In Harheim fehlen Betreuungsplätze für Kinder. 
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In Harheim fehlen Betreuungsplätze für Kinder. 

Harheim

Frankfurt-Harheim: Keine Kita im Niederfeld

Der Ortsbeirat lehnt den CDU-Antrag für einen Kindergarten im Hof der Siedlungsgemeinschaft ab. Nach Ansicht der SPD könnte eine Einrichtung am Friedhof errichtet werden.

In Harheim fehlen Betreuungsplätze für Kinder bis sechs Jahre und eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht. Für heftigen Streit hat in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 14 am Montag ein Antrag der CDU gesorgt, die benötigte Kita auf dem Grundstück der Siedlungsgemeinschaft im Niederfeld zu bauen.

Er habe es doch nur gut gemeint, verteidigte Fraktionsvorsitzender Stefan Quirin (CDU) seinen Vorstoß. Wie könne man Nein sagen, nachdem ein Investor sich bereit erklärt habe, in sechs Monaten Bauzeit eine Kita mit 60 Plätzen zu bauen. Platz gebe es auf dem Areal der Siedlungsgemeinschaft, findet die CDU. Der bislang als Grünfläche ausgewiesene Innenhof sei mit knapp 600 Quadratmeter groß genug.

Dem widersprachen vehement die Menschen, die dort wohnen. Die Freifläche sei als „Dorfplatz“ für die Siedlungsgemeinschaft von 130 Menschen, Familien, Senioren mit geringem Einkommen, Geflüchteten und Mitgliedern des Vereins Hestia konzipiert, sagte Vereins-Sprecherin Beatrice Scherzer. Es gebe keinen anderen Platz zur Begegnung, keine anderen Räume.

Für die etwa 40 Kinder aus den fünf Häusern der Gemeinschaft seien schon Spielflächen geschaffen worden. Außerdem sei geplant, Hochbeete und eine Blumenwiese anzulegen, Obstbäume zu pflanzen, ein Backhaus und einen Fahrradabstellplatz zu bauen. Es sei undenkbar, stattdessen auf ein abgezäuntes Bauwerk zu blicken, auch wenn es eine Kita sei. „Wir haben uns auf die parlamentarischen Beschlüsse verlassen, die vor drei Jahren das Modellprojekt zwischen der Siedlungsgemeinschaft, dem Roten Kreuz und dem Verein Hestia möglich machten“, mahnten die Betroffenen.

Ortsvorsteher versucht Wogen zu glätten

„Es gibt noch keine konkreten Pläne für eine Kita dort und sie werden auch nur genehmigt, wenn die vorgeschriebenen Freiflächen ausreichen“, versuchte Ortsvorsteher Frank Immel (CDU) die Wogen zu glätten. Er verwies auf den dringenden Bedarf an Betreuungsplätzen. Siegbert Schütz, Bauleiter für die Firma Solgarden, die auch die Häuser für die Siedlungsgemeinschaft baute, erklärte, dass eine „Nachverdichtung“ des Gesamtgrundstückes durchaus möglich sei, auch in Form eines zwei- bis dreistöckigen Kita-Baues im Innenhof. Das widerspräche dem Bebauungsplan nicht.

Ortsbeiratsmitglied Helmut Seuffert (Grüne) stellte klar, dass die Grünen einer Umnutzung der Grünfläche als Kitabauplatz nicht zustimmen werden. Eine Bebauung des Innenhofes würde das gesamte Projekt kaputt machen. „Es gibt in Harheim keinen anderen Platz für eine neue Kita“, widersprach Quirin. Denn ob die Immobilie in der Haintalstraße wie von der Stadt geplant als Kita umgebaut werden könne, stehe in den Sternen. Die Verhandlungen zwischen der Kommune und dem Eigentümer gestalteten sich schwierig.

Dass es keinen alternativen Standort für eine Kita gäbe bezweifelte Ortsbeirat Alfred Quirin ( BFF). Er brachte den Bauplatz am Discounter Netto ins Spiel, der für das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Harheim vorgesehen ist. Ein Baubeginn dort sei nicht in Sicht, warum also die Fläche bevorraten, sagte er. Stadtverordnete Kristina Luxen (SPD) wies auf die Friedhoferweiterungsfläche hin, auf der genauso gut in Holzmodulweise eine Kita hingestellt werden könne.

Die Bewohner der Siedlungsgemeinschaft können erst einmal aufatmen, der Antrag der CDU für eine Kita im Niederfeld wurde abgelehnt. Den vier Stimmen der CDU standen vier Voten von Grünen und SPD sowie die Enthaltung der BFF entgegen.

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