+
So soll die Traglufthalle über den Becken des Hausener Freibades mal aussehen.

Hausen

Freibad Frankfurt-Hausen: Schwimmen in luftiger Halle

  • schließen

Ab Herbst 2020 verschwindet das Freibad Hausen in einer Traglufthalle - zumindest für die Wintermonate. So sollen Schwimmer auch während der Neubauphase des Rebstockbads ganzjährig nach Hausen ausweichen können. 

Frankfurt – Von Herbst 2020 an bis voraussichtlich Frühjahr 2024 erhält das Freibad Hausen während der Wintersaison eine Traglufthalle samt Saunaanlage und eingehauster Umkleideanlage, um so einen ganzjährigen Betrieb zu ermöglichen. Die Pläne für die zirka 2,75 Millionen Euro teure Interimslösung während des Neubaus für das Rebstockbad stellten der Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt (BBF), Frank Müller, und Architekt Lars Waldeck von „bhl consultants“ am Dienstagabend in der Sitzung des Ortsbeirats 7 vor.

Zahlreiche Stammgäste des Hausener Freibads waren in die Sitzung gekommen, um aus erster Hand zu erfahren, was geplant ist. Im Vorfeld hatten vor allem Gerüchte über die Bauart der Halle und mögliche Eingriffe ins Grün für Unruhe gesorgt. Architekt Waldeck versicherte, für die Traglufthalle werde kein Baum gefällt und die Halle selbst mit Erdankern statt Betonpfeilern befestigt.

Die rechteckige, komplett geschlossene, zwölf bis 15 Meter hohe Traglufthalle werde die gesamte Beckenanlage samt eines Teils der vorderen Liegewiese auf einer Fläche von 50 auf 55 Metern überdecken. Ein geschlossener „Löwengang“ verbinde die Schwimmhalle mit den Umkleiden, die vergrößert werden und eine Hülle aus recycelbarer Mineralwolle erhalten. Von diesem Gang zweigt ein weiterer zur Saunaanlage ab, die aus Containern errichtet wird, erläuterte Lars Waldeck. Die Wiese unter der Halle werde geschottert und jeweils zum Start der Open-Air-Saison mit Fertigrasen hergerichtet. Die Traglufthalle funktioniere mit Stützluft, sodass die Lärmbelästigung für Anwohner gering sei, erklärte der Architekt.

Aufbau ist erstmals für Herbst 2020 geplant

Demontiert wird die Halle jeweils zum Start der Freiluftsaison und bis zur nächsten Wintersaison im Brentanobad neben dem Volleyballfeld gelagert. Der erstmalige Aufbau ist für Herbst 2020 geplant, einige Monate bevor das Rebstockbad abgerissen wird, „damit wir sehen können, ob alles klappt“, sagte Frank Müller. Letztmalig werden Halle sowie Saunaanlage und Umkleiden voraussichtlich im Frühjahr 2024 demontiert. Auf- und Abbau der Halle dauere jeweils nur wenige Tage, versicherte Müller.

Eine andere Befürchtung der Stammgäste konnten die Verantwortlichen nicht wirklich zerstreuen: nämlich, dass ihnen schlichtweg der Platz fehlt, um in Ruhe ihre Bahnen zu ziehen. Immerhin müssen die BBF eine Ersatzfläche für 35 Schulen und 15 Vereine mit 900 Teilnehmern schaffen, die derzeit das Rebstockbad für Unterricht und Training nutzen, erläuterte Geschäftsführer Müller.

Schwimmunterricht sei eine wichtige öffentliche Aufgabe

„Schwimmunterricht an Schulen ist eine wichtige öffentliche Aufgabe und wird von der Stadt Frankfurt finanziert“, sagte Müller. Bei der Suche nach einem geeigneten Standort seien die BBF „ohne Scheuklappen“ vorgegangen. Das Stadionbad kam laut Müller wegen Denkmalschutzauflagen nicht infrage. Das Hausener Bad dagegen sei gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und beheizt.

Während des Schulschwimmunterrichts zwischen 8 und 13 Uhr „werden mindestens zwei Bahnen für den Publikumsverkehr frei gehalten“, sagte Müller. Das löste bei einigen Zuhörern zynisches Lachen aus. „Wir müssen alle in der Zeit kompromissbereit und flexibel sein“, bat er und riet dazu, weitere Frei- und Hallenbäder der Stadt zu nutzen.

Die BBF wolle mit den Schulen eine App entwickeln, mit der Besucher besser ihre Schwimmzeiten planen können. Müller sagte zu, den Fahrradstellplatz herrichten zu lassen. Auch werde es keinen Personalengpass und keine höheren Eintrittspreise geben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: 

„Das Elend im Bahnhofsviertel anzuschauen ist normal geworden“

Heute ist wieder Bahnhofsviertelnacht. Vorab haben wir uns im Viertel genauer umgeschaut und nachgefragt, warum Banker und Partymenschen ihr Feierabend-Bierchen gegenüber von armen Menschen trinken.

Frankfurter Sparkasse schließt Filiale

Die Filiale der Frankfurter Sparkasse in Eckenheim soll geschlossen werden. Bürger wollen Unterschriften sammeln, um die Bank zu erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare