Hausärztin Martina Schaffner aus Frankfurt.

Erfahrungsbericht

Hausärztin in Frankfurt an der Corona-Front

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Hausärztin Martina Schaffner berichtet der Frankfurter Rundschau, wie das Corona-Virus ihren Berufsalltag verändert hat.

Martina Schaffner ist Hausärztin aus Frankfurt-Griesheim. Sie berichtet der Frankfurter Rundschau regelmäßig, wie Covid-19 ihren Berufsalltag verändert hat.

Schutzkittel kaufe ich noch immer im Baumarkt. Das Gesundheitsamt Frankfurt, Patienten, Freunde und auch die katholische Kirchengemeinde Griesheim haben uns und dem Ärztenetz ein paar Packungen Mundschutz und etwas Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt. Das hilft erst mal für ein paar Tage.

Täglich führen wir, mit maximal möglichen Sicherheitsvorkehrungen, in einer Art „Drive-in“ Abstriche bei Verdachtsfällen durch, da die Testzentren völlig überlastet sind. Die Praxis-Eingangstür ist jetzt immer geschlossen, wir haben die persönlichen Patientenkontakte auf ein Minimum reduziert. Fast alle Patienten kontaktieren uns mittlerweile telefonisch. Um die Abstandsregeln einzuhalten, reden wir zu 90 Prozent über das offen stehende Praxisfenster mit den Patienten. Das hat leider zur Folge, dass wir selbst schnupfig werden.

Anrufe haben sich verdreifacht. Da die Corona-Hotline überlastet ist, rufen die verunsicherten Patienten hier an. Sehr oft sind es Fragen wie „Ich habe Husten und Fieber, was soll ich jetzt machen?“. Leider bekommen wir auf die wichtige Nachfrage nach der Fieberhöhe sehr häufig die Antwort, man habe kein Thermometer …

Konfrontiert sind wir aber auch mit Problemen und Fragen, deren Antworten wir teilweise auch erst herausfinden müssen. Wir müssen zum Beispiel klären, wo und wie untersucht oder röntgt man den in Quarantäne befindlichen Patienten bei einer Verschlechterung?

Wir diskutieren zeitraubend mit Arbeitgebern, die ihre nicht benötigten, gesunden Mitarbeiter mit der Vorstellung einer Krankschreibung nach Hause schicken oder einfach mal so Tests fordern. Aber auch für die verzweifelte, positiv getestete Schwangere, welche der Frauenarzt jetzt nicht mehr behandeln will, suchen wir eine Lösung.#

Von Jutta Rippegather

In Zeiten von Corona haben Restaurants aus Frankfurt neue Geschäftsmodelle entwickelt – von Lieferservice bis Webshop.

Aus Furcht vor Infektion mit dem Corona-Virus meiden Kranke Kliniken und Praxen. Die Behandlungen von Schlaganfällen, Krebs oder Magengeschwüren werden so verschleppt.

Im FR-Interview spricht die Hausärztin Martina Schaffner aus Frankfurt darüber, warum ihr die Corona-Pandemie mit Blick auf den Herbst Sorge bereitet.

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