Kunsthandwerk

Handgemachtes seit 30 Jahren

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Im Dominikanerkloster lockt der „Frankfurter Herbstmarkt“ viele Besucher zum Kunsthandwerk. So mancher schätzt an dem Markt "das besondere Flair".

Der Elektromotor der Feinschnittsäge surrt. Mit routinierten Handgriffen führt Peter Holzhauer den Pilz an die rotierenden Sägeblätter und fräst so Schritt für Schritt Formen in das getrocknete Gewächs. Wie der 76-Jährige aus Baumpilzen „Zauberburgen“ herstellt, zeigt er Besuchern am Samstag beim „Frankfurter Herbstmarkt“ im Dominikanerkloster.

Sein Arbeitsmaterial findet der Alheimer, aus der Nähe von Bad Hersfeld, im Wald an „kranken Buchen“. Die Baumpilze trocknet er zu Hause etwa ein Jahr lang. Dann beginnt er mit den Sägearbeiten, schneidet konische Formen aus, sodass sich aus dem Pilz kleine Türmchen herausdrücken lassen, die in der Summe einer Festung ähneln. Eine Überraschung für Beschenkte: „In zehn Sekunden bist du Besitzer einer Burg.“ Diesen Satz sollten seine Kunden den Überraschten, nach Überreichen der Pilze, mit auf den Weg geben, schlägt der Hobby-Burgenbauer vor. „Die Pilze sehen aus wie kleine Felsen“, sagt Holzhauer. So sei er auf die Idee gekommen, Burgen daraus zu basteln. Mit einem Lötstab brennt er braune Punkte als Fenster in die Pilze hinein.

„Lass mich mal gucken, ich bin fasziniert“, sagt eine Besucherin zu ihrer Begleitung. „Das ist etwas absolut Neues“, findet ein anderer Besucher, der erstmals zu dem Markt für Kunsthandwerk gekommen sei.

Auf zwei Etagen finden sich am Samstag und Sonntag beim Herbstmarkt viele handgemachte Dekorationsartikel, meist vorweihnachtlich angehaucht, daneben Glaskunst, Schmuck und Lebensmittel wie Wurstwaren, Schmalz und Marmeladen. Der ehemalige Konditor-Weltmeister Bernd Siefert hat traditionell seine Backwaren und Pralinen aus Michelstadt mitgebracht. Zum 30. Mal findet der ehrenamtlich organisierte Herbstmarkt statt, dessen Erlös aus Standgebühren und Eintrittspreisen an den hessischen Landesverband der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft gespendet wird.

Daniela Fischer-Vöglein schlendert mit wachem Blick an Handpuppen und Blumengestecken vorüber. Die Schwanheimerin besucht den Markt zum dritten Mal. „Ich habe ziemlich genau im Kopf, was ich kaufen möchte“, berichtet die 48-Jährige. Ein Hahn aus Keramik, eine Blumenvase aus einer Holzwurzel und eine Waldorf-Puppe hätten es ihr angetan. Außerdem sucht sie noch ein Vogelhäuschen. Die Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke seien für Freunde und Familie und auch für sie selbst.

Fischer-Vöglein schätzt an dem Markt „das besondere Flair“ sowie „den sozialen Touch für einen guten Zweck“. Weil sie selbst zu Hause nähe, wisse sie, wie viel Arbeit hinter den handgefertigten Produkten stecke.

Gespannt schauen einige Besucher Monika Schonard zu, wie sie auf einem kleinen Tisch rund ein Dutzend Holzspulen, an denen Garn aufgewickelt ist, abwechselnd um ebenso viele Stecknadeln wickelt. Rund zwei bis drei Stunden sitzt Schonard an einfachen Mustern. So entstehen Lesezeichen, Weihnachtsdeckchen und Hüllen für Christbaumkugeln, die sie beim Herbstmarkt anbietet. Seit drei Jahrzehnten verkaufe sie alljährlich beim Herbstmarkt. Der Besucherzulauf des Marktes habe von Jahr zu Jahr zugenommen.

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