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Die guten Geister am Eingang: Andreas Klose, Birgit Becker, Abdel Illah Habibou und Derya Aksit (von links).

Hausen

Hausen: Vermittler für die Mieter an der Langweidenstraße

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Die Nassauische Heimstätte bietet an der Langweidenstraße einen Concierge-Dienst an. Der ist Ansprechpartner und oftmals Helfer in der Not.

Es kommt vor, dass sich Mieter in ihrem Haus nicht immer wohl fühlen. Mal ist es nicht sauber, mal nicht sicher. In der Langweidenstraße 32 versucht die Nassauische Heimstätte, den Bewohnern einen neues Gefühl zu vermitteln. Erreicht werden soll das durch einen Concierge-Dienst, der im April gestartet ist und sich nun, nach drei Monaten Testphase, bewährt hat.

Concierge, das war einst in Frankreich der Wächter einer Burg. Später wurden so auch Gefängniswärter genannt, in der Hotelbranche hat sich der Begriff bis heute gehalten. Doch mit all dem haben die Tätigkeiten der Mitarbeiter in der Langweidenstraße nichts zu tun.

Sie haben feste Sprechzeiten, sind an fünf Tagen in der Woche zu bestimmten Zeiten für die Bewohner da. Dann sind sie Ansprechpartner, Beschwerdestelle, Kummerkasten. „Oder auch mal Helfer in der Not, wenn jemand schnell eine Briefmarke braucht“, wie es Ute van Beuningen ausdrückt, Geschäftsführerin von „Dienste im Quartier“, das unter der Marke „Wohn-Service-Team“ die Leistungen ausführt.

Andreas Klose ist einer der Concierges. Er sieht sich und seine zwei Kolleginnen vor allem als Vermittler. Wenn ein Bewohner Kontakt zum Vermieter sucht, aber keine Lust auf die Warteschleife einer Hotline oder keinen Zugang zum Internet für eine E-Mail hat, dann regelt Klose das. Wenn jemand einen Handwerker braucht, organisiert Klose den. Wenn ein Mieter Hilfe bei der Einstellung des Fernsehers oder beim Transport der Einkaufstaschen nach oben braucht, dann macht Klose das schnell mal selbst.

Einkaufs- und Putzdienste

Die Concierges bieten zudem Einkaufs- und Putzdienste, begleiten zum Arzt, führen Hunde aus, wechseln Geld für die Waschmaschine. Größere Dienstleistungen kosten fünf Euro pro 30 Minuten, kleinere Gefälligkeiten sind umsonst.

Untergebracht sind die Mitarbeiter in einem neu eingerichteten Büro vor der Eingangstür. Das war vorher eine Wohnung, als die frei wurde, hat der Vermieter gehandelt. Vorher wurde analysiert, welcher Standort sich eignen würde für so ein Angebot, das es bisher schon in Neu-Isenburg und Wiesbaden gibt. „Das äußere Erscheinungsbild hier war nicht besonders schön, der Eingangebereich zudem sehr dunkel“, erklärt Holger Lack von der Nassauischen Heimstätte die Ergebnisse der Analyse. Im Büro laufen auch die Bilder der Videokameras auf, die den Eingang und den Keller überwachen.

Und manchmal muss Andreas Klose auch in überraschender Mission tätig werden. Nämlich dann, wenn eine Mieterin vor ihm steht und sagt, dass sie ihr Fahrradschloss nicht mehr öffnen und ob er ihr einen Bolzenschneider borgen könne. Das Rad stehe aber vor der Alten Oper, da falle sie bestimmt auf, wenn sie sich ans Werk mache. Die Lösung: ein Anruf bei der Polizei. Die wartete dann vor Ort schon auf die Mieterin und ließ sie gewähren.

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