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Kommentar, Frankfurt, Messe, „Hammering Man“

Hammermann muss bleiben

  • Johannes Vetter
    VonJohannes Vetter
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Die Stadt sieht für das Mahnmal gegen Rassismus am Hülya-Platz in Bockenheim keine Zukunft. Bis zum Ende des Jahres muss die Skulptur entfernt werden. Bei allen rechtlichen Schwierigkeiten: Der Hammering Man muss bleiben.

Knapp 22 Meter hoch ist Jonathan Borofskys Kunstwerk am Messeturm – und damit weltweit der größte „Hammering Man“. Die Nachbildung am Bockenheimer Hülya-Platz hat zwar nicht annähernd dieses Ausmaß, doch über den Hammermann mit Hakenkreuz wurde in den 18 Jahren seines Bestehens sehr viel mehr diskutiert in dieser Stadt. Bis heute hat der Hammermann in Bockenheim keine Aufenthaltserlaubnis, wurde über beinahe zwei Jahrzehnte nur geduldet von den städtischen Behörden – offenbar mit Widerwillen.

Im Jahre 2007 sei das Denkmal zu rostig und zu scharfkantig gewesen, ein Risiko für die Kinder. Als die Aktivisten dann nicht locker ließen und den Hammermann erst als hölzernes Provisorium, und zuletzt wieder in metallener Ausführung neu aufstellten, sind es nun rechtliche Gründe. Dass Jonathan Borofsky offenbar überhaupt nichts dagegen hat, dass die Skulptur am Hülya-Platz seinem Werk entlehnt ist, hält die Stadt nicht davon ab, auf das von ihr in Auftrag gegebene Rechtsgutachten zu beharren.

Offenkundig und eindeutig

Und dann ist da noch das Hakenkreuz. Sicher, es gibt gute Gründe, wieso die Abbildung und Zurschaustellung des verfassungsfeindlichen Symbols, selbst in leicht abgewandelter Form, verboten ist. Es gibt aber ebenso gute Gründe, wieso es in bestimmten Fällen erlaubt ist. Dann nämlich, wenn die Darstellung offenkundig und eindeutig im Kontext einer Gegnerschaft zum menschenverachtenden Gedankengut steht, welches das Symbol hierzulande repräsentiert. Dass genau das bei dem antirassistischen Hammermann der Fall ist, ist eindeutig erkennbar.

Bei allen rechtlichen Schwierigkeiten: Dass viele Bockenheimer Bürger der Stadt mit ihrer Argumentation nach 18 Jahren der Duldung nicht folgen wollen, ist nur zu gut verständlich. Der Hammering Man muss bleiben.

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