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Mehr Licht zum Skaten

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Ende Oktober vergangenen Jahres wurde der Skatepark unter der Friedensbrücke eröffnet.
Ende Oktober vergangenen Jahres wurde der Skatepark unter der Friedensbrücke eröffnet. © Monika Müller

Ortsbeirat 1 und die Mitglieder des Vereins Concrete Skate wollen die Anlage unter der Friedensbrücke besser beleuchten. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig lehnt den Vorstoß aus Gründen des Artenschutzes ab.

Der Skatepark unter der Friedensbrücke soll künftig besser beleuchtet werden. Dafür hat sich der Ortsbeirat 1 einstimmig ausgesprochen und damit eine Forderung des Vereins Concrete Skate aufgegriffen. Die Stadt soll in Kooperation mit dem Interessenverband, der auch an der Gestaltung der Anlage beteiligt war, ein ökologisch verträgliches und nachhaltiges Beleuchtungskonzept entwickeln, heißt es in einem gemeinsamen Antrag von Grünen und CDU.

Die Skateboarder und Skateboarderinnen bräuchten unter der Friedensbrücke dringend mehr Licht, erläutert Wolf Perina von Concrete Skate. Schließlich handele es sich um einen ganzjährigen Sport. Doch sei es unter der Brücke im Winter spätestens ab 17 Uhr dunkel, „dann sieht man nichts mehr, was gefährlich ist“. Andere Sportler:innen könnten nicht rechtzeitig wahrgenommen werden, ein richtiges Training sei nicht mehr möglich. Derzeit seien nur Teile der Anlage beleuchtet, es gebe verschiedene Dunkelzonen. Hindernisse und Objekte, auf denen trainiert werde, könnten nicht sicher erkannt werden. Die bereits vorhandenen Strahler seien kontraproduktiv, da sie blendeten, sagt der Skater: „Wir brauchen eine homogene Beleuchtung.“

Auch gebe es Leute im Skatepark, die Angst hätten und sich unwohl fühlten, sobald es dunkler werde, so Perina. Vor allem Frauen hätten moniert, dass sie wegen des fehlenden Lichts keine Gesichter mehr erkennen und einschätzen könnten. Darüber hinaus sei es wichtig, dass es auch tagsüber eine Beleuchtung gebe. Wie in einem Parkhaus komme es zu Sichteinschränkungen, wer etwa bei Sonnenschein vom hellen Außenbereich ins Dunkel unter der Brücke fahre.

Damit die Lampen nicht dauerhaft leuchten müssen, könnten für die Sportler und Sportlerinnen Lichtschalter mit Zeitschaltuhren installiert werden, regt Perina an. Dem Ortsbeirat ist es zudem wichtig, dass die Beleuchtung energieeffizient ist und insektenfreundlich, heißt es im Antrag. Die Anlage müsse unabhängig von der Jahreszeit bis 22 Uhr nutzbar sein.

Geht es nach Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), wird es keine zusätzliche Beleuchtung für die Anlage geben. Zwar könne sie den Trend nachvollziehen, dass die Menschen Sportanlagen und Spielplätze auch abends länger nutzen wollen und dafür Lampen fordern – gerade in der Corona-Zeit. Doch störe man damit das Ökosystem. Gebe die Stadt dem Bedürfnis nach, greife sie massiv in den Artenschutz der Insekten und Vogelwelt ein, so die Stadträtin. „Dann vertreibt man unsere geliebten Singvögel“, die vor allem in der Dämmerung unterwegs seien, um Insekten zu fressen.

Und auch wenn sich eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung dafür ausspreche, den Skatepark zu beleuchten, müsste ihr zunächst das nötige Geld zur Verfügung gestellt werden, sagt Heilig. „Ich habe dafür keine Mittel.“ Schließlich gehe es nicht darum, nur ein paar Lampen aufzuhängen. Sie müssten in der Erde verankert werden und bestimmte Sicherheitskriterien erfüllen – und insektenfreundlicher sein. Wobei es nach Ansicht der Dezernentin keine Leuchte gibt, die keinen Effekt auf Insekten hat

Der Verein Conrete Skate, der etwa 70 Mitglieder hat und sich um die Belange von rund 5000 Skater:innen in Frankfurt kümmert, will am 31. März auf sein Anliegen hinweisen. Mit einer Veranstaltung wollen die Sportler:innen unter der Friedensbrücke selbst für die Beleuchtung sorgen, kündigt Wolf Perina an, „um zu zeigen, dass es geht“.

Die Forderung des Vereins ist auch auf der Ideenplattform der Stadt Frankfurt unter ffm.de gelistet. Knapp 400 Personen unterstützten das Vorhaben „Beleuchtung des Skateparks unter der Friedensbrücke“ bisher.

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