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Kulturdezernentin Ina Hartwig.

Haushalt von Frankfurt

Frankfurt: Hartwig will keine Defizite bei Bühnen

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Die Kulturdezernentin widerspricht dem Opernchef. Die Tariferhöhungen werden ausgeglichen.

Nach der breit vorgebrachten öffentlichen Kritik von Opern-Intendant Bernd Loebe an den Arbeitsbedingungen seines Hauses fiel die Reaktion von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) karg aus. „Gemeinsam mit dem Kämmerer habe ich dafür Sorge getragen, dass keine Defizite bei den Städtischen Bühnen entstehen werden“, ließ die Stadträtin am Donnerstag gegenüber der FR verlauten.

Loebe hatte vor Journalisten beklagt, dass die Oper die Kosten des Tarifabschlusses im Öffentlichen Dienst voll habe tragen müssen. Die Stadt habe sie nicht ausgeglichen. Nach Informationen der FR bringt der Tarifabschluss des Jahres 2018 insgesamt Mehrkosten von drei Millionen Euro für die Städtische Bühnen GmbH mit sich. Diese Summe teilt sich etwa im Verhältnis von 60 zu 40 Prozent zwischen Oper und Schauspiel auf.

Die Kulturdezernentin widersprach am Donnerstagabend dem Opern-Intendanten. Die Kosten der Tariferhöhungen seien in der Vergangenheit von der Stadt ausgeglichen worden und würden auch in der Gegenwart ausgeglichen. Auch von 2020 an sei im Magistrat vereinbart, dass die Stadt 90 Prozent der Ausgaben durch die Tarifsteigerungen übernehme.

Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker (CDU) wiederum verwies für Auskünfte auf die Kulturdezernentin.

Hartwig teilte über ihre Pressesprecherin Jana Kremin außerdem lediglich mit: „Herr Loebe kann seine künstlerisch erfolgreiche Arbeit fortsetzen.“

Keine Antwort der Kulturdezernentin gab es auch auf die konkreten Forderungen des Opern-Intendanten und des Generalmusikdirektors Sebastian Weigle. Beide hatten eine Aufstockung des Opern-Orchesters von heute 115 auf 130 Planstellen gefordert. Außerdem müssten die Musikerinnen und Musiker von ihren Gehältern her besser gestellt werden.

Gegenwärtig wird hinter den Kulissen der Städtischen Bühnen um neue Haustarifverträge für die knapp 1100 festen Beschäftigten und die zusätzlichen freien Mitarbeiter gepokert. Der Betriebsratsvorsitzede Roland Sittner wollte sich wegen der laufenden Verhandlungen nicht zu den Forderungen von Loebe und Weigle äußern.

Parallel führt Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker derzeit mit den anderen Magistratsmitgliedern die sogenannten „Chefgespräche“ über die Eckdaten des kommenden städtischen Doppelhaushaltes 2020/2021.

Auf dieser politischen Ebene geht es um die Frage, mit welchem Zuschuss die Bühnen in den kommenden zwei Jahren rechnen können.

Klar ist, dass die Schere zwischen den Ausgaben der Städtischen Bühnen und den Einnahmen der Häuser weiter aufgeht. Oper und Schauspiel zusammen verbuchten zuletzt Einnahmen von rund 13 Millionen Euro pro Jahr. Der Zuschuss der Kommune liegt dagegen bei rund 75 Millionen Euro im Jahr.

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