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Das Freibad Hausen wird zum Ausweichquartier während der Sanierung des Rebstockbads.

Freibad Hausen

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Das Freibad Hausen soll als beheiztes Bad mit einer Traglufthalle als Ersatz für das Rebstockbad dienen.

Es geht beschaulich zu an diesem sonnigem Vormittag im Freibad Hausen. Ein Dutzend Stammgäste trotzt den eher kühlen Außentemperaturen und zieht seine Bahnen im einzigen Frankfurter Freibad, das jetzt Ende September noch aufhat. Das ebenfalls beheizte Riedbad in Bergen-Enkheim hat als Freibad in diesem Jahr schon ausgedient, weil es mit einer Traglufthalle winterfest gemacht wurde. Genau dieses Schicksal wird ab Herbst 2019 auch das Freibad in Hausen ereilen. Denn während das Rebstockbad abgerissen und neu gebaut wird, soll das Freibad Hausen für 30 Schulen und 17 Vereine als winterliche Ersatzwasserfläche dienen.

Betriebsleiterin Anette Hamel ist davon nicht wirklich begeistert: „Das Flair des Bads wird darunter leiden.“ Denn neben der etwa 50 mal 57 Meter großen Traglufthalle werden auch zusätzliche Container für Umkleiden, Duschen und ein beheizter Gang notwendig sein. Denn das Freibad Hausen ist eigentlich, wie der Chef der Frankfurter Bäderbetriebe Frank Müller bei einem Ortstermin einräumt, „als Sommerbad konzipiert“. Bei Minustemperaturen soll sich aber niemand quasi im Freien umziehen müssen.

Halle für alle Badegäste

Während die Traglufthalle nur für den Winterbetrieb stehen soll, könnte es passieren, dass die Umkleidecontainer aus Kostengründen auch den Sommer über stehen bleiben. Die sogenannte Liegewiese 1 würde dadurch im Sommer erheblich eingeschränkt. Der Freibadbetrieb insgesamt muss auch eingeschränkt werden, das traditionelle Anschwimmen am Karfreitag, vor allem bei den Stammgästen beliebt, wird für mindestens drei Jahre deutlich später stattfinden. Statt Anfang April eher Mitte Mai, so steht es zumindest in der Machbarkeitsstudie des beauftragten Architektenbüros. „Die Lösung fordert hohe Kompromissbereitschaft von der Nutzern ein“, gesteht Müller.

Es ist aber auch kein leichtes Unterfangen, für Frankfurts größtes und meistbesuchtes Schwimmbad einen Ersatz zu finden. Andere Lösungen wie etwas das Errichten eines temporären Ausweichschwimmbads hatten die Bäderbetriebe als zu teuer oder nicht umsetzbar verworfen. Die jetzt favorisierte Lösung hat den Vorteil, dass die Bäderbetriebe damit im Riedbad schon Erfahrung gesammelt haben. Zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro lässt sich die Stadt die Lösung kosten. Je nachdem, ob die Traglufthalle gemietet oder gekauft wird. Es würde fast Sinn machen eine solche Halle zu kaufen, aber nach der Überbrückungszeit haben die Bäderbetriebe dafür keine Verwendung mehr. Eine Dauerlösung in den Wintermonaten soll die Traglufthalle auch nicht werden. „Wegen des Grüngürtels bekommen wir hier kein Dauerbaurecht“, so Müller. Apropos Grüngürtel: Der ein oder andere Baum, der zu nahe am Beckenrand steht, dürfte für die Errichtung der Traglufthalle fallen müssen.

Im Winter 2019/2020 soll die Traglufthalle im Probebetrieb getestet werden, wirklich notwendig wird sie dann aber erst für die folgende Wintersaison. Gut möglich, dass die Traglufthalle länger als für drei Winter aufgebaut werden muss. Denn die Eröffnung des neuen Rebstockbads ist frühestens im Herbst 2024 geplant. Etwas Positives für die Stammgäste im Hausener Freibad gibt es aber: Die Traglufthalle soll nicht nur für Schulen und Vereine, sondern auch für die Öffentlichkeit nutzbar sein. Somit kann dann im Freibad Hausen das ganze Jahr über durchgeschwommen werden, auch wenn das Anschwimmen zur Freibadsaison dann vielleicht weniger Spaß macht.

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