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Gutleutstraße Frankfurt: Der Engel ist zurück

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Von: Andreas Hartmann

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Hessens „Denkmal des Monats“ ist das Haus Gutleutstraße 15 in Frankfurt.
Hessens „Denkmal des Monats“ ist das Haus Gutleutstraße 15 in Frankfurt. Foto: Renate Hoyer © Renate Hoyer

Bei seiner Restaurierung machte man eine himmlische Entdeckung: Hessens „Denkmal des Monats“ steht diesmal in Frankfurt, in der Gutleutstraße 15

Seit drei Generationen ist das Haus in der Gutleutstraße 15, um 1886 für den Möbelfabrikanten Friedrich Gehrig erbaut, im Familienbesitz. Als vor einigen Jahren eine Sanierung anstand, da ließ der heutige Besitzer Andreas Seydelmann aus Stuttgart das Gebäude gründlich untersuchen und so aufwendig wie liebevoll restaurieren. Dabei stießen die Fachleute auf einige (angenehme) Überraschungen. Die wohl dekorativste: Unter Kacheln und Tapeten verborgen, fand sich ein blumenstreuender Engel im Hausflur, den die Restauratorin Deborah Schönburg vom „Texturwerk“ in Reinheim wieder freilegen konnte und der heute wieder die Gäste begrüßt.

Seydelmann hängt an dem historischen Haus, das merkt man, wenn man mit ihm redet. „Mieter und Umfeld profitieren von einer schönen Gestaltung“, sagte er bei einer Begehung mit dem Landesdenkmalamt während der Bauarbeiten. Eine Luxussanierung wollte er nicht, für die neuen Mietverträge orientierte er sich am Mietspiegel – das ist so ungewöhnlich wie vorbildlich.

Die sorgfältige und engagierte Restaurierung, mit der der Frankfurter Architekt Karl Wimmer einem grauen, langweiligen Klotz seine einstige Schönheit zurückgegeben hat, beweist viel Fingerspitzengefühl und ist deshalb nun vom Land Hessen ausgezeichnet worden. Das Haus in der Gutleutstraße, direkt am Ausgang des Theatertunnels, dessen Erdgeschoss heute eine Weinbar beherbergt, ist „Denkmal des Monats“. Verbunden ist die Auszeichnung mit einem Preisgeld von 1000 Euro.

„Andreas Seydelmann hat den Charme des Gebäudes aufleben lassen und gleichzeitig ein historisches Haus mit neuem Leben gefüllt – dafür danke ich ihm herzlich und gratuliere zu der Auszeichnung“, sagte Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) bei der Preisverleihung. „Er und viele andere Eigentümerinnen und Eigentümer in Hessen engagieren sich für ein behutsames, generationenübergreifendes Weiterentwickeln und Weiterführen unserer Ressourcen.“

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