Schulen in Frankfurt

Eltern und Schüler erneut vertröstet

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Der Neubau der Turnhalle an der Kerschensteinerschule im Frankfurter Stadtteil Hausen verzögert sich: Vor 2020/2021 werden die Arbeiten nicht erledigt sein.

Nicht vor 2020/2021 ist mit dem Beginn der Arbeiten an der Kerschensteinerschule zu rechnen. Diese „realistische Zahl“ nannte Baudezernent Jan Schneider (CDU) nach mehrmaligen Nachfragen in der Bürgerfragestunde des Ortsbeirats 7 am Dienstagabend. Als „unglaublich enttäuschend“ bezeichnete das Sabine Dziallas vom Förderkreis der Grundschule. Denn seit mehr als zehn Jahren warten Schüler und Eltern auf den Neubau der Turnhalle und weiterer Klassenräume.

„Meine Tochter ist jetzt 21 Jahre alt. Als sie in die Kerschensteinerschule ging, hieß es, die neue Turnhalle soll bald kommen“, berichtete eine Mutter. Tatsächlich schien 2016 endlich alles unter Dach und Fach zu sein. Die Zusage lag vor, die Mittel waren eingestellt. Doch es passierte nichts. Im Sommer 2017 fragte der Ortsbeirat nach. Im März teilte der Magistrat mit, das Projekt Kerschensteinerschule sei wegen neuer Raumbedarfe aus dem Aktionsplan herausgenommen worden.

Um Antworten zu bekommen, wann endlich etwas in Hausen und an der Rödelheimer Michael-Ende-Schule passiert, hatte Ortsvorsteherin Michaela Will (SPD) den Baudezernenten in die Sitzung eingeladen. In seinen ausführlichen Erläuterungen bat er die Zuhörer um Verständnis. Ein Grund sei die Neugründung des Amtes für Bau und Immobilien (ABI) 2017. Es dauere, bis die Arbeit im neuen Amt rund und effizient laufe. Schneider räumte ein, die Kerschensteinerschule mit ihren akuten Problemen bis vor Kurzem nicht auf dem Schirm gehabt zu haben. Dass die Schule aus dem Aktionsplan herausgeflogen sei, hätte neben dem gestiegenen Raum- und Mittelbedarf auch mit Vorbehalten des Revisionsamtes zu tun. Das hätte sich dagegen ausgesprochen, die neue Turnhalle drei Meter unter dem Boden zu errichten. Diese Vorbehalte seien nun ausgeräumt.

Ferner sollen eine Cafeteria für eine „100-prozentige Essensversorgung“ und weitere Klassenräume entstehen. „Wo sollen die zusätzlichen Klassen bis dahin unterkommen? Und wer sagt uns, dass die Planung in zwei Jahren nicht wieder obsolet ist, weil dann wieder mit anderen Schülerzahlen gerechnet wird“, kritisierte Sabine Dziallas. „Wieso dauert das so lange? Es gibt bereits eine Machbarkeitsstudie. Fangen Sie wieder bei null an?“, fragte ein Vater. Die Vorarbeiten und die Abstimmung zwischen Stadtschulamt, ABI und Revisionsamt brauchen eben ihre Zeit, erklärte Scheider, sagte aber zu, Ortsbeirat, Schule und Elternvertreter über die Entwicklung auf dem Laufenden zu halten und eine Lösung für die Raumnot zu finden.

Die prekäre Raumsituation soll auch bald an der Michael-Ende-Schule gelöst sein, kündigte der Baudezernent an. Seit 2015 wartet die MES-Grundschule auf Container. Anfang 2019 sollen Holzmodule aufgebaut und die Räume im Frühjahr übergeben werden. An der MES-Haupt- und Realschule an der Niddagaustraße sollen im Januar zwei Stahlcontainer aufgestellt werden.

Auch berichtete Schneider über den Stand beim Gymnasium Nord in Westhausen, wo die Stadt einen Schulcampus für 2000 Schüler für 60 Millionen Euro errichtet. Beim neuen Trakt sollen die Elektroarbeiten Ende des Jahres abgeschlossen, die Turnhalle im Frühjahr 2019 fertig sein.

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