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Das Freibad in Hausen hat wieder auf.

Freizeit

Erste Schwimmer in Frankfurt eröffnen Freibadsaison bei 7 Grad

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Das Freibad in Hausen hat wieder auf und die ersten Schwimmer lassen nicht auf sich warten.

Manche Fragen sind schwierig zu beantworten. Bereits um kurz nach 6 Uhr steht am Samstagmorgen eine kleine Schlange, vielleicht ein Dutzend Ungeduldige, vor den Toren des Freibads Hausen, das in einer knappen halben Stunde seine Tore zum diesjährigen „Anbaden“ öffnet, was in etwa dem Fassanstich auf der Wiesn entspricht.

Auch eine Radioreporterin hat sich unter die Frühbader gemischt. Warum er denn im T-Shirt in der Saukälte stehe, will sie von einem älteren Mann wissen. „Das ist schon auch ein bisschen gespielt“, antwortet dieser mit klappernden Zähnen, aber ohne lang zu überlegen. Ob er gerne so früh schwimmen gehe, fragt sie einen jüngeren Mann, der sich als „Anbade-Novize“ zu erkennen gibt. „In Offenbach kann man schon ab 6 Uhr schwimmen gehen“, antwortet der ausweichend, aber sofort. Dann kommt eine Frau an die Reihe. Ob sie schon mal beim „Anbaden“ war, will die Reporterin wissen. Ja, antwortet diese, schon seit vielen, vielen Jahren, jedes Mal, ohne Ausnahme. „Und was machen Sie dann?“, will die Reporterin wissen. Da kommt die Frau dann doch etwas ins Grübeln. Aber nach reichlich Überlegung hellt sich ihre Miene auf: „Schwimmen!“ ist zudem die richtige Antwort.

„Vom Beckenrand springen“ wäre falsch gewesen, das ist im Hausener Freibad nämlich auch heuer verboten. „Kaffee trinken“ wäre ebenso falsch, denn den gibt es hier zumindest um diese Uhrzeit noch nicht. Und zum „Volleyballspielen“ sind noch nicht genug Leute da, was sich aber im Lauf des Morgens rasch ändern wird.

Tatsächlich sind sämtliche Morgengäste zum Schwimmen gekommen. Und machen nach der Erstbetauchung des Beckens einen hochzufriedenen Eindruck. Kein Wunder: „Außentemperatur: sieben Grad, Wassertemperatur: 27 Grad“, nennt Anette Hamel die wichtigsten Fakten. Die Betriebsleiterin von Frankfurts kleinstem Freibad hat sich zur Feier des Tages kostümiert: Mit roter Perücke und einem Meerjungfraukostüm hat sie sich auf einem pinkfarbenen Aufblas-Flamingo drapiert. Sie ist nicht die Einzige. Ihr Bruder hat sich als Badewanne verkleidet, eine weitere Mitarbeiterin als Schornsteinfeger.

Anfangs ziehen die Frühschwimmer ungestört ihre Kurzbahnen und man merkt, was man den Winter über vermisst hat. Doch nach kurzer Zeit kommen die ersten Schwimmer, die der Meinung sind, Längsbahnen ziehen zu müssen, während alle anderen quer schwimmen. Auch die ersten drei Gäste, die man getrost als jung bezeichnen darf, machen dem Begriff „Anbaden“ alle Ehre und hängen fröhlich feixend am Beckenrand ab. An einem Schild, das Besucher auffordert, vor dem Badegang zu duschen, auch wenn man morgens schon einmal geduscht habe, steigt ein Badegast ins Wasser, staubtrocken wie die Wüste Gobi. „Ich habe mich heute morgen schon geduscht!“, ruft er fröhlich dem traurig dreinblickenden Bademeister entgegen, bevor er in den Wassern verschwindet, und plötzlich fällt einem auch wieder ein, was man den Winter über so gar nicht vermisst hat. Aber wie auch immer: O’badet is!

Freibad Hausen: Ab sofort täglich von 6.30 bis 20 Uhr geöffnet.

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