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Bei der Randale am Opernplatz ging auch eine Haltestelle zu Bruch. Hit Radio FFH
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Bei der Randale am Opernplatz ging auch eine Haltestelle zu Bruch. Hit Radio FFH

Kriminaliät

Haftstrafe für Randale am Frankfurter Opernplatz

  • Stefan Behr
    VonStefan Behr
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Vor dem Amtsgericht Frankfurt verklärt sich die Erinnerung an eine Nacht im Juli vorigen Jahres

Die einen nennen es Opernplatzrandale, die anderen geselliges Beisammensein. Wie so oft liegt die Schönheit der Ereignisse an der Alten Oper in der Nacht auf den 19. Juli 2020 wohl im Auge des Betrachters. Die Polizisten, die damals von einem mehrere Hunderte zählenden, später zur „Party- und Eventszene“ geadelten Mob mit Flaschen und Steinen beworfen wurden, haben die Nacht überwiegend in unschöner Erinnerung. Aber dazu besteht ja kein Zwang.

Der 32 Jahre alte Pablo B. ist am Freitag nicht der Erste, der sich nach dieser Nacht wegen schweren Landfriedensbruchs, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Angriff auf Vollstreckungsbeamte vor dem Amtsgericht verantworten muss. Er ist allerdings der Erste, den das Bundeszentralregister mit 22 Eintragungen als Fachkraft qualifiziert. B.s Kernkompetenz liegt dabei auf Körperverletzung, Beleidigung und Angriff auf beziehungsweise Widerstand gegen Polizisten.

Der Flaschenwurf tue ihm furchtbar leid, sagt B. dem Amtsgericht. Dabei ist er auch nicht der Erste. Aber er habe ja nicht getroffen und auch gar niemanden treffen wollen.

Wer denkt, dass mit dieser Aussage der Bullshitzenit bereits erreicht wäre, den belehrt B.s Verteidiger eines Besseren. Erst einmal, sagt er, sehe er seinen Mandanten eher als „Teilnehmer“ denn als „Täter“. Und das Flaschenwerfen am Opernplatz wohl als etwas Ähnliches wie das Entenheben auf der Dippemess: Man sehe, dass andere bei Sport und Spiel vor Freude jauchzten, und möchte gerne daran teilhaben. Außerdem könne von schwerem Landfriedensbruch keine Rede sein, da die Flasche zuvor ordnungsgemäß ausgesoffen worden sei. Ergo: Landfriedensbruch leicht wie Flasche leer.

Und noch etwas müsse man ja wohl noch sagen dürfen: Die geknechtete Jugend habe angesichts geschlossener Clubs einfach mal „ein Ventil zum Feiern gebraucht“. Ist ja nicht verboten, jedenfalls noch nicht. Und allenthalben gebe es allerorten polizeilich auflösenswerte Veranstaltungen wie „Maikundgebungen“ und ähnlichen nutzlosen Klimbim. Aber „dass junge Leute von der Polizei beim Feiern – im Sommer! im Freien! – gestört werden und sich auflösen müssen …“ – ja, wo gebe es denn so was?

So was gibt’s in Frankfurt, und wer hier seinen Spaß haben will, der wandert dafür in den Knast. Dorthin schickt die Amtsrichterin Pablo B. für acht Monate. Den Landfriedensbruch hält sie auch mit leerer Flasche für schwer genug. Eine Bewährung kommt für sie nicht infrage. Was auch daran liegen mag, dass B. in der Tatnacht noch unter laufender Bewährung gestanden hatte. Und bereits dreimal als Bewährungsversager zu weiteren Bewährungsstrafen verurteilt worden war, ohne dass diese sein Party- und Eventbetragen nachhaltig hätten kultivieren können.

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