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Verhandeln über ein Bündnis: Martina Feldmayer und Bastian Bergerhoff.
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Verhandeln über ein Bündnis: Martina Feldmayer und Bastian Bergerhoff.

Kommunalwahl Frankfurt

Harmonie bei den Frankfurter Grünen

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Die Partei einigt sich auf eine Verhandlungskommission, ohne Festlegungen auf eine Koalition zu treffen.

Als um ihn herum das Chaos ausbrach, blieb Bastian Bergerhoff ruhig. Die Onlineplattform, auf der die Frankfurter Grünen am Montagabend ihre Mitgliederversammlung abhalten wollten, war nur für bis zu 250 Teilnehmende ausgelegt. Das sollte reichen, hatten sich Bergerhoff und seine Kollegin im Parteivorstand, Beatrix Baumann, gedacht. Tat es aber nicht. 280 Frankfurter Grüne wollten die Diskussion über das Wahlergebnis und die Folgen verfolgen. Und so koordinierte der IT-Fachmann ohne jede Aufregung in der Stimme den Umzug auf eine andere Plattform. Dort konnte der Parteitag dann starten.

Auch im weiteren Verlauf wurde Bergerhoff nicht nervös, was zum einen an seinem Naturell liegen mag. Zum anderen wurde an dem Abend, der bis Mitternacht dauerte, selten wirklich emotional diskutiert. Wer Redeschlachten zwischen Anhänger:innen eines Linksbündnisses und Grünen mit Hang zur CDU erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Kaum jemand sagte überhaupt, welche Mehrheit er oder sie sich wünscht. Manuel Stock, der frühere Fraktionschef, erinnerte einmal vage daran, dass die SPD die Grünen vor fünf Jahren nicht in der Regierung haben wollte. Dazu muss man wissen: Stock arbeitete jahrelang sehr vertrauensvoll mit der CDU zusammen.

Ansonsten war immer wieder zu hören, man müsse mit potenziellen Koalitionspartnern „ergebnisoffen“ diskutieren, dürfe sich nicht unter Druck setzen lassen, und überhaupt: Am Ende werde man das Bündnis eingehen, in dem sich die meisten Inhalte der Grünen durchsetzen ließen.

Vordergründig ging es vor allem um Formalia. Im Mittelpunkt stand die Wahl einer Kommission, die die Sondierungsgespräche führen soll. Letztlich setzte sich der Vorstand mit seinen Personalwünschen durch. Baumann und Bergerhoff sind in der Kommission, dazu Spitzenkandidatin Martina Feldmayer, die Stadtverordneten Tina Zapf und Dimitrios Bakakis, Rosemarie Heilig und Stefan Majer aus dem Magistrat und Johannes Lauterwald für die Grüne Jugend. Damit kommt die Gruppe zumindest etwas heterogener daher als noch vor fünf Jahren, als nur die kommunale Parteiprominenz verhandelte.

Ingo Stürmer von der Stadtteilgruppe im Ortsbezirk 11 hätte sich dennoch gewünscht, dass mehr neu gewählte Stadtverordnete in die Kommission einziehen. Doch mit seinem Antrag scheiterten seine Mitstreiter:innen und er. Zerknirscht wirkte er am Dienstag nicht. In der Verhandlungskommission gebe es jetzt „einige neue Kräfte – wir haben etwas angestoßen“. Eine Vorentscheidung für ein grün-schwarzes Bündnis sei die Wahl der Gruppe jedenfalls nicht.

Möglichst schon am 9. April soll die Kommission über die Gespräche berichten. Danach würde die Basis darüber entscheiden, mit wem Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden. Dieser Termin könne sich aber noch verschieben, kündigte Bergerhoff an. Ziel sei es, bis zur zweiten Sitzung des Stadtparlaments am 20. Mai eine Koalition zu bilden.

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