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Mehr Leben für den alten Ortskern in Hausen

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Von: Judith Dietermann

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Die Initative „Workshop Hausen“ beschäftigt sich mit der Stadtentwicklung von Hausen. Dazu gehören Ingo Tekaat und Georg Weigel (rechts).
Die Initative „Workshop Hausen“ beschäftigt sich mit der Stadtentwicklung von Hausen. Dazu gehören Ingo Tekaat und Georg Weigel (rechts). © Sauda

Eine Bürgerinitiative will der Verödung von Alt-Hausen entgegenwirken. So haben die Mitglieder bereits ein Café eröffnet und Rundgänge durch den Stadtteil organisiert.

In der Straße Alt-Hausen „wird oft zu schnell gefahren“, sagt Ingo Tekaat. Der Architekt sitzt auf einer Palette vor dem Cafe „The daily Coffee Kitchen and Bakery“. Direkt gegenüber des seit knapp einem Jahr geschlossenen Hausener Dorfkrugs. Dass er dort sitzen und einen Kaffee trinken kann, dafür hat sich Tekaat mit der Interessengemeinschaft „Workshop Hausen“, deren Mitbegründer er ist, erfolgreich eingesetzt.

„Wir wollten, dass auch nach den wegen der Corona-Pandemie erlaubten sechs Monate Außengastronomie, das Angebot weiter bestehen bleibt. Denn es ist das einzige Cafe in Hausen“, erläutert Tekaat. Ein Parkplatz musste für die Möbel weichen, Beschwerden habe es aber nicht gegeben. Wenn nur die zu schnell fahrenden Autos nicht wären, sagt Tekaat, weshalb er und seine Mitstreiter noch mehr im Stadtteil bewegen möchten, um ihn lebenswerter zu machen.

Denn eigentlich, fügt Georg Weigel hinzu, sei der Stadtteil das auch. Er und Tekaat haben sich im Cafe beim Brötchenkauf kennengelernt. Daraus ist eine Freundschaft entstanden. Es waren stets die gleichen Fragen, die sich Tekaat und Weigel in den gemeinsamen Gespräche stellten. Denn Hausen, sagen sie, stecke voller Widrigkeiten.

So entwickelten sie „Die Rätsel von Hausen“. Mit Fragen, wo die Hausener Mühle stand, wo es im Stadtteil zum Wasser geht, wo sich Hausens Mitte befindet und wem die Straße Alt-Hausen gehört. Gesammelt haben sie die Rätsel auf ihrer Internetseite www.zuhausen.net, im Sommer gab es dazu einen Rundgang mit mehr als 100 Bürgerinnen und Bürgern. „Das zeigt uns, dass die von uns angestoßenen Themen interessieren“, sagt Tekaat, der seit zehn Jahren im Stadtteil lebt.

Trotz der Verödung des Dorfkerns – nach der Schließung des Dorfkrugs und der Sparkasse gibt es dort nur noch das Cafe, einen Supermarkt und Friseur – verfüge Hausen über viele städtebauliche Entwicklungspotentiale. „Sie müssen nur erkannt und genutzt werden“, sagt der Architekt. Viel Wert legt die Initiative, die derzeit aus rund zwölf Engagierten besteht, auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Ortsbeirat. „Nur gemeinsam können wir etwas verändern“, sagt Georg Weigel, der seit drei Jahren in Hausen wohnt.

Mehrere Vorschläge sind bereits zusammen gekommen. Wie das Areal des alten Friedhofes umzugestalten und die kaputte Mauer zu sanieren. Dort könnte ein Spielplatz angelegt werden, denn ein solcher fehle im alten Dorfkern. Die Straße Alt-Hausen sollte mehr Aufenthaltsqualität bieten, etwa mit Bäumen und Sitzmöglichkeiten, denn daran mangele es ohnehin.

„Es sind oft kleine Dinge, mit denen man etwas bewegen kann“, sagt Ingo Tekaat.

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