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Die Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, Ina Hartwig, steht nach der Kritik von Anselm Weber unter Druck. 

Städtischen Bühnen in Frankfurt

Hartwig gerät bei Bühnen unter Druck

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Nach der scharfen Kritik von Schauspiel-Intendant Weber verlangen CDU und Grüne Antworten von Kulturdezernentin Ina Hartwig. 

Nach der Kritik von Schauspiel-Intendant Anselm Weber an Finanzierung und Arbeitsbedingungen der Städtischen Bühnen gerät Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) unter Druck. CDU wie Grüne sehen Hartwig gefordert. „Der Ball liegt bei der Dezernentin“, sagt Thomas Dürbeck, der kulturpolitische Sprecher der CDU. Und Sebastian Popp, Fraktionschef der Grünen im Römer, fügt hinzu: „Ich verweise auf die Dezernentin.“

Auf Anfrage der FR teilte Hartwigs Sprecherin Jana Kremin lediglich mit, dass sich die Stadträtin derzeit nicht äußern wolle. Intendant Weber, der auch Geschäftsführer der Städtischen Bühnen GmbH ist, hatte die Sparpolitik der Kommune als sehr schwierig für Oper und Schauspiel kritisiert. Auch hatte Weber die Arbeitsbedingungen für 1200 Bühnen-Beschäftigte in dem maroden Gebäude am Willy-Brandt-Platz beklagt.

CDU-Sprecher Dürbeck erklärt, auch ihn erreichten entsprechende Beschwerden der Bühnen. Doch die Kommunikation mit der Kulturdezernentin gestalte sich sehr schwierig.

Was plant Hartwig für die Bühnen? 

Der Grüne Popp sagt, die mittelfristige Finanzierung von Oper und Schauspiel sei „noch nicht geplant“. Derzeit führt Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker (CDU) mit allen Magistratsmitgliedern die sogenannten „Chefgespräche“ über den städtischen Doppelhaushalt 2020/2021. Dürbeck und Popp sagen, CDU und Grüne wüssten nicht, was die Kulturdezernentin in diesen Verhandlungen für die Bühnen fordere. Popp verlangt von Hartwig, „einen Plan für die Finanzierung der Bühnen zu entwickeln“.

Schauspiel-Intendant Anselm Weber hatte von der Kommunalpolitik gefordert, eine Lösung für einen Interims-Betrieb der Bühnen vorzulegen, bevor man über Sanierung oder Neubau entscheide. CDU und Grüne machen gegenüber der FR deutlich, dass es keine Vorstellungen über ein Interim gibt.

Der Geschäftsführer der Städtischen Bühnen in Frankfurt, Anselm Weber, stellt der Stadt Frankfurt Bedingungen und verlangt eine Interimslösung für die Zeit des Bühnenneubaus oder -umbaus.

Die Machbarkeitsstudie im Auftrag der Stadt, die 2017 vorgestellt worden war, hatte die Kosten für eine Interimslösung auf 70 Millionen Euro beziffert. „Diese Summe wird nicht ausreichen“, urteilt CDU-Sprecher Dürbeck. Er verweist auf die Stadt Köln. Dort seien die Bühnen gegenwärtig auf insgesamt 35 Standorte im gesamten Stadtgebiet verteilt, die Kosten lägen bei 110 Millionen Euro.

„Das ist natürlich Wahnsinn“, sagt Dürbeck. Eine Erweiterung des Bockenheimer Depots als mögliche Interims-Spielstätte für die Oper werde auf keinen Fall ausreichen. Dort ließen sich kaum mehr als 400 Besucher unterbringen.

Der CDU-Politiker hält es ebenso für „unrealistisch“, eine Halle auf dem Frankfurter Messegelände umzubauen, um dort künftig das Opernhaus unterzubringen.

Die Kulturpolitiker der Römer-Koalition von CDU, Sozialdemokraten und Grünen kommen eigentlich regelmäßig in einem Arbeitskreis zusammen. Die für Mai geplante Sitzung war allerdings abgesagt worden.

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