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Wunschziel vieler Eltern ist eine Integrierte Gesamtschule wie die Georg-Büchner-Schule. Renate Hoyer
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Wunschziel vieler Eltern ist eine Integrierte Gesamtschule wie die Georg-Büchner-Schule. Renate Hoyer

Frankfurt

Hauptschule statt Abitur

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Kinder aus dem Frankfurter Westen wechseln seltener auf Gymnasien. Kritik kommt von den Linken.

Kinder aus den westlichen Stadtteilen wechselten zum Schuljahr 2020/2021 deutlich seltener auf Gymnasien als Kinder aus den anderen Stadtteilen. Während im Westend mehr als 87 Prozent der Kinder zum Schuljahresstart auf ein Gymnasium kamen, waren es in Griesheim und Sindlingen je unter 30 Prozent. Dies geht aus der jüngsten statistischen Auswertung der Stadt zum Wechsel auf weiterführende Schulen hervor.

In den Stadtteilen Sossenheim, Zeilsheim, Nied, Rödelheim und Schwanheim lagen die Quoten der Gymnasiumübergänge bei unter 40 Prozent. Statistisch gesehen wechselten im besagten Schuljahr von 6062 Kindern 54,2 Prozent auf ein Gymnasium. 28,2 Prozent entschieden sich für eine integrierte Gesamtschule, 13,2 Prozent für eine Realschule, 2,2 für eine Hauptschule und 2,1 Prozent begannen das Schuljahr in einer Förderstufe.

Der überwiegende Teil der Kinder ging im vorherigen Schuljahr auf eine Frankfurter Grundschule. Nur 2,1 Prozent der Kinder waren zuvor auf einer Grundschule außerhalb Frankfurts. Nach Angaben der Stadt sind diese neu nach Frankfurt gezogen oder pendeln nun in die Stadt. Die Statistik zeige zudem, dass es bei der Entscheidung für die Art der weiterführenden Schulen deutliche Unterschiede hinsichtlich der Staatsbürgerschaft und Migration gebe. Von den 6062 Kindern waren 45,1 Prozent deutsch mit einem Migrationshintergrund, 38,4 hatten keinen Migrationshintergrund und 16,5 Prozent besaßen eine ausländische Staatsangehörigkeit. Bei den Kindern ohne Migrationshintergrund wechselten 68,7 Prozent auf ein Gymnasium, mit Migrationshintergrund 47,8 Prozent und 38 Prozent bei den ausländischen Schülerinnen und Schülern. Die deutschen Kinder ohne Migrationshintergrund stellten bei den integrierten Jahrgangsstufen sowie den Real- und Hauptschulen prozentual den geringsten Teil der wechselnden Schüler:innen.

Die Stadtteile mit den meisten Kindern mit Migrationsgeschichte (Sossenheim, Sindlingen, Griesheim) hatten auch den geringsten Anteil an Schüler:innen, die auf ein Gymnasium wechselten.

Die Fraktion der Linken im Römer erklärte in einer Pressemitteilung, dass der Frankfurter Westen „auch bildungspolitisch vernachlässigt“ werde. Dominike Pauli, Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linkenfraktion, schrieb: „Hier wird überdeutlich, dass Herkunft, Bildungsstand der Eltern und Einkommen darüber entscheiden, welche Chancen ein Kind hat, auf eine weiterführende Schule zu kommen. Im Nordend ist das für Kinder fast selbstverständlich, im Frankfurter Westen leider nicht. Vor allem nicht für Kinder, die aus einem nichtakademischen Elternhaus kommen oder einen Migrationshintergrund haben.“

Die neue Koalition müsse sich nun um die Stadtteile kümmern, „in denen immer noch überdurchschnittlich viele Kinder auf die Hauptschule wechseln“. Pauli forderte zusätzliche Bildungsangebote und warb konkret dafür, den Saalbau in Nied zu einem Bildungs- und Kulturzentrum zu machen. Die Linke setze sich zudem dafür ein, dass mehr Integrierte Gesamtschulen errichtet werden. Diese Schulform werde immer stärker von den Eltern gewünscht.

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