Das Gleisfeld vor dem Hauptbahnhof trennt das Gutleut vom Gallus.
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Das Gleisfeld vor dem Hauptbahnhof trennt das Gutleut vom Gallus.

Verkehr

Fernbahntunnel in Frankfurt: Experte schlägt Landschaftsbrücke über das Gleisfeld vor

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Der Bahnfachmann Georg Speck fordert bessere Vorschläge der Stadt für den Fernbahntunnel.

  • Bahnfachmann fordert Vorschläge für den Fernbahntunnel am Hauptbahnhof Frankfurt
  • Eine Landschaftsbrücke über das Gleisfeld soll eine Option sein 
  • Deutsche Bahn will Machbarkeitsstudie vorlegen

Der Bahnexperte Georg Speck fordert die Stadt Frankfurt dazu auf, sich bei der Planung des Fernbahntunnels stärker einzubringen. Möglich ist seiner Ansicht nach unter anderem, das Gleisfeld vor dem Hauptbahnhof mit einer Landschaftsbrücke zu bebauen.

Eine solche Brücke mit Gastronomie würde Blicke auf die Bahnhofshallen und die einfahrenden Züge freigeben. Auch überwände sie die Trennwirkung zwischen Gallus- und Gutleutviertel, führt Speck in der März-Ausgabe des Fachjournals „Eisenbahn-Revue International“ aus.

Hauptbahnhof Frankfurt: „Ein zweites Gesicht mit Zugang im Westen“ 

Um den Hauptbahnhof in Richtung Gallus, Westhafen und Europaviertel zu öffnen, schlägt Speck „ein zweites Gesicht mit Zugang im Westen“ für den Verkehrsknoten vor. Damit würden die Wege rund um das Empfangsgebäude des Bahnhofs entlastet.

Am Hauptbahnhof ist aus seiner Sicht ein neuer Busbahnhof denkbar, „der des zentralen Ortes würdig“ wäre. Der Busbahnhof befindet sich bislang in der sogenannten Südtasche, gegenüber der Markthalle im Hauptbahnhof. Nach dem Vorbild der Fahrradgarage in Utrecht sollte ein weiteres Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof entstehen.

Fernbahntunnel am Hauptbahnhof: Landschaftsbrücke über das Gleisfeld 

„Bisher ist nicht zu erkennen, dass die Stadt diese Chancen prüfen lässt, geschweige denn sie zu nutzen gedenkt“, führt Speck aus. So erwähne der Bebauungsplan B912 für die Flächen an der Adam-Riese-Straße die neue Situation am Hauptbahnhof „mit keiner Silbe“.

Auch der Generalverkehrsplan, der sich in Arbeit befinde, sollte den Fernbahntunnel mit einbeziehen, fordert er. Nach Auskunft des Verkehrsdezernats wird der neue Generalverkehrsplan erst nach der Kommunalwahl im Frühjahr 2021 fertig sein.

Georg Speck, der sich selbst als „Erfinder“ des Fernbahntunnels bezeichnet, wendet sich gegen den Ausbau des Frankfurter Südbahnhofs zum neuen Fernverkehrsknoten. Dies hatte der Bahnfachmann Sven Andersen jüngst vorgeschlagen.

Hauptbahnhof Frankfurt: „Hohe Lärmschutzwände würden eine noch stärkere Zäsur bedeuten“

Wie Speck ausführt, sei der Ausbau der Gleise zwischen Südbahnhof und Hauptbahnhof „nicht mehr in dem bisher erwogenen Umfang erforderlich und sicher auch nicht wirtschaftlich“. In Sachsenhausen wäre der Ausbau des Südbahnhofs auch kaum durchsetzbar. „Noch mehr Züge würden den ohnehin schon hohen Lärmpegel in Sachsenhausen weiter verstärken“, betont Speck. „Hohe Lärmschutzwände würden eine noch stärkere Zäsur bedeuten.“

Die Deutsche Bahn will bis Anfang 2021 im Auftrag des Bundes eine Machbarkeitsstudie zum Fernbahntunnel vorlegen. Der Bund hat sich bereiterklärt, die Kosten von 3,5 Milliarden Euro für den Tunnel zu übernehmen.

Der Fernbahntunnel soll demnach von der bis dahin gebauten dritten Mainbrücke in Niederrad unter der Frankfurter Innenstadt hindurch entweder nach Offenbach-Kaiserlei oder nach Frankfurt-Ost führen. Der Fernbahnhof mit vier Bahnsteigkanten soll unter dem Hauptbahnhof liegen.

Von Florian Leclerc 

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