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Der Architekt Richard Meier ist ein großer Fan von Rampen.

Museumsuferfest 2015

Happy birthday, MAK!

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Eine der größten Attraktionen im Frankfurter Museum Angewandte Kunst ist die Architektur. Wie ein riesiges L legt sich das Gebäude um die Villa Metzler am Schaumainkai und formt den Komplex zu einem Quadrat. Beim Museumsuferfest feiert das MAK seinen 30. Geburtstag in dem postmodernen Bau, in den es 1985 einzog.

Das Hauptausstellungsobjekt hier ist eigentlich die Architektur“, sagt Christiane Kroll-Radtke und deutet um sich. Die Kunsthistorikerin steht am Samstagmittag im Museum Angewandte Kunst (MAK) und führt interessierte Besucher durch den lichten Bau des berühmten US-amerikanischen Architekten Richard Meier.

In diesem Jahr feiert das MAK seinen 30-jährigen Geburtstag in dem 1985 errichteten postmodernen Bau. Architekturinteressierte, das weiß Kroll-Radtke zu berichten, kämen manchmal nur wegen dieses Gebäudes in die Stadt gefahren. Gründe genug also, dem so berühmten Kulturhaus beim Museumsuferfest mal einen kleinen Besuch abzustatten – und dabei eben nicht nur auf die Ausstellungsgegenstände, sondern vor allem auf deren bauliche Hülle zu achten.

Kroll-Radtke kramt zunächst ein bisschen in der Geschichte. Sie erzählt, wie Bürger sich in den 1980er-Jahren dafür einsetzten, dass in dem Park neben der Villa Metzler kein riesiges Hotel, sondern ebenjenes Museum entstehe. Und dass für den Neubau „kein einziger Bau“ gefällt werden musste.

Die 1803 erbaute klassizistische Villa Metzler habe dabei Pate gestanden für den Grundriss des Museums, der sich wie ein „L“ um die Villa legt und dabei – man sieht das von außen kaum – immer wieder deren quadratischen Grundriss aufgreift. Überhaupt: Quadrate. Diese, so erzählt Kroll-Radtke, seien für das Gebäude essenziell. Und in der Tat – schaut man sich um, entdeckt man einfach überall diese Form.

Zum Beispiel an den vielen Fensterfronten. Der helle und transparente Charakter von Meiers erstem Bau auf europäischem Boden ist jedoch nicht nur von Vorteil. Denn so schön es auch ist, durch Räume zu laufen, die an vielen Stellen Blickbeziehungen in das umgebende Grün herstellen – so schwierig ist es, in solch hellen Räumen zum Beispiel Bücher auszustellen.

Funktionalität? Pah!

„Die Postmoderne ist wirklich nicht funktional“, sagt Kroll-Radtke. Das sieht man auch im Stilraum – dem einzigen Teil des Museums, in dem so etwas wie eine Dauerausstellung anzufinden ist. In dem Raum sind Möbel und Wohn-Accessoires zu sehen, die den Geist der Achtziger atmen und somit bestens in Meiers Prachtbau passen: Ein kantiges, schwarz-weißes Sektglas zum Beispiel. Die Besucher sitzen auf silbern eingerahmten schwarzen Corbusier-Sesseln und können sich eine Dokumentation zur Eröffnung des Gebäudes anschauen. Kroll-Radtke spricht von einem Lebensgefühl, zu dem „Miami Vice“ ebenso gehört wie Musik von Philip Glass oder Milan Kunderas „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“.

Wer mag, der kann im MAK also eine wunderbare kleine Zeitreise machen.

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