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Sorge vor Stromausfällen in Frankfurt: „Hoffen Sie, dass es nicht so schlimm wird“

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Von: Nail Akkoyun

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Die Stadt Frankfurt veröffentlicht eine Checkliste, die auf einen Strom-Notfall vorbereiten soll – und erinnert dabei eher an einen Aufruf aus der Prepper-Szene.

Frankfurt – „Bereiten Sie sich jetzt bestmöglich vor, damit Sie einige Tage ohne Einkaufen auskommen!“ heißt es in einem Prospekt in Frankfurt. Man müsse an Lebensmittel denken, „die nicht gekühlt werden müssen“, mit aufgeführt werden Beispiele wie Müsli, Konserven und Trockenobst. Darüber hinaus werden neben Medikamenten, Reservebatterien und Kerzen ach batteriebetriebene Radios empfohlen.

Was sich wie ein populistischer Aufruf liest, der für Weltuntergangsstimmung sorgen soll, ist in Wahrheit die offizielle „Checkliste Stromausfall“ der Stadt Frankfurt – doch ist das nicht ein wenig übertrieben? Schließlich heißt es in dem Flyer, dass die Stromversorgung in Deutschland „zu den sichersten in Europa“ zähle. Zudem weisen Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) sowie Stadträtin Annette Rinn (FDP) auf Fachleute hin, die davon ausgehen, dass die Bundesrepublik dank der Energievorräte gut durch den Winter kommt.

„Dennoch müssen wir weiterhin Energie sparen und uns auf einen Notfall vorbereiten!“, heißt es jedoch kurz darauf. Gemeinsam mit der Lebensmittel-Checkliste lassen die mit Ausrufezeichen versehenen Sätze den Eindruck entstehen, dass der Stadt der Kollaps droht. Heilig erklärte in der Stadtverordnetenversammlung noch, mit dem Flyer „keine Panik schüren“ zu wollen.

Hamsterkäufe wurden während der Corona-Pandemie immer wieder zum Problem. Nun könnten sie auch während der Energiekrise wieder häufiger auftreten. (Symbolfoto)
Hamsterkäufe wurden während der Corona-Pandemie immer wieder zum Problem. Nun könnten sie auch während der Energiekrise wieder häufiger auftreten. (Symbolfoto) © Sven Simon/Imago

Sorge vor Stromausfällen in Frankfurt: „Hoffen Sie, dass es nicht so schlimm wird“

In besagter Stadtverordnetenversammlung, in der Rosemarie Heilig das Prospekt vorstellte, stimmten auch andere Politikerinnen und Politiker ein, und warnten vor den Konsequenzen der Energiekrise. „Besorgen Sie sich Schnaps und Kerzen und hoffen Sie, dass es nicht so schlimm wird“, soll FDP-Politiker Peter Thoma gesagt haben. Einen mehrstündigen Stromausfall in Frankfurt halte der Energieberater nicht für ausgeschlossen, berichtet die FAZ. Man solle „ein realistisches Verhältnis“ haben und „ein bisschen Vorsorge betreiben“.

Einen großflächigen Blackout beschreibt die Bundesnetzagentur jedoch als „äußerst unwahrscheinlich“. Das Energieversorgungssystem sei „mehrfach redundant ausgelegt“ und verfüge über „zahlreiche Sicherungsmechanismen“, die selbst bei größeren Störungen einen völligen Zusammenbruch verhindern sollen.

Sollte es dennoch zu einem überregionalen Ausfall kommen, gebe es im Gegensatz zur Gasversorgung keine „geschützten Kunden“ – und damit auch keine Priorisierung. Eine Abschaltreihenfolge im Sinne einer Priorisierung einzelner Verbraucher oder einzelner Gebiete gebe es nicht. Diese Entscheidungen seien „stets lageabhängig in der konkreten Situation zu beurteilen und zu entscheiden“.

Frankfurt: Kleine Einschränkungen können Stromausfälle verhindern

Damit es tatsächlich nicht zu größeren Stromausfällen kommt, bittet sowohl die Stadt Frankfurt als auch die Bundesnetzagentur die Bevölkerung, einen eigenen Beitrag zu leisten. Auch kleine Einschränkungen und Veränderungen im Alltag könnten in der Menge viel ausmachen.

Unnötige Energiequellen sollten konsequent vermieden werden, dazu gehöre auch der Standby-Betrieb von Elektrogeräten wie Fernseher oder Computer. Außerdem solle man, wenn möglich, auf den Wäschetrockner verzichten und die Waschmaschine nur anstellen, wenn diese komplett voll geladen ist. Auf Elektro-Heizgeräte solle gänzlich verzichtet werden. (nak)

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