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„Die Ausfälle der S 6 waren ein massives Problem“

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Auf dieser Ackerfläche in Harheim soll ein weiterer Supermarkt entstehen.
Auf dieser Ackerfläche in Harheim soll ein weiterer Supermarkt entstehen. © Renate Hoyer

Harheims Ortsvorsteher Frank Immel spricht über den Bahn-Ausbau, der immer noch Probleme bereitet, über den geplanten neuen Supermarkt und die Verbesserungsmöglichkeiten beim Rufbus „Knut“.

In einer Serie blicken wir zurück auf das Jahr in den 16 Ortsbeiräten. Was waren die wichtigsten Themen, die den Ortsbezirk in den vergangenen zwölf Monaten bewegt und beschäftigt haben? Welche Erfolge oder Niederlagen gab es für das Gremium? Wie geht es im kommenden Jahr weiter? Heute der Ortsbeirat 14 (Harheim).

In den Interviews der vergangenen Jahre haben wir immer über den S 6-Ausbau und die Auswirkungen auf Harheim gesprochen. Wie waren diese im abgelaufenen Jahr? Sehen Sie Fortschritte?

Ja, diese Frage begleitet uns in der Tat Jahr für Jahr. Natürlich hatten die Arbeiten auch diesmal wieder Auswirkungen auf die Menschen hier, sie erzeugen eben Lärm und Dreck. Das ist eine Belastung. Das größte Problem aber waren die massiven Ausfälle der S 6.

Die hatte der Ortsbeirat auch mehrfach beklagt. Ist da Besserung in Sicht?

Es gab im Sommer einen Komplettausfall, danach fuhren die Bahnen – bis heute – nur noch jede halbe Stunde. Und dazu kommt, dass die Bahnen ganz furchtbar unzuverlässig fahren. Davon sind vor allem die Pendler und Pendlerinnen betroffen.

Ist das denn eine direkte Auswirkung der Bauarbeiten?

Nein. Das liegt eher an generellen Problemen der Bahn, zum Beispiel am hohen Krankenstand. Es führt bei den Fahrgästen zu einer großen Unsicherheit, weil sie nie wissen, ob oder wann die Bahn fährt. Und jetzt im Winter, wenn das Wetter schlechter wird, gibt es auf dem provisorischen Bahnsteig noch nicht einmal einen Wetterschutz. Dazu gibt es im Ortsbeirat aber auch schon einen Antrag.

Eine besonders große Auswirkung war die Sperrung beider Querungsmöglichkeiten der Schienen zwischen Berkersheim und Harheim. Was hat das für die Menschen in ihrem Stadtteil konkret bedeutet?

Im Großen und Ganzen hat sich die Situation eingependelt. Dass die Unterführung Im Wiesengarten jetzt wieder für ein Jahr geschlossen ist, ist ärgerlich. Am Bahnhof selbst gibt es die Aufzüge, die zwar ab und zu defekt sind, aber größtenteils funktionieren. Man hat sich irgendwie auch an alles gewöhnt.

Sie hatten im vergangenen Interview beklagt, dass es im Stadtteil keine Bankfilialen mehr gebe und von den Banken auch keine Signale gekommen seien, dass sich das ändern könnte. Haben sich die Menschen mittlerweile auch daran gewöhnt?

Es ist doch so: Im ganzen Stadtgebiet und darüber hinaus werden Bankfilialen geschlossen. Daran werden wir alle nichts ändern können. Dass also jetzt ausgerechnet in Harheim eine neue Filiale aufgemacht wird, das sehe ich nicht. Aber ich sehe mehr als einen Schimmer Hoffnung in einer anderen Hinsicht.

In welcher?

In der Eröffnung eines weiteres Supermarktes im Stadtteil.

Zur Person

Frank Immel ist Vermögensberater, wohnt seit 15 Jahren in Harheim, ist verheiratet und hat zwei Söhne. Seit 2016 ist er Ortsvorsteher, bereits seit 2011 auch Vorsitzender der Harheimer CDU.

Der Ortsbeirat 14 ist einzig für Harheim zuständig, einen der kleinsten Stadtteile Frankfurt. Dort leben 5308 (Stand: 30. Juni 2022) Menschen. Die neun Sitze im Gremium teilen sich wie folgt auf: je drei für die CDU und die Grünen, zwei für die SPD und einer für die BFF.

Die erste Sitzung des neuen Jahres findet am Montag, 9. Januar, um 20 Uhr im Bürgerhaus Harheim, In den Schafgärten 21, statt. bö

Auch dieses Thema hatte der Ortsbeirat oft auf der Agenda. Wie ist da der Stand? Und welchen Zusammenhang gibt es zu dem Thema Bankfiliale?

Wir haben hier den Netto, einen Discounter also. Der wird sehr gut angenommen. Aber wir sehen das Potenzial für einen Vollversorger, der in unmittelbarer Nachbarschaft entstehen soll. Die Gespräche mit konkreten Interessenten sind auch schon sehr weit gediehen. Es geht noch um den Erwerb von Grundstücken, ansonsten ist die Stadt jetzt am Zug. In einem solchen Vollversorger könnte es dann auch einen Service-Point einer Bank geben, also einen Geldautomaten. Um mehr geht es ja gar nicht. Bei den Gesprächen mit den Interessenten wurden da auf jeden Fall positive Signale gesetzt.

Wichtig ist dem Ortsbeirat auch, dass eine Drogerie enthalten ist. Gibt es da auch positive Signale?

Ja, das ist fester Teil des Vorhabens.

Ende des Jahres hat der Rufbus „Knut“ sein einjähriges Bestehen gefeiert. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Auf jeden Fall sehr positiv. Gerade die Möglichkeit, ohne Auto nach Bad Vilbel zu fahren, erfreut sich größter Beliebtheit. Denn dorthin haben viele Menschen aus Harheim einen Bezug, sie gehen dort zum Arzt, kaufen ein, nutzen kulturelle Angebote.

Gibt es weitere Verbesserungsmöglichkeiten?

Ja. Dazu haben wir im Ortsbeirat auch einen Antrag. Wir wünschen uns, dass es nicht nur einen Haltepunkt – am Nordbahnhof – in Bad Vilbel gibt. Auch der Südbahnhof und die Frankfurter Straße sollten angefahren werden, da wollen die Menschen hin.

Was dagegen schon passiert ist: Die Außenstelle des Bürgeramtes, die seit Beginn der Corona-Pandemie geschlossen war, ist wieder offen.

Der Ortsbeirat hat aus der Presse erfahren, dass das Bürgeramt seit dem 5. Dezember wieder geöffnet ist. Montags von 12 bis 17 Uhr und Mittwochs von 8 bis 13 Uhr sind zwei Mitarbeiter anwesend. Die Termine müssen online über die Homepage der Stadt Frankfurt vorher vereinbart werden. Sehr positiv ist, dass ab sofort auch Personalausweise und Reisepässe beantragt werden können.

Erfreulich ist zudem, dass der Brunnen auf dem Kirchplatz endlich saniert worden ist. Wie groß ist die Freude darüber?

Ja, der Brunnen ist aufwendig wieder instandgesetzt worden. Das freut uns sehr. Außerdem haben wir mit dem Grünflächenamt ein Konzept zur Begrünung erstellt, weshalb auch noch in diesem Winter Bäume gepflanzt werden. Danach kommen unter anderem noch Bänke auf den Platz, das geschieht aber dann alles Schritt für Schritt.

Interview: Fabian Böker

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