar verdeutlich, dass nur dem Radverkehr der Zweirichtungsverkehr eingeräumt werde, hatte der Magistrat in einer Stellungnahme erklärt, nachdem der zuständige Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) mehr Platz und Sicherheit für Radfahrer:innen gefordert hatte. Damit wird aber auch klar: Die neue Hausener Brücke bleibt für den motorisierten Verkehr Einbahnstraße. Befahren werden kann sie weiterhin nur von Rödelheim nach Hausen.

Die Kosten sind derweil bei 1,7 Millionen Euro angesetzt. Ob es dabei bleibt, könne erst nach Abschluss des Bauprojektes gesagt werden, sagt Kraft.

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