Paradiesplatz

Häuser im Dornröschenschlaf

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
    schließen

Ein Investor führt den angekündigten Umbau seit fünf Jahren nicht aus. Dem Ebbelweiviertel wollte er neues Leben einhauchen.

Er wollte nicht weniger, als das alte Ebbelweiviertel in Sachsenhausen „wachküssen“. Vor ziemlich genau fünf Jahren, am 8. September 2010, führte der schwäbische Millionär Kilian Bumiller Journalisten durch das Quartier. Fünf alte Häuser hatte der Investor aufgekauft, zehn Millionen Euro wollte er in die Sanierung investieren, „sonst lohnt es sich nicht“. Der damalige hessische Landeskonservator Christoph Mohr war beim Rundgang auch dabei und von Bumillers Plänen sehr angetan – das Landesamt für Denkmalpflege unterstützte ihn sehr.

Fünf Jahre später. Was ist aus Bumillers Ankündigungen geworden? Der Bauherr selbst ist, so teilt sein Frankfurter Büro mit, nicht zu sprechen, auf Urlaub im Süden. Der Investor behalte sich alle Auskünfte persönlich vor. Der Architekt, der seinerzeit die Umbaupläne für den Unternehmer ausgearbeitet hatte, arbeite nicht mehr für ihn.

Anfrage bei Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne). Zu den vom Immobilienkaufmann seinerzeit präsentierten leerstehenden Immobilien „liegt bei der Bauaufsicht nichts vor“, so Mark Gellert, der Sprecher des Bürgermeisters. Keine Aktivitäten, keine Bauvoranfrage, kein Bauantrag.

Da war zum Beispiel das Haus Große Rittergasse 81, früher Standort der Kneipe „Hoppla-Klub“, die für ihre besonderen Alkohol-Angebote bekannt war. Bumiller wollte damals das Kellergewölbe umbauen, die Gastronomie modernisieren, aber weiterführen.
Oder das Gebäude Kleine Rittergasse 21, früher Domizil der Traditionskneipe „Gorjelschwenker“. Für die alte Gaststätte präsentierte der Investor damals einen radikalen Umbau-Entwurf, das Haus sollte außen mit modernen blaugrauen Fliesen verkleidet werden, „wie ein Bembel“.
Nach Angaben des Planungsdezernats ist daraus aber nichts geworden, warum nicht, bleibt offen. „Das zeigt grundsätzlich, dass Investoren auch mal etwas versprechen, dass sie nicht halten“, sagt der Sprecher des Bürgermeisters.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare