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Kinder gibt es viele in Harheim, ein Jugendzentrum nicht.

Harheim

Harheim: Ideen für Jugendzentrum

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Stadt prüft, ob sich Flächen an Grundschule oder Friedhof als Standort eignen. Seit einem Vierteljahrhundert versucht die Politik, Flächen für die Jugend zu finden.

Die Stadt möchte zwei Standorte in Harheim überprüfen, ob sie sich für ein Jugendhaus eignen. Nach Angaben des Sozialdezernats wird eine Fläche an der Grundschule Harheim unter die Lupe genommen. Denkbar sei auch das Erweiterungsgelände des Stadtteilfriedhofs.

Schon seit 2017 sucht die Kommune nach einem geeigneten Standort für eine Einrichtung für offene Kinder- und Jugendarbeit. „Es ist höchste Eisenbahn“, sagt Manuela Skotnik, Sprecherin der Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU). Der Bedarf im Stadtteil sei groß. Die Kinder und Jugendlichen könnten nicht in freizeitpädagogischen Einrichtungen in den angrenzenden Stadtteilen ausweichen.

Zwei mögliche Standorte hat das Dezernat in den vergangenen Jahren laut Skotnik bereits untersucht. Einerseits ein städtisches Grundstück an der Straße Altkönigblick neben dem Netto-Discounter. Dieses ist für ein neues Feuerwehr-Gerätehaus vorgesehen, das für einen Jugendclub hätte aufgestockt werden müssen. Doch sei der geplante Neubau für ein Jugendhaus zu klein. Zudem sei eine Fläche an der Bezirkssportanlage geprüft worden. Da das Gelände im Landschaftsschutzgebiet liege, sei das Vorhaben gekippt worden.

Weitere potenzielle Liegenschaften waren der Verwaltung nicht geläufig, so Skotnik. „Wir würden uns über Hinweisen aus dem Stadtteil freuen.“ Zwei kamen jetzt von der SPD-Stadtverordneten Kristina Luxen, die früher Kinderbeauftragte in Harheim war: auf den Erweiterungsgeländen der Grundschule oder des Friedhofs.

Geld für die Planung des Jugendzentrums hat die Stadt bereits 2017 vorgesehen. Der Betrag von 86 000 Euro sei noch vorhanden und werde ins kommende Jahr übernommen, sagt Skotnik. Denn mit einer schnellen Umsetzung ist nicht zu rechnen. Derzeit sei noch völlig offen, ob die Flächen für ein Jugendzentrum zur Verfügung stehen werden und zu welchen Bedingungen.

Der zuständige Ortsbeirat 14 befasst sich schon seit einem Viertel Jahrhundert mit dem Thema. Damals habe seine Fraktion erstmals einen Jugendclub gefordert, erinnert sich Helmut Seuffert (Grüne). Fast alle Stadtteile hätten eine Einrichtung für offene Kinder- und Jugendarbeit gehabt. Inzwischen fehlten sie nur noch in Berkersheim und Harheim.

Nun habe sich Harheim in den vergangenen Jahren durch drei Neubaugebiete enorm vergrößert – allein in den vergangenen 16 Jahren um mehr als 1200 Menschen. Etwa 40 bis 50 Prozent der Zugezogenen seien Kinder und Jugendliche.

Zwar gebe es in Harheim viele Vereine, die gute Arbeit leisteten, sagt Seuffert. Bei vielen Jugendlichen gebe es aber das Bedürfnis, „sich einfach mal so zu treffen – ohne gleich Fußball spielen zu müssen“. Um den Weg für ein Jugendhaus zu ebenen, wollten die Grünen in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats mit einem Antrag nach dem aktuellen Stand für das Projekt fragen.

In Harheim gebe es mehrere leerstehende Gewerberäume, die sich eignen könnten, sagt Seuffert. „Ich habe aber keine Ahnung, was genau die Stadt sucht.“ Die SPD stimmte der Vorlage zu. CDU und BFF lehnten sie ab. Seine Fraktion wolle zunächst wissen, ob die Stadt eine Jugendeinrichtung überhaupt für sinnvoll erachte, sagt Ortsvorsteher Frank Immel (CDU). Eine entsprechende Anfrage werde sie aber nicht stellen. Für die Christdemokraten liege der Fokus darauf, ausreichend Betreuungsplätze für berufstätige Eltern zu schaffen.

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