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Sami Jadallah und Cajus Heubner (v. l.) stellen die Pläne vor.
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Sami Jadallah und Cajus Heubner (v. l.) stellen die Pläne vor.

Frankfurt

Handwerk trifft Kultur

  • VonAlexandra Flieht
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Aus einer alten Seilerei in Sachsenhausen wurde eine Halle für Ateliers. Auch Konzerte und ein Hofladen sind auf dem Areal an der Offenbacher Landstraße geplant.

Das frühere rund 15 000 Quadratmeter große Produktionsgelände der alten Seilerei der Familie Reutlinger, zwischen Offenbacher Landstraße und Goldbergweg gelegen, befindet sich in einem Wandel. Handwerk wie Holzverarbeitung, Elektro, die Steinmetztätigkeit, aber auch textile oder keramische Werkstätten sollen auf dem Gelände genauso ihren Platz finden wie Musik, Theater, Tanz, Symposien und Lesungen. Die Visionen sind da, erste Ideen umgesetzt. „Zukunftszentrum – vom Spekulationsobjekt zur model.stadt“ ist das geplante Gesamtprojekt überschrieben, wie die Akteure am Wochenende bei einem Rundgang über das Gelände erläuterten.

Die Idee, das Gelände als Ort für Kunst und Kultur zu öffnen, geht auf Verena Heubner zurück. Sie kommt aus einer alteingesessenen Frankfurter Familie, den Reutlingers, die über mehrere Jahrhunderte mit ihrem Geschäft in der Altstadt ansässig waren. Die Anfänge der Familie Reutlinger in der Stadt reichen bis ins beginnende 16. Jahrhundert zurück, seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war das Seilerhandwerk das Familienmetier.

Das Grundstück der alten Seilerei wurde seit Ende des 19. Jahrhunderts zur Produktionsstätte der Seilfertigung gemacht. 1986 kamen die ersten Künstler, eine Halle wurde zu Ateliers umfunktioniert. Sohn Cajus Heubner entwickelt und koordiniert nun mit Sami Maximilian Jadallah, einem früheren Studienkollegen, das geplante Großprojekt. Dafür wurde der Verein „Seilerbahn – Kunst und Kultur“ gegründet, der die Aufgaben, die bei der Umsetzung der Ideen anfallen, übernehmen und den öffentlichen Dialog und Diskurs hierzu fördern soll.

In den vergangenen Wochen hat sich auf dem Gelände einiges verändert, beginnend mit der Eröffnung des Ausstellungsraums Goldberg, der in einer früheren Halle der Seilproduktion untergebracht ist, bis zur Umgestaltung der größeren Hallen, die künftig unter anderem als Konzert-, Veranstaltungs- und Probenräume genutzt werden können.

Heubner und Jadallah haben Kontakt aufgenommen zu Institutionen, Vereinen, Akteuren in der Stadt, haben die Türen geöffnet für Musiker wie Puschan Mousavi Malvani und der Sopranistin Sabina Martin, die gemeinsam bei einer Probe die Akustik einer der beiden Produktionshallen testen.

Ein weiteres Anliegen ist die Frage, wie Materialien neu genutzt werden können. Auf dem Gelände liegen etwa Baumstämme, die im Stadtgebiet gefällt wurden. Sie werden nun in einer Holzwerkstatt zu Treppen in Häusern oder Möbeln verarbeitet. Große Brocken von Muschelkalk, die beim Abriss eines Gebäudes unweit des Henninger Turms angefallen sind, sollen ebenfalls wiederverwendet werden.

Zudem wolle man Energie einsparen, etwa, indem man künftig statt mit Gas mit Holzhäckseln heize, erläutert Heubner. Angedacht sei auch, gemeinschaftlich zu gärtnern und in einem Hofladen regionale Produkte anzubieten.

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