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Momentan ist die Niddabrücke als Weg nach Berkersheim gesperrt. Das soll sich 2020 ändern. Foto: Peter Jülich

Harheim

Harheim: „Kirchplatz soll Treffpunkt werden“

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CDU-Ortsvorsteher Frank Immel aus Harheim spricht im Interview zum Jahresabschluss unter anderem über den Ausbau des Nahverkehrs, der Jugendarbeit und des alten Harheimer Ortskerns.

Herr Immel, im vergangenen Jahr hat Harheim die Auswirkungen des Baustellenverkehrs für den Ausbau der Bahngleise zu spüren bekommen. Wie ist diesbezüglich der aktuelle Stand im Stadtteil?

Momentan ist die Niddabrücke als Weg nach Berkersheim gesperrt. Der Linienbus wird umgeleitet, Fahrradfahrer und Fußgänger kommen durch. Die Brücke wird ertüchtigt, damit danach der Bauverkehr zur Andienung des Bahndamms über sie fließen kann.

Wird die Brücke dann auch der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung stehen?

Ja, Busse können sie wieder nutzen. Aber sie wird auch weiter als Zubringer zur Baustelle dienen.

Mit wie viel Baustellenverkehr müssen die Anwohner im kommenden Jahr rechnen?

Vieles hängt von der Fertigstellung der Behelfsabfahrt B3a von der Bundesstraße zwischen Harheim und Bad Vilbel ab. Deren Baubeginn ist nach meinem Kenntnisstand für das zweite Quartal geplant. Das soll dann zusammengehen mit weiteren Arbeiten am Bahndamm. Wenn das klappt, werden bis zu 20 Fahrten pro Tag durch Harheim stattfinden.

Welche Bauarbeiten stehen konkret im Stadtteil an?

Die Straße nach Berkersheim wird vorübergehend verbreitert, damit für Lastwagen und Busse ein Begegnungsverkehr möglich wird, später aber wieder zurückgebaut. Die Arbeiten am Bahndamm gehen wie gesagt weiter, wofür viel Material benötigt werden wird. Besonders wichtig ist uns die Gestaltung der S-Bahn-Station Berkersheim. Die soll barrierefrei werden und weiterhin Querungsmöglichkeiten für Radfahrer und Fußgänger bieten. In diesem Zusammenhang werden wir weiter Gespräche führen mit der Bahn und der Stadt.

Wie geht es mit der Brücke über die Schienen an dieser Stelle weiter?

Es gibt einen Beschluss der Stadtverordneten, dass der Magistrat eine Lösung suchen soll. Dahinter stehen sowohl unser Stadtteilgremium als auch der Ortsbeirat 10, der unter anderem für Berkersheim zuständig ist. Klar ist nur, dass es eine Unterführung, wie im Planfeststellungsverfahren verfügt, nicht mehr geben wird.

Für das Jahr 2019 hatten Sie auf mehr Betreuungsplätze in Harheim gehofft. Hat das geklappt?

Der Ortsbeirat 14

Der CDU-Mann Frank Immelsteht dem Ortsbeirat 14 seit 2016 vor. Er ist auch seit 2011 Vorsitzender der Harheimer CDU. Der Vermögensberater wohnt seit zwölf Jahren in Harheim, ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Der Ortsbeirat 14ist für Harheim zuständig, also für rund 5000 Bewohner. In dem Gremium sitzen aktuell neun Mitglieder. Vier davon stellt die CDU, je zwei kommen von den Grünen und der SPD, eines von den BFF.

Die nächste Sitzungfindet am Montag, 13. Januar 2020, um 20 Uhr im Bürgerhaus Harheim statt. bö

Das haben wir intensiv diskutiert, leider ist daraus nichts geworden. Ich will die Frage trotzdem positiv beantworten, denn für 2020 gibt es konkrete Pläne. Es wird eine neue Kinderbetreuungseinrichtung geben, in der Haintalstraße. Das Deutsche Rote Kreuz wird der Träger sein, und wenn alles klappt, startet der Betrieb zum neuen Schuljahr.

Noch immer gibt es die Diskussion um ein Jugendhaus für Harheim. Ihre Fraktion hat schon klar gemacht, dass sie keine Notwendigkeit dafür sehen. Was ist Ihre Alternative?

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass es zu diesem Thema im Ortsbeirat und im Stadtteil unterschiedliche Sichtweisen gibt. Die von meiner Fraktion und mir ist klar: Wir sehen die Chancen für ein Jugendhaus als wenig aussichtsreich an. Es wird nicht genügend Mittel dafür geben. Allerdings ist der Wunsch nach offener Jugendarbeit im Stadtteil da, und es gibt eine sehr konkrete Alternative: Wir haben Kontakt nach Nieder-Erlenbach aufgenommen, zur dortigen Jugendeinrichtung. Im kommenden Jahr werden nun Teile des dortigen Angebots nach Harheim verlagert. Zwei Mal pro Woche stellt dann die Evangelische Kirche ihre Räume zur Verfügung.

Welche Aufgaben kommen auf den Stadtteil zu beim geplanten Neubaugebiet Bonames-Ost?

Von konkreten Aufgaben kann man da noch nicht sprechen. Wir hätten viel früher mit der Realisierung gerechnet, gerade weil die dort enthaltenen Schulneubauten auch für uns wichtig wären. Jetzt, da der Bebauungsplan in zwei Teile getrennt wurde, hoffen wir, dass es zügig voran geht.

Wichtig wird auch der Neubau einer Feuerwache sein. Wie ist da der aktuelle Stand?

Es ist vereinbart, dass es einen Grundstückstausch geben soll. Die Feuerwehr gibt ihre jetzige Fläche in der Korffstraße an die Stadt, die ihr dafür wiederum ein Areal in der Straße Altkönigblick überlässt, neben dem Discounter. Die Gespräche dazu laufen. Notwendig ist das allemal, denn der Platz reicht für die ehrenamtliche Feuerwehr nicht mehr aus. Da sind sich alle einig.

Wie dringend ist ein neuer Spielplatz im Süden des Stadtteils?

Sehr wichtig. Allerdings ist es schwierig, im Neubaugebiet Harheim-Süd einen neuen Spielplatz zu realisieren. Deswegen haben wir im Ortsbeirat eine neue Idee entworfen, nach der der bestehende Spielplatz in der Straße Am Auweg erweitert wird. Er ist fußläufig aus dem Neubaugebiet zu erreichen. Wir warten hier auf eine Antwort des Magistrats.

Welche Themen wollen sie 2020 noch angehen?

Wir wollen uns weiter dafür einsetzen, dass der Nahverkehr attraktiv bleibt, sowohl, was den Anschluss an die S-Bahn angeht als auch den an die U5, wenn sie zum Frankfurter Berg verlängert wird. Wir hoffen auf Angebote für ältere und pflegebedürftige Menschen und suchen einen Träger für eine Einrichtung der Tagespflege. Und wir wollen den Kirchplatz neu gestalten, so dass er einladender wird und den Menschen im Stadtteil als Treffpunkt dienen kann.

Interview: Fabian Böker

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