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Der Ausbau der S6-Gleise wird Harheim auch in der künftigen Legislaturperiode beschäftigen.
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Der Ausbau der S6-Gleise wird Harheim auch in der künftigen Legislaturperiode beschäftigen.

Kommunalwahl in Frankfurt

In Harheim bleibt fast alles beim Alten

Bei der Wahl zum Ortsbeirat 14 verliert die CDU einen Sitz an die Grünen, bekommt aber weiterhin die meisten Stimmen. An den Themen hat es laut Ortsvorsteher Frank Immel nicht gelegen.

Das Wahlergebnis im Harheimer Ortsbeirat 14 ist eines der unspektakulärsten in Frankfurt. Auch dort haben die Grünen zugewonnen, aber weniger als anderswo. Die CDU bleibt stärkste Fraktion. Leicht verändert haben sich die Machtverhältnisse im nördlichen Stadtteil, in dem rund 5200 Menschen leben, aber dennoch.

Die CDU hat nur noch drei statt vier Mandate, die Grünen legen von zwei auf drei Sitze zu. Damit ist die Situation wieder genau die, die es nach der vorletzten Wahl 2011 schon einmal gab. Erst vor fünf Jahren holte sich die CDU ihren vierten Sitz zurück, den sie früher schon inne hatte.

Diesen vierten Sitz, das gibt Ortsvorsteher und CDU-Spitzenkandidat Frank Immel zu, hätte seine Fraktion auch diesmal gerne wieder errungen. „Es hat ja nicht viel gefehlt“, sagt er. Wenn er überlegt, warum es nicht geklappt hat, fallen ihm gleich mehrere Gründe ein.

Im Vergleich zum Wahlkampf 2016, als es um die Bebauung des Pfingstbergs und ein geplantes Flüchtlingsheim im Stadtteil ging und die CDU stärkste Fraktion wurde, habe es diesmal „keine Aufregerthemen“ gegeben. Bei den Themen, die den Stadtteil derzeit bewegen, wie den Ausbau der S6, die Situation der Kinderbetreuung oder die Auswirkungen der Baugebiete, hätten alle Fraktionen meist an einem Strang gezogen.

Den Ausschlag könnten daher eher überregionale Gründe gegeben haben, die generelle Stimmung zu Gunsten der Grünen und die CDU-Maskenaffäre.

Weitere Infos

Weitere Informationen zu den Themen des Ortsbeirats 14 finden Sie im Internet unter fr.de/obr14. Die Serie zu den Ortsbeiräten gibt es unter fr.de/obr-wahl.

Als klaren Rückschlag bezeichnet es Immel, dass der nun fehlende Sitz zu Lasten der einzigen Frau in der CDU-Fraktion, Silke Mensing, ging. Sie stand zwar auf Platz zwei der Liste, bekam aber weniger Stimmen als ihre drei bisherigen Fraktionskollegen, neben Immel sind dies Stefan Quirin und Axel Schmidt.

Über den fehlenden Sitz der CDU können sich die Grünen freuen. Wie in vielen anderen Stadtteilparlamenten konnten sie ihr Ergebnis in Harheim verbessern. Auch wenn der Zuwachs dort der geringste von allen Ortsbeiräten war, wie Spitzenkandidat Helmut Seuffert sagt. Um 4,9 Prozentpunkte legten die Grünen zu. Seuffert nimmt daher nicht nur das aktuelle Ergebnis, sondern die Entwicklung der vergangenen Jahre in den Blick. Seit 2001 haben die Grünen in Harheim ihr Ergebnis kontinuierlich steigern können. Von 13,6 Prozent vor 20 Jahren auf 16,9 im Jahr 2006, auf 27,9 in 2011 und auf 28,4 vor fünf Jahren. Nun sind sie bei 33,3 Prozent.

Daher geht der Spitzenkandidat davon aus, dass die Menschen vor Ort „die konstant gute Arbeit zu schätzen wissen“. Er erinnert an den Radweg nach Nieder-Erlenbach, der immer ein Projekt der Grünen gewesen sei und 2010 nach 17 Jahren endlich gebaut wurde. Gleiches gelte für die Bebauung des Geländes der Alten Seilfabrik. Aktuell bewege vor allem der Ausbau der S6-Gleise und die Frage nach der künftigen Verbindung – vor allem mit dem Fahrrad – ins benachbarte Berkersheim die Menschen. Da scheinen die Harheimer Grünen nach Ansicht von Seuffert gepunktet zu haben.

Einen Profit aus der stadtweit zu beoabachteten „Grünen Welle“ will er – im Unterschied zu Frank Immels CDU – nicht geltend machen. Das wiederum macht er nicht nur an dem vergleichsweise geringen Zuwachs fest, sondern auch an der Tatsache, dass das Harheimer Grünen-Ergebnis 2016 noch das beste in ganz Frankfurt war. Dieser Wert gebührt nun der Fraktion im Ortsbeirat 3.

Nichts verändert hat sich in Sachen Sitzverteilung bei SPD und BFF. Seit 2006 entfallen zwei Sitze auf die SPD und einer an die BFF. Auch der prozentuale Unterschied zur Wahl vor fünf Jahren ist gering: Die SPD sinkt von 18,4 auf 17,3 Prozent, die BFF von 9,3 auf 6,1 Prozent.

Erneut nicht vertreten im Gremium ist die FDP. Für die Partei um Spitzenkandidat Michael Machauer ist das Ergebnis trotzdem „ein schöner Erfolg“. Denn mit 4,7 Prozent habe man „so viel wie noch nie in Harheim erreicht“. In einem Wahllokal sei man sogar auf 7,2 Prozent gekommen. Außerdem zeige ein Vergleich mit anderen Ortsbezirken im Norden, dass die FDP dort überall verloren habe. Enttäuscht über den verpassten Einzug sei man trotzdem. Zumal es nach dem ersten Trendergebnis so aussah, als würde die FDP einen Sitz erhalten. „Da trudelten schon die ersten Glückwünsche ein“, erinnert sich Machauer. Nun gelte: „Wir gucken nach vorne!“

Frank Immel ist Spitzenkandidat der CDU und amtierender Ortsvorsteher.
Helmut Seuffert ist Spitzenkandidat der Grünen.
Sebastian Menges ist Spitzenkandidat der SPD.
Alfred Quirin ist Spitzenkandidat der BFF.
So sah das Wahlergebnis 2016 aus.

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