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Gymnasium Süd in Frankfurt eröffnet

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Von: Sandra Busch

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Rein in die neue Schule – die ersten Fünftklässlerinnen und Fünftklässler kommen ins neue Gymnasium Süd.
Rein in die neue Schule – die ersten Fünftklässlerinnen und Fünftklässler kommen ins neue Gymnasium Süd. christoh Boeckheler © Boeckheler

Der erste Jahrgang wird am neuen Gymnasium Süd in Sachsenhausen eingeschult. Die Schülerinnen und Schüler werden während ihrer Schulzeit immer die Ältesten sein.

Jiangwei Ai ist an diesem Montagmorgen schon ein wenig aufgeregt. Erster Schultag in der weiterführenden Schule. Unruhig rutscht er auf dem Stuhl in der Sporthalle des Gymnasiums Süd in Sachsenhausen hin und her. Es ist nicht nur der erste Schultag des Elfjährigen am Gymnasium Süd, es ist überhaupt der erste Schultag dieser Schule. Denn sie wird an diesem Tag neu eröffnet.

Ausgesucht hat sich Jiangwei Ai das Gymnasium Süd nicht. Er hatte zwei andere Gymnasien in Sachsenhausen gewählt. Doch das klappte nicht, er bekam die Zuweisung zum Gymnasium Süd. „Erst war ich ein bisschen traurig“, sagt er. „Doch zum Glück kommen Freunde mit.“ Auch sie bekamen die Schule zugewiesen. So ist alles dann doch gar nicht so schlimm. Findet auch Vater Yun Hou. „Es gibt natürlich keine Erfahrung mit der Schule“, sagt er. Aber der Sohn sei „nicht alleine, und schauen wir mal, wie sich die Kinder entwickeln“.

Sechs fünfte Klassen werden an diesem Montag eingeschult. In der ehemaligen Wallschule an der Diesterwegstraße. Seit 1870 wird in diesem Gebäude unterrichtet, nun wurde eine Million Euro in Renovierung und Ausstattung gesteckt. „Es wurde hergerichtet für das Jahr 2022“, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bei der Einschulungsfeier. Zwei Jahre bleibt das Gymnasium Süd in diesen Räumen, bekommt nächstes Jahr noch Container aufgestellt. Dann soll es 2024 in das ehemalige Behördenzentrum an der Seehofstraße umziehen.

Mehr als die Hälfte der Kinder hat das Gymnasium gewählt. „Noch nie zuvor hat eine Schule, die es noch nicht gibt, so viele Erstwünsche gehabt“, sagt Weber. Das habe am Profil und der professionellen Arbeit der Planungsgruppe gelegen. Das Gymnasium hat seine Schwerpunkte in den MINT-Fächern und einem bilingualen englischen Angebot. Außerdem gibt es eine Stunde Medienbildung in der Woche.

Weber plädiert an Eltern und Schüler:innen, die Schule in ihrer Entwicklung zu unterstützen. „Bringen Sie sich ein“, sagt Weber. Eine Schule im Aufbau sei immer auch eine Chance, die Schule mitgestalten zu können.

Evelin Spyra, Leiterin des Staatlichen Schulamtes, verweist darauf, dass das interdisziplinäre Lernen am Gymnasium Süd im Schulcurriculum verankert sei. Mit großer Zuversicht könne daher darauf vertraut werden, dass die Schüler:innen „die Herausforderungen unserer Zeit angehen können“, sagt sie. Auch sie ruft Eltern und Schüler:innen zur Mitarbeit auf, um das Gymnasium Süd zu „ einem Leuchtturm in der Bildungslandschaft zu machen“.

233 Tage lang hat Thomas Strauch auf den Start des Gymnasiums hingearbeitet. „Gefühlt war die Zeit an der ein oder anderen Stelle knapp“, sagt der kommissarische Schulleiter. Doch alle Beteiligten seien immer mitgezogen. Und nun sind sie da, die Schülerinnen und Schüler. Die während ihrer gesamten Schulzeit am Gymnasium Süd immer die Ältesten sein werden. „Erst nach Eurem Abitur im Jahr 2031 wird der nachfolgende Jahrgang die Chance haben, der Älteste zu sein“, sagt Strauch. „Ihr könnt aktiv vorleben, wie man sich zurechtfindet und verhält am Gymnasium Süd – und dadurch in Eurer Persönlichkeit enorm wachsen.“

Das Gymnasium Süd wird nicht die letzte Schule sein, die in Frankfurt eröffnet. 28 Schulen müssen in den nächsten Jahren gegründet werden.

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